THW Kiel Teamthread

  • Zitat

    Ich spreche von "phasenweise". Selbstverständlich hat Elias seine Mitspieler, insbesondere auch am Kreis und die Außen, in Szene gesetzt. Schau dir das Spiel des THW in Eisenach nochmal an, dann siehst du, wie Reinkind und Johansson seinem Treiben frustriert zuschauen.

    Die bewusste Aufführung impliziert aber ja, dass dies ein grundlegendes Problem ist. Was es jedoch nicht ist. In der Regel wurden die Nebenleute gut mit Bällen gefüttert. Und das Gegenspieler manchmal voneinander genervt sind, ist doch auch vollkommen normal. Die beiden sollten sich, falls diese wirklich über die maßen genervt gewesen sein sollten, sowieso eher an die eigene Nase fassen. Und ob diese wirklich wegen Elias frustriert waren, ist ja auch nur Spekulation. Vielleicht wurde dadurch auch einfach nur die Unzufriedenheit über das eigene Spiel zum Ausdruck gebracht. We dont know.

    Ich spreche auch keinem Spieler eine Schuld zu, und schon garnicht Elias. Die Unterschiede speziell zum SCM und den Füchsen sind gravierend und werden sich auch nicht kurzfristig aufholen lassen. Dazu fehlt es dann teilweise auch an den geeigneten Mitspielern.

    Da kann ich mitgehen!

    Einmal editiert, zuletzt von leonfl (28. Mai 2026 um 17:16)

  • Die bewusste Aufführung impliziert aber ja, dass dies ein grundlegendes Problem ist. Was es jedoch nicht ist. In der Regel wurden die Nebenleute gut mit Bällen gefüttert. Und das Gegenspieler manchmal voneinander genervt sind, ist doch auch vollkommen normal. Die beiden sollten sich, falls diese wirklich über die maßen genervt gewesen sein sollten, sowieso eher an die eigene Nase fassen. Und ob diese wirklich wegen Elias frustriert waren, ist ja auch nur Spekulation. Vielleicht wurde dadurch auch einfach nur die Unzufriedenheit über das eigene Spiele zum Ausdruck gebracht. We dont know.

    Da kann ich mitgehen!

    Wenn du diese Art des Zusammenspiels speziell der Rückraumspieler als "normal" erachtest, dann sind wir halt gänzlich unterschiedlicher Meinung. Dann wirst du aber vermutlich auch nicht den großen Unterschied des Zusammenspiels bei anderen Topmannschaften sehen, speziell beim SCM und den Füchsen. Dieser macht aber auch den zahlenmäßigen Unterschied in der Tabelle aus. Wenn man also beim Zusammenspiel nicht deutlich aufholt, dann wird es auch zukünftig für die CL-Plätze in der Tabelle auch nicht reichen.

  • Wenn du diese Art des Zusammenspiels speziell der Rückraumspieler als "normal" erachtest, dann sind wir halt gänzlich unterschiedlicher Meinung. Dann wirst du aber vermutlich auch nicht den großen Unterschied des Zusammenspiels bei anderen Topmannschaften sehen, speziell beim SCM und den Füchsen. Dieser macht aber auch den zahlenmäßigen Unterschied in der Tabelle aus. Wenn man also beim Zusammenspiel nicht deutlich aufholt, dann wird es auch zukünftig für die CL-Plätze in der Tabelle auch nicht reichen.

    Ich hab doch gar nicht gesagt, dass ich irgendwas als "normal" erachte. Hä? Ich habe lediglich geäußert, dass Skippy seine Mitspieler sehr wohl einsetzt und es sinnbefreit ist, ihn als einen der Hauptverantwortlichen für die sportliche Situation zu identifizieren, der meistens sein eigenes Ding durchzieht und seine Mitspieler deshalb phasenweise in der Luft hängen. Denn genau so hast du es dargestellt. Später hast du die Aussage ja dann noch ein bisschen eingeordnet.

    Dass sich das Zusammenspiel bessern muss, liegt ja auf der Hand und ist jedem bewusst. Mehr Binse geht nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von leonfl (28. Mai 2026 um 18:22)

  • Ich bleibe bei dieser Diskussion etwas ratlos zurück!


