• Völlig richtig. Daher wäre mein spontaner Gedanke, den Videobeweis für solche Entscheidungen grundsätzlich nicht heranzuziehen.

    Ich verstehe durchaus den Impuls, bei so engen Spielen, bei denen es kurz vor Schluss auf solche Kleinigkeiten ankommt, keine Fehler machen zu wollen. Auch ohne Videobeweis wird man auf Schiedsrichter einschlagen, wie sie denn den Schrittfehler oder den Eintritt nicht sehen konnten. Aber so läuft es ja das ganze Spiel über. Daher würde ich dafür plädieren, solche Situationen nicht zu überprüfen. Das es dabei zu Fehlentscheidungen kommt, ist klar. Aber die aktuelle Diskussion zeigt mir, dass auch die Möglichkeit des Videobeweises nicht nur positive Seiten hat.

    Er macht unseren Sport aber in Summe gerechter, trotz Schwächen.

    Unser Sport ist halt komplex und es gibt viele 50/50 Entscheidungen etc

  • Er macht unseren Sport aber in Summe gerechter, trotz Schwächen.

    Unser Sport ist halt komplex und es gibt viele 50/50 Entscheidungen etc

    Eine solche Anwendung macht ihn Ungerechter, weil gleiche Situationen unterschiedlich gehandhabt und bewertet werden.
    Das sollte man anpassen bzw. verbessern. Dann kann ein Videobeweis auch Sinn machen.

  • Eine solche Anwendung macht ihn Ungerechter, weil gleiche Situationen unterschiedlich gehandhabt und bewertet werden.
    Das sollte man anpassen bzw. verbessern. Dann kann ein Videobeweis auch Sinn machen.

    Dann musst du aber noch einen Schritt eher ansetzen, nämlich beim Regelwerk, welches die letzten 30 Sekunden ebenfalls gesondert betrachtet.

    "Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung." (Oldie50)

  • Völlig richtig. Daher wäre mein spontaner Gedanke, den Videobeweis für solche Entscheidungen grundsätzlich nicht heranzuziehen.

    Ich verstehe durchaus den Impuls, bei so engen Spielen, bei denen es kurz vor Schluss auf solche Kleinigkeiten ankommt, keine Fehler machen zu wollen. Auch ohne Videobeweis wird man auf Schiedsrichter einschlagen, wie sie denn den Schrittfehler oder den Eintritt nicht sehen konnten. Aber so läuft es ja das ganze Spiel über. Daher würde ich dafür plädieren, solche Situationen nicht zu überprüfen. Das es dabei zu Fehlentscheidungen kommt, ist klar. Aber die aktuelle Diskussion zeigt mir, dass auch die Möglichkeit des Videobeweises nicht nur positive Seiten hat.

    Vielleicht ist es unbewusst gewesen, aber es bestätigt das Narrativ bzgl. dem Umgang mit Schiedsrichtern:

    "Auch ohne Videobeweis wird man auf Schiedsrichter einschlagen, wie sie denn den Schrittfehler oder den Eintritt nicht sehen konnten." Auf die Schiedsrichter kann man halt "einschlagen", die deutlich häufigere Unfähigkeit der Spieler wird mit "gehört eben zum Sport" toleriert!

    Schade 😪.

    Unabhängig aller Emotionen meine Einschätzung zu der Situation:

    Es ist in den Regularien so festgeschrieben, dass das in den letzten 30 Sekunden gecheckt werden kann/soll. Natürlich kommt so etwas nur bei Spielen mit +/- 1 am Ende und bei "so lala- Situationen" vor, also in extrem emotionalen Spielen. Jetzt halten sich die Schiedsrichter an die Regularien, finden ein entsprechendes Vergehen und bewerten dies auch entsprechend. Also, aus Sicht der Auslegung/Anweisung, alles richtig gemacht. Und was passiert, sie kriegen einen miesen Shitstorm, obwohl sie nichts falsch gemacht haben. Ich finde das wirklich schlimm, dass man heutzutage für etwas, was man richtig macht, verurteilt wird!

    Und vorab, es ist mir egal, wer mit dem VAR wie glücklich/unglücklich ist, oder wie die generelle Herangehensweise des wie und warum ist. Hier haben sich die Schiedsrichter an geltende Regelungen gehalten und eine, für einige wie es in solchen Fällen immer ist, vielleicht unpopuläre Entscheidung getroffen. Aber... sind sie diejenigen, die das zu verantworten haben? Ich denke nicht.

