Die neue Suppe pfeift D Jugend, und wundert sich.

  • Servus zusammen,

    ich durfte heute zwei Testspiele pfeifen. Einmal hat unsere C-Jugend gegen unsere D1 gespielt, im Anschluss unsere D2 gegen eine andere D-Jugend. Ich möchte ein paar Situationen beschreiben, und dazu einige Fragen stellen.

    Spiel Nummer 1 (wJC - wJD1)

    Als erstes: im Prinzip war recht schnell klar, wer das Spiel gewinnen wird. Die C-Jugend lag zur Pause schon mit 17:8 vorne, das Spiel endete mit einem 40:20.

    Nun aber folgende Situation. die wJC Spielerin foult eine recht kleine wJD Spielerin in dem sie ihr im Wurf an den Hals fässt. Die Spielerin kann zwar ein Tor erzielen, allerdings stellt sich mir die Frage, ob ich dann trotzdem noch eine 2 Minuten Strafe aussprechen darf. Meist sind die Spielerinnen schnell wieder vorne gewesen und wollten schon den Anwurf ausführen. Dann fühlt es sich für mich jedes Mal falsch an, noch eine persönliche Strafe auszusprechen. Ferner auch, weil die Spielerinnen (überraschenderweise sogar eher die C-Jugendlichen als die D-Jugendlichen) mich meist wie Bahnhof angucken, wenn ich etwas aus der Reihe pfeife (also Stürmerfoul, Abwehr durch den Kreis, Zeitspiel,...). Ich bin mir dann sehr unsicher, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, eine Strafe zu verhängen.

    Das ist überhaupt der nächste Punkt: auf den Bänken und auf der Tribüne hört man immer so vieles, teilweise kommen auch irgendwelche Sprüche (heute war mein "Favorit" z.B. "Schiri, ich möchte deine Schuhsohle nicht sehen", nachdem ich eine 50/50 Fuß Entscheidung angezeigt habe). Teilweise merke ich dann auch richtig im Spiel, dass ich gefühlt nichts mehr abpfeife, weil ich mich schlicht nicht traue. So eben auch bei den 2 Minuten oder gelben Karten. Letzte Woche ging das noch relativ "locker" von der Hand, heute wollte ich die gar nicht mehr zeigen. Was kann ich dagegen tun, ich will das ja selber nicht einmal...

    Das nächste betrifft auch die 2 Minuten. Ich hatte eine Situation, in der ich gelb geben wollte (ja, ich wollte es sogar). Ich weiß allerdings überhaupt nicht mehr wer das Vergehen begangen hat. Gut, lasse ich also weiterlaufen... Es ärgert mich selbst total das ich mir die Spielernummern nicht merken kann.

    Spiel Nummer 2 (wJD2 von JS - wJD FB)

    Ich weiß, in der D-Jugend sind die Torhüter noch nicht so weit, einen exakten Pass zum Kreis zu spielen, dass der Anwurf direkt angepfiffen werden kann. Allerdings hat die Torhüterin von FB jedes Mal erst zum Mittelmann gepasst, dann erst zum Kreis. Während einem Wechsel ist die Kreisläuferin dann nicht einmal gelaufen, sondern hat gewartet bis der Wechsel erfolgt ist und dann konnte ich erst anpfeifen. Ich habe mir das ungefähr die gesamte erste Halbzeit und halbe zweite Halbzeit angeschaut, bis es so langsam echt nicht mehr ging. Die Mädchen von JS haben ihre Angriffe in einer Minute gespielt, FB brauchte jedes Mal mindestens 1 Minute, bis sie den Ball nicht mehr nur im Rückraum rumgereicht haben. Ich hatte zwar im Hinterkopf das es heißt, in der D Jugend würde niemand mit Absicht auf Zeit spielen, aber ich fand das trotzdem sehr extrem. Ich habe dann bei einem Anwurf von FB einfach gesagt "Wartet kurz" und dann der Mittelfrau (schreibt man das so?) und der Kreisläuferin gesagt, dass ich nicht erwarte das die Pässe direkt bei ihr am Kreis ankommen müssen, sie aber bitte mit etwas mehr Tempo spielen können, weil das sonst Zeitspiel ist.

