Freundschaft!
Wen man (zu) viele Ideen hat, hat man letztlich keine Idee - so könnte man sagen. Als Szilagyi vor der Saison ganz stolz gesagt hat, dass man mit Laube nun einen anderen Kreisläufertypen hätte, als die, die man schon hat, und deshalb einen Vorteil gegen die Konkurrenz hätte, da habe ich mich schon gefragt ob er sich da so sicher sei. Ich bin übrigens überzeugt, dass er sich da sehr sicher ist. Aber ich sehe es anders. Die Gegner spielen im Laufe der Saison sowieso gegen die unterschiedlichsten Settings. Eine Abwehr ist es also gewohnt, sich anzupassen. Man selbst hat aber mit zwei unterschiedlichen Spielertypen im Angriff aber nur jeweils halb so viel Zeit, die Automatismen zu trainieren. Ich bin relativ stark davon überzeugt, dass der eigene Nachteil für den Angriff dabei größer ist als der Vorteil gegenüber der gegnerischen Abwehr.
Ich bin halb bei dir. Dass eine Anpassung vermutlich länger dauert und entsprechend Schaden anrichten könnte, ist eine sehr schlaue Beobachtung, über die ich so noch nicht nachgedacht habe, aber wahrscheinlich so zutrifft.
Dass zwei unterschiedliche Spielertypen einen Gegner vor Probleme stellen können, sehe ich allerdings schon so. Allein durch unterschiedlichen Köperbau (Schwerpunkt, Masse, Größe) wird der eine Abwehrspieler mehr Probleme mit Steckpässen und der andere mit Sperre absetzen oder hohen Bällen haben. Einen Blaz Blagotinsek kannst du noch so oft versuchen zu überlupfen, das wird vermutlich nie funktionieren, während er auch nach jahrelanger Erfahrung gegen wendige Spieler nicht schneller auf den Beinen sein wird. Entsprechend wird er einen großen schlacksigen Kreisläufer wie Nacinovic besser verteidigen können als einen "kleinen" massigeren wie Laube. Wenn du dann als THW weißt, dass bei der SG gerade wenig andere Optionen für den Mittelblock da sind als er und Golla, dann eröffnet das durchaus eine Option, die sonst nicht verfügbar wäre.