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!

    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)

    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)

  • Wie würde denn die Diskussion laufen, wenn die SR das Tor nicht gegeben hätten weil sie der Meinung Schritte, Kreiseintritt, falsche Sperre o. a. gewesen wären und hinterher hätte man in Zeitlupen nichts gesehen. Das Endergebnis wäre dasselbe und Kiel hätte sich vera... gefühlt. So haben die SR Kiel die Chance gelassen, daß das Tor hätte zählen können falls sie die Situation während des Spiels falsch bewertet hätten.

    Wenn ich das richtig gesehen habe, wurde auch das Tor nicht Kiel geklaut, also aberkannt, sondern es wurde gar nicht anerkannt und hätte durch den VB anerkannt werden können.

  • Wenn vom DHB nach Göppingen zu hören ist, sie sind sich nicht sicher, ob die rote Karte gegen Zerbe richtig war …

    Dann muss man auch fragen, ob es clever ist, dasselbe Gespann drei Wochen später zum Nordderby zu schicken.

    Das sind alles so Sachen, die aktuell falsch laufen.

  • Wenn vom DHB nach Göppingen zu hören ist, sie sind sich nicht sicher, ob die rote Karte gegen Zerbe richtig war …

    Dann muss man auch fragen, ob es cöever ist, dasselbe Gespann drei Wochen später zum Nordderby zu schicken.

    Das sind alles so Sachen, die aktuell falsch laufen.

    Genau! Und wenn ein Spieler gegen xy einen 7m verwirft, dann darf er gegen xy erst einmal keine 7m mehr werfen.
    Also deine Logik erschließt sich mir nicht!

  • Er macht unseren Sport aber in Summe gerechter, trotz Schwächen.

    Unser Sport ist halt komplex und es gibt viele 50/50 Entscheidungen etc

    Das stimmt nicht!


    Gerechter würde es nur, wenn alle Szenen geprüft würden.

    Wäre das Tor bei 59:29 gefallen wären es genauso Schritte gewesen und hätte scheinbar ja nicht überprüft werden dürfen!


    Nochmal: ein falsches Tor in der ersten Minute zählt genauso viel wie in der letzten Minute!

  • Du kannst dir praktisch jedes aus dem gebundenen Spiel erzielte Tor fünfmal in SloMo angucken und du wirst jedes Mal irgendwo einen technischen Fehler oder ein Foul abseits des Balles finden. Deswegen finde ich den aktuellen Videobeweis und auch eine mögliche Trainerchallenge fragwürdig, denn als Trainer würde ich notfalls einfach Schrittfehler reklamieren oder Halten am Kreis. Besser wäre es, wenn die Schiedsrichter beim Beantragen des Videobeweises das mögliche Delikt erklären, was sie untersuchen wollen (Foul, Schrittfehler, Kreiseintritt etc).

  • Du kannst dir praktisch jedes aus dem gebundenen Spiel erzielte Tor fünfmal in SloMo angucken und du wirst jedes Mal irgendwo einen technischen Fehler oder ein Foul abseits des Balles finden. Deswegen finde ich den aktuellen Videobeweis und auch eine mögliche Trainerchallenge fragwürdig, denn als Trainer würde ich notfalls einfach Schrittfehler reklamieren oder Halten am Kreis. Besser wäre es, wenn die Schiedsrichter beim Beantragen des Videobeweises das mögliche Delikt erklären, was sie untersuchen wollen (Foul, Schrittfehler, Kreiseintritt etc).

    Auslegungsfragen hat man am Ende immer, ob mit oder ohne Videobeweis. Die Eingriffsschwelle ist der Knackpunkt und die ist in der aktuellen Form komplett willkürlich.

  • Auslegungsfragen hat man am Ende immer, ob mit oder ohne Videobeweis. Die Eingriffsschwelle ist der Knackpunkt und die ist in der aktuellen Form komplett willkürlich.

    Da gehe ich mit! Sowohl das Zeitfenster (30 Sekunden) als auch die Begründungen sind zu vage formuliert.


    Wäre die Community hier größer gäbe es vermutlich längst Leute, die sich aus diversen Spielen die letzten Sekunden angesehen hätten und aufzählen könnten wo Fehlentscheidungen nicht überprüft wurden.


    Tätlichkeiten o.ä. sollte man machen, vielleicht Wechselfehler - sonst gäbe es einfach zuviele Entscheidungen, die überprüfbar wären.