    Zwei Anwürfe später machen sie immer noch so weiter, daher pfeife ich an und hebe den Arm bzw. zeige das Vorwarnzeichen für passives Spiel. Mein Partner übernimmt, und da hatte es mich schon gewundert das überhaupt kein Trainer von FB dieses typische "Achtung Zeitspiel" gesagt hat. FB spielt stattdessen weiter ganz ruhig und entspannt und nach 5 Pässen pfeife ich dann Freiwurf für JS und zeige das Handzeichen für passives Spiel an. Auf der Bank von FB höre ich dann vieles, von "Was pfeift er?" bis (gehört auch in die Top 5 der kreativsten Sprüche, war glaube ich sogar derselbe von oben) zu "Was ist mit deinem Handgelenk?" und, weil die Halle daraufhin unfassbar laut wird, sage ich in Richtung Bank von FB einmal "Zeitspiel".

    Wie bewertet ihr das? Findet ihr die Entscheidung auf passives Spiel grundsätzlich in Ordnung? War die Kommunikation zu den Spielern richtig? Oder was wäre besser gewesen? Mein Partner hat nach dem Spiel nochmal kurz mit den Trainern von FB gesprochen und die meinten, letzte Saison hätte das kein Schiedsrichter gepfiffen...

    JS gewann übrigens mit 25:17 (HZ 12:8).


    Nun gut, soll es das gewesen sein. Ich bin für jede Rückmeldung dankbar.

    Liebe Grüße und genießt den Rest des Sonntags

    Neue Suppe 2000 und 11

  • Neue Suppe 2000 und 11 23. August 2026 um 15:50

    Hat den Titel des Themas von „Die neue Suppe pfeift D Jugend, und wundert sich über einiges...“ zu „Die neue Suppe pfeift D Jugend, und wundert sich.“ geändert.
  • Die ersten 20 Spiele, ach was, die ersten 100 wirst Du immer wieder andere Probleme haben. Immer andere Situationen und manchmal läuft es auch einfach mies.^^

    Nun aber folgende Situation. die wJC Spielerin foult eine recht kleine wJD Spielerin in dem sie ihr im Wurf an den Hals fässt. Die Spielerin kann zwar ein Tor erzielen, allerdings stellt sich mir die Frage, ob ich dann trotzdem noch eine 2 Minuten Strafe aussprechen darf. Meist sind die Spielerinnen schnell wieder vorne gewesen und wollten schon den Anwurf ausführen. Dann fühlt es sich für mich jedes Mal falsch an, noch eine persönliche Strafe auszusprechen. Ferner auch, weil die Spielerinnen (überraschenderweise sogar eher die C-Jugendlichen als die D-Jugendlichen) mich meist wie Bahnhof angucken, wenn ich etwas aus der Reihe pfeife (also Stürmerfoul, Abwehr durch den Kreis, Zeitspiel,...). Ich bin mir dann sehr unsicher, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, eine Strafe zu verhängen.

    Auf jeden Fall! AUF JEDEN FALL gibst Du die persönliche Strafe noch. Selbst oder gerade wenn die Spieler Dich nicht für voll nehmen ist das hilfreich. Pfeife das Time out. Gern auch laut und überdeutlich. Zieh sie Dir ran und gib die 2 Minuten. Das beruhigt ggf. auch das Spiel und die Situation. UND es macht Dich wahrnembar. Und selbst wenn nicht, ist es wichtig "Hals" früh zu ahnden. Gelb "darfst" Du nach dem Tor nicht geben, 2 Minuten MUSST Du geben.

    Das nächste betrifft auch die 2 Minuten. Ich hatte eine Situation, in der ich gelb geben wollte (ja, ich wollte es sogar). Ich weiß allerdings überhaupt nicht mehr wer das Vergehen begangen hat. Gut, lasse ich also weiterlaufen... Es ärgert mich selbst total das ich mir die Spielernummern nicht merken kann.

    Was soll man sagen. Man ist am Anfang einfach sehr gefordert, und hier dann offensichtlich auch überfordert. Das wird besser.

    Das ist überhaupt der nächste Punkt: auf den Bänken und auf der Tribüne hört man immer so vieles, teilweise kommen auch irgendwelche Sprüche (heute war mein "Favorit" z.B. "Schiri, ich möchte deine Schuhsohle nicht sehen", nachdem ich eine 50/50 Fuß Entscheidung angezeigt habe). Teilweise merke ich dann auch richtig im Spiel, dass ich gefühlt nichts mehr abpfeife, weil ich mich schlicht nicht traue.