    Gelten lassen würde ich bedingt das Elias anfällig ist, aber gilt das nicht auch für einen Gisli beim SCM? Ich bin weder Arzt noch Physio, aber ich habe noch ein Interview von Müller Wohlfahrt vor gefühlt 20 Jahren im Kopf, der damals predigte, dass es keine Veranlagung für Verletzungen gäbe!


    Elias schien mir der Aufbruch in eine bessere Zukunft, weil selbst Jicha den Eindruck erweckte langsam erste Schritte zurück in die Zukunft des modernen Handballs zu machen. Ich fürchte aus Vereinsebene wird man ohne die Option Tempospiel auf Dauer chancenlos sein! Das gilt auch für ein eindimensionales Spiel im Rückraum. Makuc und Rasmus können das bedingt aber eben anders als Gidsel, Elias, Gisli oder, oder, oder… am Ende läuft es dann genau darauf hinaus das man jede Menge Rückraumspieler hat, die an guten Tage 60% treffen und an schlechten 50% oder weniger. Von fehlenden 7 Metern ganz zu schweigen! Damit gewinnt man mal gegen Topteams, aber keine Titel.

    Für mich wäre es eine ziemliche Bankrotterklärung, wenn man kein System mit Elias aufbauen könnte! Mag aber sein, dass er längst signalisiert hat, dass er seine Zukunft nicht in Kiel unter Jicha sieht. Könnte ich sogar verstehen!!


    Geld wird man aber ganz sicher nicht (viel) für ihn sehen. Das ist ja kein Managerspiel. Wann zahlen denn größere Vereine noch Ablösesumme? Das kommt doch immer seltener vor! Und Gummersbach wird dann sicher gerne bis 2027 warten bevor x 100k ausgibt!


    Hinzukommt noch ein weiterer Faktor: Rasmus ist ein riesengroßes Talent. Und genau ab da gibt es keine Garantien mehr. Ich bin relativ sicher, dass er sich in der Bundesliga etablieren wird, aber wie weit die Reise für ihn geht ist eben nicht garantiert. Talente gibt es immer wieder, aber der Schritt in die Weltklasse ist schlicht nicht planbar. Lasst mal die erste Formfelle kommen, der erste Kreuzbandriss,

  • Ich hab doch gar nicht gesagt, dass ich irgendwas als "normal" erachte. Hä? Ich habe lediglich geäußert, dass Skippy seine Mitspieler sehr wohl einsetzt und es sinnbefreit ist, ihn als einen der Hauptverantwortlichen zu identifizieren, der meistens sein eigenes Ding durchzieht und seine Mitspieler deshalb phasenweise in der Luft hängen. Denn genau so hast du es dargestellt. Später hast du die Aussage ja dann noch ein bisschen eingeordnet.

    Dass sich das Zusammenspiel bessern muss, liegt ja auf der Hand und ist jedem bewusst. Mehr Binse geht nicht.

    Es geht um schneller spielen und trotzdem um ein Zusammenspiel. Beides zusammen gelingt selten, wenn dann nur in der Kleingruppe. Es geht dabei auch um gegenseitige Hilfestellung. Elias hat sich nach anfänglichen Erfolgen im Tempogegenstoss zuletzt zunehmend festgerannt bzw. wurde festgemacht. Da fehlte es an der konkreten Hilfestellung durch seine Mitspieler, sich als Anspieler anzubieten.

  • Es geht um schneller spielen und trotzdem um ein Zusammenspiel. Beides zusammen gelingt selten, wenn dann nur in der Kleingruppe. Es geht dabei auch um gegenseitige Hilfestellung. Elias hat sich nach anfänglichen Erfolgen im Tempogegenstoss zuletzt zunehmend festgerannt bzw. wurde festgemacht. Da fehlte es an der konkreten Hilfestellung durch seine Mitspieler, sich als Anspieler anzubieten.

    Im Tempogegenstoss festgerannt?:lol:

    Bitte ernst denken und dann schreiben.

  • Es geht um schneller spielen und trotzdem um ein Zusammenspiel. Beides zusammen gelingt selten, wenn dann nur in der Kleingruppe. Es geht dabei auch um gegenseitige Hilfestellung. Elias hat sich nach anfänglichen Erfolgen im Tempogegenstoss zuletzt zunehmend festgerannt bzw. wurde festgemacht. Da fehlte es an der konkreten Hilfestellung durch seine Mitspieler, sich als Anspieler anzubieten.

