Ab wann ist ein Verein für Euch ein "Traditionsverein" ?

  • Gibt es Kriterien, nach denen man beurteilen kann, ab wann ein Verein ein "Traditonsverein" ist ?

    z.B. Gründungsdatum? Anzahl der Pokale und Schalen im Schrank? Gründungsmitglied der Bundesliga? Anzahl der Fans? Frühe Erfolge aus der eigenen Kindheit? Kein "Kommerz"verein?
    Oder eine Mischung aus allem?

    Mich würde interessieren, ob ihr Kriterien dafür anlegt, wann ein Verein Tradition hat. Und welche Kriterien das in euren Augen sind... :)

    (wenn das Thema in der Rubrik 1.Bundesliga falsch ist, dann bitte verschieben)

  • Traditionsvereine müssen für mich schon lange existieren, früher Erfolge und besonders schon Fans vorzuweisen haben. Nur eine lange Existenz reicht nicht. Paris im Fußball existiert beispielsweise schon ewig und hat eine grandiose Geschichte, aber sie sind kaputt gekauft worden und somit kein Traditionsverein, weil sie ih Image verloren haben.

  • Gibt es Kriterien, nach denen man beurteilen kann, ab wann ein Verein ein "Traditonsverein" ist ?


    ... wenn er seit mindestens 49 Saisons ununterbrochen in der Bundesliga spielt. ;)

    Aber mal ganz im Ernst: Ganz starre Kriterien gibt es da für mich nicht. Die Ligazugehörigkeit ist für mich nicht ausschlaggebend. Sonst müsste ich ja einem Verein wie dem TV Emsdetten, den es schon "ewig und drei Tage" gibt, die Tradition absprechen, da er es nur auf ein Erstligajahr (2013/14) gebracht hat. Gleiches gilt für die Frage "Gründungsmitglied oder nicht?". Da würden dann auf einmal Kiel, Magdeburg und noch so mancher Verein durch das Raster fallen, nur weil man ein oder zwei mal eine schlechte Saison gespielt hat bzw. auf der anderen Seite der damaligen Grenze gegründet wurde.

    Ich persönlich finde es immer schön, wenn "mein" Verein gegen einen Club spielt, gegen den man auch schon vor Jahrzehnten gespielt und legendäre Schlachten bestritten hat. Da denkt man dann auch gerne an die Protagonisten auf beiden Seiten zurück. Deswegen bedeuten mir Teams wie Magdeburg oder Kiel (um nur zwei zu nennen) einfach mehr als Kunstprodukte wie der HSV Handball oder die Rhein-Neckar Löwen (bei denen ja auch eine Tradition dahinter steckt, die aber jahrzehntelang unterklassig unterwegs waren). Ich will solche Teams auch gar nicht verteufeln und habe auch nichts gegen ihre Spieler und Fans, aber ein Traditionsgefühl will sich da (zumindest bei mir) nicht einstellen.

  • Für mich muss ein Traditionsverein nicht lange zur ersten Liga gehört haben. Wenn er schon seit Jahrzehnten in den unteren Klassen spielt und existiert, hat er schließlich auch eine Geschichte.

    Im Handball finde ich es immer kompliziert, weil die wachsende Professionalisierung dazu geführt hat, das sich zwischenzeitlich immer wieder Vereine aufgelöst und neu gegründet oder Mannschaften zu Spielgemeinschaften zusammengeschlossen haben. Nur weil ein Verein seit 2004 dann einen anderen Namen hat, wird die Tradition die vielleicht schon seit vielen Jahrzehnten vorhanden ist, ja nicht negiert.

  • Aus Wikipedia:

    Tradition (von lateinisch tradere „hinüber-geben“ oder traditio „Übergabe, Auslieferung, Überlieferung“) bezeichnet die Weitergabe (das Tradere) von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen u. a. oder das Weitergegebene selbst (das Traditum, beispielsweise Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder Sitten). Tradition geschieht innerhalb einer Gruppe oder zwischen Generationen und kann mündlich oder schriftlich über Erziehung, Vorbild oder spielerisches Nachahmen erfolgen.