    Vergiß nicht, Du hattest "im Prinzip" sogar noch ein freundliches Publikum bei Dir. Beide Seiten Heimpublikum. Das wird also eher schlimmer.^^ Beim Publikum musst Du schauen: Es gibt ein Publikum, was immer meckert, wenn es gegen die eigene Mannschaft gibt. So ein Publikum möglichst ignorieren. Und zwar komplett, also auch für Dich. Es gibt aber auch das wohlwollende Publikum, dass sehr lange still ist, selbst wenn Du schlecht pfeifst. Wenn das anfängt rumzumucken, dann solltest Du mal schauen ob Du nicht vielleicht wirklich ausversehen einseitig bist oder grade was übersehen hast. Zum Beispiel sieht von von der Tribüne den Griff in den Wurfarm teilweise wesentlich besser.

    Bezüglich des Zeitspiels... ist die D Jugend neu als D Jugend? Ggf. auch der Trainer?
    Mach Dir nicht zuviel Gedanken, ich hätte das schon viel früher und konsequenter geahndet. VIELLEICHT kannst Du auch halblaut das Team auf das Zeitspiel hinweisen. Habe ich durchaus schon gemacht.

  • Das ist überhaupt der nächste Punkt: auf den Bänken und auf der Tribüne hört man immer so vieles, teilweise kommen auch irgendwelche Sprüche (heute war mein "Favorit" z.B. "Schiri, ich möchte deine Schuhsohle nicht sehen", nachdem ich eine 50/50 Fuß Entscheidung angezeigt habe). Teilweise merke ich dann auch richtig im Spiel, dass ich gefühlt nichts mehr abpfeife, weil ich mich schlicht nicht traue. So eben auch bei den 2 Minuten oder gelben Karten.

    Du hast deine Schiedrichterausbildung gemacht und den Regeltest bestanden. Damit hast du schon mehr Regelwissen vom Handballsport als (fast) jeder der Zuschauer.

    Versuch, das Publikum auszublenden. Lernt man auf Dauer. Vertrau auf deine Kompetenz und denk dran: Du pfeift nicht, um die Zuschauer oder Bänke zufrieden zu stellen, sondern, weil die Mannschaften auf deine Kompetenz und Wissen angewiesen sind.

    Ruhig Selbstbewusstsein zeigen. Favoriten der Zuschauer/Trainersprüche musst du beim besten Willen nicht sammeln. Das lenkt dich vielmehr von deiner Aufgabe ab. Vergiss sie einfach.

  • Zitat

    Das ist überhaupt der nächste Punkt: auf den Bänken und auf der Tribüne hört man immer so vieles, teilweise kommen auch irgendwelche Sprüche (heute war mein "Favorit" z.B. "Schiri, ich möchte deine Schuhsohle nicht sehen", nachdem ich eine 50/50 Fuß Entscheidung angezeigt habe). Teilweise merke ich dann auch richtig im Spiel, dass ich gefühlt nichts mehr abpfeife, weil ich mich schlicht nicht traue. So eben auch bei den 2 Minuten oder gelben Karten. Letzte Woche ging das noch relativ "locker" von der Hand, heute wollte ich die gar nicht mehr zeigen. Was kann ich dagegen tun, ich will das ja selber nicht einmal.

    Nur soviel von mir. Wenn man Jungschiedsrichter begleitet ist es eminent wichtig eben nicht, die auf den ersten Blick einfachen E-Jugend und D-Jugendspiele zu vergeben.

    Meine Erklärung. Man kann noch soviel Zettel am Eingang aufhängen zum "SR Schutz", bei der Elterngemengenlage kriegst du dort die meisten Sprüche. Warum?

    Wir haben viele rein "deutsche" Eltern, mit hohem Alter als Erstgebährende. Ich wohne in einer Metropole. Für viele Frauen scheint mir deren Kind ein "Projekt". Die diskutieren mit dem Trainer über Spielzeiten, verstehen die Regeln nicht, feuern den Bubi lauthals an.

    Dann hast du die Fraktion der Handballerfamilien, wo der Papa Oberliga gespielt hat.

    Trainer die eigentlich ungeeignet sind.

    Meine krasseste Szene: Miniturnier. "Gegenstoß". auf einmal brüllt ein Trainer wie wahnsinnig was aufs Feld. Ich halte die Zeit an und frage "was ist gerade das Problem". Peinliches Schweigen. Meine Entscheidung "7 m da Unterbrechung einer klaren Torgelegenheit".

    So reagiert man aber auch nur mit der entsprechenden Erfahrung.