    Aber das fiel zuletzt aber bspw. auch schon bei Rasmus immer mehr auf.


    Prinzipiell weiß ich schon worauf deine Anmerkungen bezüglich Elias anspielen. Vielleicht mag es ihm manchmal schlicht noch an der richtigen Entscheidungsfindung fehlen? Allerdings können sich da nahezu alle Rückraumspieler einreihen, wenn man deren Quoten anschaut (Stichwort: Wurfauswahl)!


    Davon mal abgesehen hat der THW auch nich so wirklich spielerisch ohne Elias geglänzt. Es ist ja jetzt auch wahrlich nicht so, dass es ohne ihn ständig ein Feuerwerk an Spielzügen gab. Und wenn man mal den Vergleich zu den Füchsen zieht, dann trifft eben Gidsel einfach noch bessere Entscheidungen.


    Ich fand es eher im ersten Teil der Hinrunde auffällig was für ein Feuerwerk er abgebrannt hat, dann erschien es mir so, dass Elias etwas „ausgeguckt“ wurde und für meinen Geschmack fehlte es dann massiv an Coaching, um Alternativen zu entwickeln! Gleiches gilt übrigens am Ende der Saison für Rasmus!!

  • ...Ich fand es eher im ersten Teil der Hinrunde auffällig was für ein Feuerwerk er abgebrannt hat, dann erschien es mir so, dass Elias etwas „ausgeguckt“ wurde und für meinen Geschmack fehlte es dann massiv an Coaching, um Alternativen zu entwickeln! Gleiches gilt übrigens am Ende der Saison für Rasmus!!

    Das würde ich mindestens zu einem großen Teil auch den eher schwächeren Gegnern zuschreiben. Diesen haben wir ja auch die Vertragsverlängerung zu verdanken...

  • Das würde ich mindestens zu einem großen Teil auch den eher schwächeren Gegnern zuschreiben. Diesen haben wir ja auch die Vertragsverlängerung zu verdanken...

    Du meinst die Füchse im Supercup? 8/10

    HSV 11/15
    Hannover 14/18

    Aber Du hast Recht. Da waren auch einige Teams aus dem unteren Drittel dabei. Team gegen die man jetzt mit schöner Regelmäßigkeit Punkte liegen lässt!

    Am Ende wird man sehen wohin die Reise geht. In den letzten Jahren lag der THW bei seinen Transfers aber auch viel zu oft daneben!

    PS: zum Thema Anfälligkeit - müsste man denn dann nicht ebenso über Madsen nachdenken??

  • Du meinst die Füchse im Supercup? 8/10

    HSV 11/15
    Hannover 14/18

    Aber Du hast Recht. Da waren auch einige Teams aus dem unteren Drittel dabei. Team gegen die man jetzt mit schöner Regelmäßigkeit Punkte liegen lässt!

    Am Ende wird man sehen wohin die Reise geht. In den letzten Jahren lag der THW bei seinen Transfers aber auch viel zu oft daneben!

    PS: zum Thema Anfälligkeit - müsste man denn dann nicht ebenso über Madsen nachdenken??

    Ja, müsste man. Was wir nicht wissen, wieviel der Spieler selbst investiert um fit zu bleiben. Könnte einen anderen Ausschlag geben, muss aber auch nicht der Fall sein. Deshalb find ich es von außen, schwer zu sagen, ob ein Spieler a) wirklich verletzungsanfällig ist und b) ob es ein Grund wäre sich gegen eine Verlängerung zu entscheiden.

    🦓🦓🦓🦓🦓🦓 auf dem Feld reichen 🦓 muss ins Tor

  • Es geht um schneller spielen und trotzdem um ein Zusammenspiel. Beides zusammen gelingt selten, wenn dann nur in der Kleingruppe. Es geht dabei auch um gegenseitige Hilfestellung. Elias hat sich nach anfänglichen Erfolgen im Tempogegenstoss zuletzt zunehmend festgerannt bzw. wurde festgemacht. Da fehlte es an der konkreten Hilfestellung durch seine Mitspieler, sich als Anspieler anzubieten.

    Das eine schließt das andere doch nicht aus. Ist dann natürlich auch die Frage, wie man Zusammenspiel und schnelles Spiel definiert. Für einen schnellen und gleichzeitig erfolgreichen Ansatz ist ein funktionierendes Zusammenspiel für mich erstmal unabdingbar.