    Für mich bedeutet das, dass es einen Verein seit mindestens 2 Generationen geben sollte, also 2 Generationen den Verein als Spieler und/oder Fan durchlaufen haben. Und je mehr Weitergegebenes ein Verein hat, umso traditionsreicher ist er. Ganz einfach also.
    Wenn also die nächste Generation Rudolph Mäzen des HSV ist, dann hat das Tradition ;)
    Und Kiel hat am meisten Tradition, da werden 10000 Stammblätter an die nächste Generation weitergegeben, was dauern kann :D

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    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Traditionsvereine müssen für mich schon lange existieren.


    Womit die SG Flensburg Handewitt von 1990 schon wieder außen vor wäre. ;) Man kann sich seine Definitionen stricken, wie man will. Jede lässt sich irgendwie aushebeln.


  • Womit die SG Flensburg Handewitt von 1990 schon wieder außen vor wäre. ;) Man kann sich seine Definitionen stricken, wie man will. Jede lässt sich irgendwie aushebeln.

    "Lange" ist ja nun sowas von subjektiv. Besonders für die unter 30 jährigen dürfte 1990 schon fast eine Ewigkeit her sein......

    Lieber Fördefuchs: stopfe das Sommerloch doch lieber im Sommer und nutze den Tag um dich auf den Pipi-Cup vorzubereiten..... ;);)

  • Zitat

    Lieber Fördefuchs: stopfe das Sommerloch doch lieber im Sommer

    Ist doch schon Sommer hier im Norden... wärmer wird das hier doch nicht ;)

    Zitat

    und nutze den Tag um dich auf den Pipi-Cup vorzubereiten..... ;) ;)

    Na na na... mal nicht übermütig werden, nur weil ihr ein Jahr lang unseren Pokal putzen dürft ;)


    Aber der Thread gibt doch immerhin mal die Gelegenheit, genau festzuklopfen, was Tradtion für einen bedeutet. Wenn alle Vereine Traditionsvereine sind, wäre es zumindest nichts besonderes mehr... :)


  • Wieso? Der wurde doch letztes Wochenende schon ausgespielt. ;):hi:

    Nur weil ihr nicht mehr mitspielt hat er ja nicht gleich an Bedeutung verloren.

    Ach ja, Hallenhandball seit 1904..... ;)

  • Buili 34 (36) Spiele
    CL 16 Spiele (noch)
    Pokal 6 Spiele. Ist nunmal am pippigsten, egal wer ihn gewinnt. :hi:

    Wir hatten ja andernorts schon mal erörtert, dass der Knackpunkt irgendwo in den 90ern sein muss. Schließlich ist die SG von 1990 ein Traditionsverein, der HSVH von 1999 aber nicht. ;)

  • Wir hatten ja andernorts schon mal erörtert, dass der Knackpunkt irgendwo in den 90ern sein muss. Schließlich ist die SG von 1990 ein Traditionsverein, der HSVH von 1999 aber nicht. ;)

    Das solltes du als Korinthenkacker aber besser hinkriegen....... ;)

    Können "Vereine", die "transplantiert" wurden Traditionsvereine sein? Un d wenn ja, wie lange dauert das?

  • Meiner Meinung nach gibt es zwar das Wort Traditionsverein, allerdings keine Traditionsvereine.