    Ich lasse Jung.SR bei uns Miniturniere und e-jugend nur pfeifen, wenn das absolute Anfängerspiele sind und ich die Vereine kenne. Ein E-Jugendspiel der oberen Leistungsklasse ist zu anspruchsvoll.

  • Meine krasseste Szene: Miniturnier. "Gegenstoß". auf einmal brüllt ein Trainer wie wahnsinnig was aufs Feld. Ich halte die Zeit an und frage "was ist gerade das Problem". Peinliches Schweigen. Meine Entscheidung "7 m da Unterbrechung einer klaren Torgelegenheit".

    So reagiert man aber auch nur mit der entsprechenden Erfahrung.

    Stimmt, auch mit entsprechender Erfahrung unterlaufen den Schiedsrichtern Fehler. Ich möchte das jetzt ungern regeltechnisch aufdröseln...


    Dem Neu-Schiedsrichter sei gesagt: In so einer Situation wie von alter Sack beschrieben hält man die Zeit nicht an und fragt den Trainer was los ist. Das kann man nach Ende der Situation machen. Dann minimiert sich auch die Fehlerquote. Ansonsten hat Mangahn alles gesagt.


    Und auch was alter Sack bezüglich E-Jugendspielen sagt ist m.E. korrekt. Halt dich als SR- Neuling von E- und am besten auch D-Jugend-Spielen fern. Du bist noch nicht sicher im Pfeifen, die Spieler kennen die Regeln nur rudimentär. Böse Kombi, v.a. im Zusammenhang mit anwesenden Eltern.

  • Nur zur Info: der 7m ist regeltechnisch falsch und wäre wenn spielentscheidend ein Einspruchsgrund. 7m kannst du nur geben, wenn eine klare Torchance durch einen unberechtigten Pfiff genommen wird. Du pfeiffst aber die Unterbrechung, dein Pfiff ist berechtigt. Auch wenn ein Spieler frei aufs Tor zuläuft, du aber eine Verletzungsunterbrechung pfeiffst, geht es mit Freiwurf weiter, nicht 7m.

  • Ist das so? Wenn ein offizieller aufs Spielfeld läuft und den Ball abwehrt pfeift man auch. Und zwar den 7m.

    Ich bin bei alter Sack. Zumindest im Wesentlichen. Es gibt Theorie und es gibt Praxis. Klar ist die Auslegung fragwürdig, aber hier wurde im Rahmen der Auslegung ein Zeichen gesetzt. In einem MINItunier. Kann man machen.

  • Meine krasseste Szene: Miniturnier. "Gegenstoß". auf einmal brüllt ein Trainer wie wahnsinnig was aufs Feld. Ich halte die Zeit an und frage "was ist gerade das Problem". Peinliches Schweigen. Meine Entscheidung "7 m da Unterbrechung einer klaren Torgelegenheit".

    Nur zur Info: der 7m ist regeltechnisch falsch und wäre wenn spielentscheidend ein Einspruchsgrund. 7m kannst du nur geben, wenn eine klare Torchance durch einen unberechtigten Pfiff genommen wird. Du pfeiffst aber die Unterbrechung, dein Pfiff ist berechtigt. Auch wenn ein Spieler frei aufs Tor zuläuft, du aber eine Verletzungsunterbrechung pfeiffst, geht es mit Freiwurf weiter, nicht 7m.

    Ich halte einen 7m hier für richtig. Wenn der Trainer den Schiedsrichter zu einer sofortigen Spielunterbrechung veranlasst ohne hierfür einen guten Grund zu haben, stellt das nach meiner Auffassung beim laufenden Tempogegenstoß ein regelwidriges Vereiteln einer klaren Torgelegenheit im Sinne der Regel 14:1a dar. Die Regel soll ja sogar bei höherer Gewalt (Beispiel in den Regeln: Stromausfall) gelten; da muss sie auch Anwendung finden, wenn der gegnerische Trainer den Schiedsrichter aktiv »täuscht«.

  • Meine krasseste Szene: Miniturnier. "Gegenstoß". auf einmal brüllt ein Trainer wie wahnsinnig was aufs Feld. Ich halte die Zeit an und frage "was ist gerade das Problem". Peinliches Schweigen. Meine Entscheidung "7 m da Unterbrechung einer klaren Torgelegenheit".

    So reagiert man aber auch nur mit der entsprechenden Erfahrung.

    Das ist keine Erfahrung; das ist ein Regelverstoß.