    Und natürlich hat Elias auch noch Schwächen in seinem Spiel. Manchmal versucht er es beispielsweise noch zu sehr mit dem Kopf durch die Wand. Aber das ist jetzt kein grundsätzliches Problem bzw. der positive Impact seinerseits auf die Mannschaftsleistung überwiegt. Zudem ist er noch jung und ich traue ihm zu, an seinem Spiel zu arbeiten. Die Anlagen und das Potential sind vorhanden. Und ja, die fehlende Hilfestellung wird sicherlich ein Faktor gewesen sein.

    2 Mal editiert, zuletzt von leonfl (29. Mai 2026 um 09:20)

  • Da Ankermann mittlerweile schon auf das gleiche Problem gestoßen ist wie Skipagøtu (aber nicht in der A-Jugend!) wage ich mal zu behaupten, dass das Problem nicht hauptsächlich die beiden sind.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Da Ankermann mittlerweile schon auf das gleiche Problem gestoßen ist wie Skipagøtu (aber nicht in der A-Jugend!) wage ich mal zu behaupten, dass das Problem nicht hauptsächlich die beiden sind.

    Kann ich natürlich empirisch nicht belegen, aber mein Eindruck war schon, dass er zuletzt mehr Versuche brauchte (nicht Wurfversuche) und er besser, schneller (früher) angenommen wurde.


    Das ist aber auch gar kein Vorwurf, sondern logisch. Gidsel und Gisli sind da dann eben einfach Ausnahmekönner. Je facettenreicher das Angriffsspiel wäre desto besser für die Rückraumspieler. Es war schon eine Wohltat als Eric zurückkam, obwohl er bisher keine überragende Saison gespielt hat!

  • Wenn man sich die erfolgreicheren Mannschaften der jüngsten Vergangenheit ansieht, dann spielen die oft gar nicht so facettenreich. Gab jetzt beim SCM nach dem Pokal bzw. der schwächeren Phase drumherum auch die Diskussion, dass es nur Plan A gibt. Bei Berlin ist es ähnlich. Beim CL-Finale z.B. konnte man schon so nach 10 Minuten sehen, dass die Berliner Spieler sehr unruhig wurden, weil ihnen der Plan A mit dem direkten Tempo aus der Mitte weggenommen wurde. Da hat man eine gewisse Ratlosigkeit gespürt. Trotz oft fehlenden Plan B, ist die konsequente Ausrichtung auf Plan A aber erfolgreicher gewesen als beim THW, wo man das für mich eher eine Mischung aus vielen Ideen ist.

    In Magdeburg gibt es nicht umsonst eine Zeit vor Saugstrup, wo Wiegert auch schon fast fünf Jahre im Amt war und eine Zeit mit ihm. Ohne die Arbeit am Kreis war das Durchbruchspiel "damals" noch nicht so effektiv, wie es dann mit entsprechender Kreisläufer-Arbeit ist. Dabei sind weder Saugstrup, noch Bergendahl, offensiv vom Wurf her ein großer Faktor. Man kann oder wird sicher versuchen bestimmte Erweiterungen zu machen und vlt. ist das auch ein Gedanke zu Briet beim SCM.

    Ich fand z.B. immer sehr aufschlussreich wie der isländische Rückraum in der Nationalmannschaft aussieht im Gegensatz zum SCM. Da hat man schon gesehen, wie essentiell der Kreis für eine hohe Effektivität der Spielweise ist.

    Bezogen auf den THW sehe ich aktuell nicht die Chance auf Wurfquoten von über 70% zu kommen, wie sie aktuell offensive Spitzenteams haben. Auch mit dem neuen Kader. Der Bestwert in jüngster Vergangenheit waren die 66,5% aus der Saison 20/21. Zu der Zeit war der Ligabestwert vom SCM aber auch nur 67,9%.

    Auch als zu Saisonbeginn Skipagøtu noch sehr viel präsent war, hatte er weder er persönlich noch Kiel als Mannschaft über Strecke eine solche Effektivität. In beiden Fällen waren es selten über 65%. Dafür braucht es aus meiner Sicht eine klare Kaderausrichtung auf eine Spielidee, welche auch immer das sein soll. Wenn man auf Durchbrüche setzen will, dann muss man konsequent Kreisläufer dafür holen, die auch nicht unbedingt herausragende Offensivspieler sein müssen.