    Können Konstrukte wie SG, HSG, HSC, ... (oder die Rhein-Neckar-Löwen) überhaupt ein Traditionsverein sein? Schließlich sind sie nur Spielgemeinschaften und bestehen selbst aus Vereinen! Warum soll Tradition etwas mit Erfolgen einer Mannschaft des Vereins zu tun haben? Eine Mannschaft, die seit 25 Jahren in der 1. Liga spielt, ist ein Traditionsverein, ein anderer spielt seit 40 Jahren mit 15 Mannschaften allerdings nie höher als Oberliga und ist dewegen kein Traditionsverein? Alles Käse, weil jeder sich die Sache so zurecht legt, wie es ihm passt (sieht man ja auch an den Beiträgen hier im Thread)

    Dieses Wort wird (gefühlt) häufig in 3 Situationen missbraucht:
    1. Wenn neue Konkurrenten auftauchen, die die eigene Position gefährden. Um dann seine Daseinsberechtigung zu behalten, kramt man den Traditionsverein hervor
    2. Wenn Fans die Treue zu ihrem Verein begründen wollen, man allerdings aufgrund der aktuellen Situation nicht besonders Stolz auf den Verein (bzw. des Top-Teams des Vereins) sein kann - z.B. TSV 1860 München. Da nennt man sich schnell mal Traitionsverein oder Kultverein und schon hat man wieder was, auf das man Stolz sein kann.
    3. Futterneid - wer viel Geld hat, ist kein Traditionsverein. Was das für ein Blödsinn ist, kann man sich für Bayer04 Leverkusen und VFL Wolfsburg mal auf Wikipedia anschauen.

    Ich würde es begrüßen, wenn man das Wort "Traditionsverein" zum Unwort der Sportjahre 2000-2070 küren würde. Danach interessiert es mich vermutlich nicht mehr.

    Es darf aber jeder gern seine eigene Meinung haben..

    Irgendwann ist auch mal Schluss!!!

  • Das solltes du als Korinthenkacker aber besser hinkriegen....... ;)

    Können "Vereine", die "transplantiert" wurden Traditionsvereine sein? Un d wenn ja, wie lange dauert das?

    Was hat der Borah da denn nicht zu deiner Zufriedenheit "hingekriegt"?


    Ich finde diese Fragestellung hier interessant.
    Interessant nicht, um eine allgemeingültige Difinition des Begriffs "Traditionsverein" zu erzielen.
    Sondern interessant zu sehen, welches Verstädnis die verschiedenen User hier haben. Das erklärt dann die ein oder andere Meinungsverschiedenheit in diversen Diskussionen ;)

    Easy, easy baby, es kommt meine Zeit!

  • Es war abzusehen, dass auch dieser Thread spätestens beim 20. Beitrag bei den Hopf-Kasi-RNL oder beim Rudolph-HSVH landen würde. Von jetzt ab dreht sich's im Kreis, neue Erkenntnisse sind nicht mehr zu erwarten. Ob Godwin sich schon mal damit beschäftigte?

    :schrei:H-B-W-----H-B-W-----H-B-W

  • Ich denke "Tradition" ist in erster Linie der subjektiven Erfahrung geschuldet. Die Bundesligavereine mit denen ich als Junge groß geworden sind und die für mich damit "schon immer" zur Bundesliga gehört haben, verbinde ich mit dem Prädikat Traditionsverein. Damit blende ich natürlich den Großteil der deutschen Handball-Geschichte aus und obwohl ich aus Büchern von den Meisterschaften, Europapokalsiege und große Mannschaften der 60er und 70er Jahre weiß, haben sie für mich einfach nicht denselben emotionalen Stellenwert wie Handball-Ereignisse die ich selber miterlebt habe.

    Aus der Perperktive eines 13 jährigen C-Jugendspielers können Vereine wie der HSV Hamburg oder die Rhein-Neckar-Löwen "Traditionsvereine" sein, während er den TV Großwallstadt wohlmöglich gar nicht kennt.

  • HSV Hamburg wurde es erst 2002.

    das hat allerdings mit meiner Zufriedenheit nichts zu tun..... ;)

    Der Verein ist allerdings seit 1999 im Vereinsregister eingetragen.
    Eine Umbenennung ändert da am juristischen Gründubgsdatum nichts ;)

    Easy, easy baby, es kommt meine Zeit!