  • Ist das so? Wenn ein offizieller aufs Spielfeld läuft und den Ball abwehrt pfeift man auch. Und zwar den 7m.


    In der von alter Sack geschilderten Situation vereitelt aber kein Offizieller eine Torgelegenheit. Und einen unberechtigten Pfiff kann es vom SR nicht geben. Daher ist 7m als Spielfortsetzung absolut falsch! Aber wie gesagt: Auch erfahrene SR machen Fehler...

  • Herrlich. Ich möchte den Verein sehen, der nach einer solchen erzieherischen Maßnahme in einem E- oder Miniturnier vors Sportgericht zieht (und dort zugibt dass sich der Trainer absolut daneben benommen hat).

  • Regelverstöße sollte man nicht machen - auch nicht als erzieherische Maßnahme.

    Denn man bringt jungen Schiris dadurch Mist bei.

    Denn was im „Ernstfall“ dann hängen bleibt, ist ja nicht der Trainer, der sich unmöglich benommen hat. Sondern der Schiri, der die Regeln nicht kennt!

    Einmal editiert, zuletzt von Rheiner (24. August 2026 um 13:08)

  • Regelverstöße sollte man nicht machen - auch nicht als erzieherische Maßnahme.

    Denn man bringt jungen Schiris dadurch Mist bei.

    Denn was im „Ernstfall“ dann hängen bleibt, ist ja nicht der Trainer, der sich unmöglich benommen hat. Sondern der Schiri, der die Regeln nicht kennt!

    Ja, das ist ja schon richtig. Nur hat Alter Sack diesen Verstoß auch sicherlich in Unkenntnis gemacht, was aus meiner Sicht auf dem gegebenen Niveau mehr als verzeihlich ist.

    Was ich sagen will: bei einem Verstoß, der wie hier a) in Unkenntnis b) auf diesem Niveau c) so diffizil zu beurteilen ist, dass es mit 99%iger Sicherheit niemand in der Halle besser gewusst hätte, überwiegd m.E. in der konkret beschriebenen Situation der Mehrwert durch den pädagogisch sinnvollen Eingriff.

  • Ja, das ist ja schon richtig. Nur hat Alter Sack diesen Verstoß auch sicherlich in Unkenntnis gemacht, was aus meiner Sicht auf dem gegebenen Niveau mehr als verzeihlich ist.

    Was ich sagen will: bei einem Verstoß, der wie hier a) in Unkenntnis b) auf diesem Niveau c) so diffizil zu beurteilen ist, dass es mit 99%iger Sicherheit niemand in der Halle besser gewusst hätte, überwiegd m.E. in der konkret beschriebenen Situation der Mehrwert durch den pädagogisch sinnvollen Eingriff.

    Generell war das bei dem Spiel wahrscheinlich überhaupt kein Problem, im und nach dem Spiel. Aber der springende Punkt ist, auf Deinen Post bezogen, das Wort "Unkenntnis" und auf das Spiel an sich, dass es halt gemacht worden ist und im Nachgang vollkommen verharmlosend mit - Meine Entscheidung "7 m da Unterbrechung einer klaren Torgelegenheit". - erklärt worden ist!

    Ich vermute mal, dass, alleine auf Grund dieser selbst beschriebenen Argumentation, es in einem BOL-Männerspiel auch passiert wäre, da es für den Verfasser ja eine korrekte Anwendung ist. Und genau hier tritt das Problem zu Tage, dass es in diesem Bezirk seit Jahren keine Regeltests mehr gibt, da man sich davor fürchtet, dass zahlreiche Schiedsrichter aufhören.

    Als Schiedsrichter habe ich die Verantwortung, die Spiele den Regeln entsprechend durchzuführen. Ja, Fehler können passieren, aber sich dann damit brüsten und des Fehlers offensichtlich gar nicht bewusst zu sein, sorry, aber das geht nicht!

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!

    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)

    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)

  • Ja, Fehler können passieren, aber sich dann damit brüsten und des Fehlers offensichtlich gar nicht bewusst zu sein, sorry, aber das geht nicht!

    Solange man sich nicht bewusst ist, dass man einen Fehler gemacht hat, ist es doch auch nicht verwerflich, damit zu argumentieren?