    Dazu kommt eine hohes Maß an taktischer Disziplin. Mir brechen bei Kiel zu oft Spieler in unüberlegte Einzelaktionen aus, die oft auch gar nicht nötig gewesen wären. Ich muss sagen, ich liebe diese Trainer, die mit einem Tor unzufrieden sind, wenn es nicht so erzielt wurde, wie es der Plan vorsieht, weil sie wissen, dass es jetzt mal gut gegangen ist, aber eigentlich die Wurfposition nicht so war, dass das öfters gut gehen wird. Um da gleich gegenzusteuern wird selbst nach einem Tor nochmal erklärt, warum, wieso, weshalb nicht die Aktion war, die man eigentlich will.

    Auch Ankermann nimmt gerne den Platz gegen die Hand, wo er sich mit seiner Dynamik gut durchsetzen kann, aber kommt so in nicht so aussichtsreiche Wurfsituationen. Das sind dann die gefährlichen Tendenzen. Ja, er setzt sich natürlich gut durch, aber will man das als Team, dass man sich an der Stelle da so durchsetzen kann? Ist das wirklich die Wurfsituation, auf die man spielen will? Kann man so die Effektivität wirklich nach oben bringen? Nicht immer ist, das was (einfach) möglich ist, dass was man anstreben sollte.

    Einmal editiert, zuletzt von brodie79 (29. Mai 2026 um 11:26)

  • Kann ich natürlich empirisch nicht belegen, aber mein Eindruck war schon, dass er zuletzt mehr Versuche brauchte (nicht Wurfversuche) und er besser, schneller (früher) angenommen wurde.


    Das ist aber auch gar kein Vorwurf, sondern logisch. Gidsel und Gisli sind da dann eben einfach Ausnahmekönner. Je facettenreicher das Angriffsspiel wäre desto besser für die Rückraumspieler. Es war schon eine Wohltat als Eric zurückkam, obwohl er bisher keine überragende Saison gespielt hat!

    Bin mir gerade nicht sicher, ob wir uns missverstehen.

    Ich meinte nicht, dass die Gegner nun besser auf Ankermann reagieren, sondern dass er gerne paßt, während er festgemacht wurde, ähnlich wie es die Magdeburger machen, die Kollegen da aber oft trantütig drauf reagieren.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Freundschaft!

    Wenn man sich die erfolgreicheren Mannschaften der jüngsten Vergangenheit ansieht, dann spielen die oft gar nicht so facettenreich. Gab jetzt beim SCM nach dem Pokal bzw. der schwächeren Phase drumherum auch die Diskussion, dass es nur Plan A gibt. Bei Berlin ist es ähnlich. Beim CL-Finale z.B. konnte man schon so nach 10 Minuten sehen, dass die Berliner Spieler sehr unruhig wurden, weil ihnen der Plan A mit dem direkten Tempo aus der Mitte weggenommen wurde. Da hat man eine gewisse Ratlosigkeit gespürt. Trotz oft fehlenden Plan B, ist die konsequente Ausrichtung auf Plan A aber erfolgreicher gewesen als beim THW, wo man das für mich eher eine Mischung aus vielen Ideen ist.

    Wen man (zu) viele Ideen hat, hat man letztlich keine Idee - so könnte man sagen. Als Szilagyi vor der Saison ganz stolz gesagt hat, dass man mit Laube nun einen anderen Kreisläufertypen hätte, als die, die man schon hat, und deshalb einen Vorteil gegen die Konkurrenz hätte, da habe ich mich schon gefragt ob er sich da so sicher sei. Ich bin übrigens überzeugt, dass er sich da sehr sicher ist. Aber ich sehe es anders. Die Gegner spielen im Laufe der Saison sowieso gegen die unterschiedlichsten Settings. Eine Abwehr ist es also gewohnt, sich anzupassen. Man selbst hat aber mit zwei unterschiedlichen Spielertypen im Angriff aber nur jeweils halb so viel Zeit, die Automatismen zu trainieren. Ich bin relativ stark davon überzeugt, dass der eigene Nachteil für den Angriff dabei größer ist als der Vorteil gegenüber der gegnerischen Abwehr. Für mich ein exemplarisches Beispiel, dass es beim THW u.a. auch die analytischen Fähigkeiten hinter manch anderem Klub hinterher hinken.