  • Das stimmt nicht!


    Gerechter würde es nur, wenn alle Szenen geprüft würden.

    Wäre das Tor bei 59:29 gefallen wären es genauso Schritte gewesen und hätte scheinbar ja nicht überprüft werden dürfen!


    Nochmal: ein falsches Tor in der ersten Minute zählt genauso viel wie in der letzten Minute!

    Hast du ernsthaft vor diesem Spiel diese Regel nicht gekannt? Oder warum beharrst du so auf diesen Vergleich 1. und letzte Minute?

    Es gibt noch Schiedsrichter, die anfangs gelbe Karten geben, d. h. für ein Foul in der 1. Minute gibt es dann gelb, für das gleiche Foul in der 5. Minute zwei Minuten. Wenn der Spieler Pech hat, sammeln seine Kollegen die gelben und er bekommt dann zwei Minuten für das gleiche Vergehen, ohne, dass er vorher was gemacht hat.

    Wenn der Anwurf nicht passt, gibt es zuerst eine Ermahnung, beim nächsten Mal ist es ein Fehler.

    Die Bank bekommt fürs Meckern Gelb, dann zwei Minuten, ohne, dass die Wortwahl schlimmer als beim ersten Mal sein muss. Etc.

    Das Spiel hat also schon per se einen dramatischen Verlauf, weil sich Dinge steigern können. Tor bleibt natürlich Tor, egal wann und wie schön.

    Dass nun ausgerechnet der Schrittfehler erkannt und sanktioniert wurde, ist nicht ganz stringent zu dem, wie das sonst oft nicht erkannt und gepfiffen wird, Kreiseintritt fällt auch während des Spiels häufiger mal auf und wird gepfiffen, da wäre die Akzeptanz jetzt vielleicht größer. Aber falsch war es eben nicht, so zu entscheiden.

    Ich bin ja nicht der schnellste und ich bin auch nicht der stärkste, aber vielleicht bin ich ein schlauer Spieler. (JG24)

  • Eine Situation in den ersten Minuten eines Spiels ist nie gleich zu bewerten, wie die gleichen Situationen im späteren Verlauf eines Spiels. Es gibt gelbe Karten Phase beim Handball, wo man erstmal " ordentlich zulangt, weil man ein Duftmarke setze will". Da gibt es dann in der Regel auch nie die Bestrafung wie später. Im Fußball auch nicht anders.

    Die Schlussphase ist nun mal anders und da muss es halt zu 100% richtig sein. Auch ob man Abwehr durch den Kreis, oder Stürmerfoul, Anwurf verhindert oder oder oder. Wenn es alle wissen, können sich alle darauf einstellen.

    Ich denke durch den Videobeweis wird es schon gerechter, aber ich wäre für ein System wie in den meisten amerikanischen Ligen oder Tennis usw. Da kann entweder der Schiri entscheiden, oder jeder Trainer hat 2 Challenges und wenn er eine Fehlentscheidung entdeckt hat, bekommt er seinen Versuch zurück.

  • Da jetzt wieder das Challebge-Argument kommt - lasst uns das mal einmal für das Spiel am Samstag durchspielen:

    Flensburg hätte Challenge gezogen und gesagt, Köster war im Kreis.

    Und dann?

    Trainer zieht die Challenge und lässt die gesamte! Szene, die zum Tor geführt hat, überprüfen. Ergebnis wäre wie am We...

  • Da jetzt wieder das Challebge-Argument kommt - lasst uns das mal einmal für das Spiel am Samstag durchspielen:

    Flensburg hätte Challenge gezogen und gesagt, Köster war im Kreis.

    Und dann?

    dann hätten sich die Schiris das angeguckt.

    1) Es ist klar zu erkennen, dass Köster im Kreis war. Kein Tor.

    2) Es ist klar zu erkennen, dass Köster nicht im Kreis war. Tor.

    3) Es ist nicht zu erkennen, ob Köster im Kreis war. Ihre vorherige Entscheidung steht.

  • Trainer zieht die Challenge und lässt die gesamte! Szene, die zum Tor geführt hat, überprüfen. Ergebnis wäre wie am We...

    Nein, so funktionieren Challenges nicht im Sport. Es muss immer konkret gesagt werden, was.

    Man hätte am Samstag beim Kreis raten müssen und die Schritte ignoriert.

    Das wär doch nicht besser gewesen.