    Für mich ist der Fall vor allem mal wieder eine Bestätigung dafür, dass die Regeln zu komplex sind. Wohl gemerkt, die Regeln sind ja nicht dafür geschaffen, dass sie von einer (halb)professionellen Schiri-Elite in Liga 1+2 und ein paar Nerds im Forum beherrscht werden können, sondern sie sollten von möglichst allen Schiris, die sich halbwegs für ihr Hobby engagieren, ohne Aktenstudium umgesetzt werden können. Wir müssen auch sehen, dass aus Ermangelung von Nachwuchs (warum wohl?) nicht wenige Schiris Ü70 sind und den Anstoßkreis während des ganzen Spiels nicht verlassen. Da passieren ganz andere Fehler. Ich habe größten Respekt für alle, die sich noch auf den Job mit Pfeife einlassen und ebenso viel Verständnis für solche Spezialfehler, wie hier diskutiert.

  • Ist schon spannend, was und wie hier diskutiert wird.

    Formal gesehen: 14.1. sagt: Auf 7-m-Wurf wird entschieden bei:
    a. regelwidrigem Vereiteln einer klaren Torgelegenheit auf der gesamten Spielfläche durch einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen der gegnerischen Mannschaft;

    Da es sich hier wohl um grob unsportliches Verhalten (=Ermessen des Schiris) des Trainers (=Mannschaftsoffizieller) handelt, ist es regelwidriges Vereiteln einer klaren Torgelegenheit mit entspechender Konsequenz.

    Um so mehr, als ein C- oder D-Jugendlicher sicher stark eingeschüchtert wird, wenn ein Erwachsener sich lautstark daneben benimmt.

    Pädagogisch gesehen: Man muss dem Trainer eine klare Ansage vor den Kindern / Jugendlichen machen, beispielgebend was sich in der Halle gehört und was nicht. Je nachdem was da gelaufen ist, wäre sogar Gelb / 2-Min / Rot für den Trainer eine geeignete Maßnahme.

    Aber ich war nicht dabei, ich kann nur mutmaßen.

    Einmal editiert, zuletzt von tiger (24. August 2026 um 14:54)

  • Solange man sich nicht bewusst ist, dass man einen Fehler gemacht hat, ist es doch auch nicht verwerflich, damit zu argumentieren?

    Für mich ist der Fall vor allem mal wieder eine Bestätigung dafür, dass die Regeln zu komplex sind. Wohl gemerkt, die Regeln sind ja nicht dafür geschaffen, dass sie von einer (halb)professionellen Schiri-Elite in Liga 1+2 und ein paar Nerds im Forum beherrscht werden können, sondern sie sollten von möglichst allen Schiris, die sich halbwegs für ihr Hobby engagieren, ohne Aktenstudium umgesetzt werden können. Wir müssen auch sehen, dass aus Ermangelung von Nachwuchs (warum wohl?) nicht wenige Schiris Ü70 sind und den Anstoßkreis während des ganzen Spiels nicht verlassen. Da passieren ganz andere Fehler. Ich habe größten Respekt für alle, die sich noch auf den Job mit Pfeife einlassen und ebenso viel Verständnis für solche Spezialfehler, wie hier diskutiert.

    Zu dem ersten Satz: Genau diese Frage kommt in dem Regeltest (der seit Jahren nicht mehr gemacht wird 🤷‍♂️) vor. Hier bin ich, wie schon gesagt, nicht dabei, denn das muss ich wissen, dass das keine Verhinderung der klaren Torchance ist!

    Zweiter Absatz d'accord, auch wenn ich Fehler wie Schritte, Prellfehler und STF vs Regelverstöße doch zu unterscheiden weiß 😉. Und der Nachwuchs hat, glaube ich, weniger Probleme mit der Komplexität der Regeln, als mit dem respektlosen Verhalten der Zuschauer ihnen gegenüber. Und in der schnelllebigen Zeit mit zahlreichen optionalen Beschäftigungsfeldern gegenüber dem Schiedsrichterwesen, springen die dann halt wieder ab.

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  • Der Trainer steht neben der Spielfläche 😉.

    Ansonsten bin ich auch da zwiegespalten, denn der Schiedsrichter ist für die korrekte Einhaltung der Regeln auf und neben dem Spielfeld verantwortlich. Wie der Trainer mit den Kindern umgeht verordne ich eher in den Bereich der jeweiligen Vereinsverantwortlichen. Natürlich darf er kein Kind beleidigen/physisch angehen, da wäre regeltechnisch was zu machen, aber es ist nirgendwo geregelt, in welcher Lautstärke sich ein Trainer artikulieren darf.

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!

    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)

    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)