    Im übrigen kommt das beim SCM so alle 30 bis 50 Spiel vor, dass der fehlende Plan B moniert wird. Man fährt im Prinzip super mit dem starken Fokus auf die eigenen Spielidee. Es gibt aber sehr selten das ein oder andere Spiel, wo die Spielidee einfach nicht umgesetzt wird bzw. werden kann, in denen es schon sinnvoll wäre, mal etwas umzustellen. Aber welches diese Spiele sind, erkennt Wiegert nicht. Man kann es verschmerzen, wenn man die anderen Spiele alle gewinnt.

    In Magdeburg gibt es nicht umsonst eine Zeit vor Saugstrup, wo Wiegert auch schon fast fünf Jahre im Amt war und eine Zeit mit ihm. Ohne die Arbeit am Kreis war das Durchbruchspiel "damals" noch nicht so effektiv, wie es dann mit entsprechender Kreisläufer-Arbeit ist. Dabei sind weder Saugstrup, noch Bergendahl, offensiv vom Wurf her ein großer Faktor. Man kann oder wird sicher versuchen bestimmte Erweiterungen zu machen und vlt. ist das auch ein Gedanke zu Briet beim SCM.

    Ich fand z.B. immer sehr aufschlussreich wie der isländische Rückraum in der Nationalmannschaft aussieht im Gegensatz zum SCM. Da hat man schon gesehen, wie essentiell der Kreis für eine hohe Effektivität der Spielweise ist.

    Hier stand kürzlich, dass Laube einen besseren HPI hätte als Saugstrup. Nur ist es so, dass die Arbeit des Kreisläufers zu 80 Prozent aus der für den Rückraum besteht und etwa nur zu 20 Prozent für den eigenen Torwurf. Und diese Arbeit wird im HPI natürlich gar nicht berücksichtigt. Wie auch? Es gibt keine Statistik dazu. Wahrscheinlich ist Saugstrup der beste Handballer der Welt. Es wird nur nicht so wahrgenommen. Es gucken halt mehr Leute auf Messi als auf Iniesta.

    Bezogen auf den THW sehe ich aktuell nicht die Chance auf Wurfquoten von über 70% zu kommen, wie sie aktuell offensive Spitzenteams haben. Auch mit dem neuen Kader. Der Bestwert in jüngster Vergangenheit waren die 66,5% aus der Saison 20/21. Zu der Zeit war der Ligabestwert vom SCM aber auch nur 67,9%.

    Auch als zu Saisonbeginn Skipagøtu noch sehr viel präsent war, hatte er weder er persönlich noch Kiel als Mannschaft über Strecke eine solche Effektivität. In beiden Fällen waren es selten über 65%. Dafür braucht es aus meiner Sicht eine klare Kaderausrichtung auf eine Spielidee, welche auch immer das sein soll. Wenn man auf Durchbrüche setzen will, dann muss man konsequent Kreisläufer dafür holen, die auch nicht unbedingt herausragende Offensivspieler sein müssen.

    Sehe ich auch so.

    Dazu kommt eine hohes Maß an taktischer Disziplin. Mir brechen bei Kiel zu oft Spieler in unüberlegte Einzelaktionen aus, die oft auch gar nicht nötig gewesen wären. Ich muss sagen, ich liebe diese Trainer, die mit einem Tor unzufrieden sind, wenn es nicht so erzielt wurde, wie es der Plan vorsieht, weil sie wissen, dass es jetzt mal gut gegangen ist, aber eigentlich die Wurfposition nicht so war, dass das öfters gut gehen wird. Um da gleich gegenzusteuern wird selbst nach einem Tor nochmal erklärt, warum, wieso, weshalb nicht die Aktion war, die man eigentlich will.

    Auch Ankermann nimmt gerne den Platz gegen die Hand, wo er sich mit seiner Dynamik gut durchsetzen kann, aber kommt so in nicht so aussichtsreiche Wurfsituationen. Das sind dann die gefährlichen Tendenzen. Ja, er setzt sich natürlich gut durch, aber will man das als Team, dass man sich an der Stelle da so durchsetzen kann? Ist das wirklich die Wurfsituation, auf die man spielen will? Kann man so die Effektivität wirklich nach oben bringen? Nicht immer ist, das was (einfach) möglich ist, dass was man anstreben sollte.

    Das ist eine interessante Beobachtung.