Entwicklung im (Frauen)Handball

  • Früher waren gefühlt nicht so viele Spielerinnen unter 18 in den ersten drei Ligen vertreten. Hat bestimmt auch was mit einer Umgewichtung hin zu Geschwindigkeit und weg von Spielwitz zu tun. Könnte was dran sein, muss mal mein Archiv sichten.

    Sehr richtig!

    Hohe athletische Anforderungen hat der Handballsport im Vergleich zu anderen Mannschaftssportarten nicht exklusiv, ganz im Gegenteil. Spielwitz und technische und taktische Raffinesse bei der Ausübung der spezifischen Abläufe im Spiel dagegen schon. Genau aus diesem Grund sehe ich die immer stärkere und zunehmend einseitige Betonung der athletischen Aspekte sehr kritisch, denn das ist im Gegensatz zu den spielausübungsbetonten Elementen kein Alleinstellungsmerkmal. Und Alleinstellungsmerkmale sind wichtig im Kampf um die Gunst potentieller Talente...

  • Sehr richtig!

    Hohe athletische Anforderungen hat der Handballsport im Vergleich zu anderen Mannschaftssportarten nicht exklusiv, ganz im Gegenteil. Spielwitz und technische und taktische Raffinesse bei der Ausübung der spezifischen Abläufe im Spiel dagegen schon. Genau aus diesem Grund sehe ich die immer stärkere und zunehmend einseitige Betonung der athletischen Aspekte sehr kritisch, denn das ist im Gegensatz zu den spielausübungsbetonten Elementen kein Alleinstellungsmerkmal. Und Alleinstellungsmerkmale sind wichtig im Kampf um die Gunst potentieller Talente...

    Inwiefern sollten jetzt z B Hockey oder Basketball NICHT Spielwitz und technische Finesse erfordern? Fragt staunend Shlabotnik.

  • Inwiefern sollten jetzt z B Hockey oder Basketball NICHT Spielwitz und technische Finesse erfordern? Fragt staunend Shlabotnik.

    Bitte richtig lesen:

    Spielwitz und technische und taktische Raffinesse bei der Ausübung der spezifischen Abläufe im Spiel dagegen schon.

    "...bei der Ausübung der spezifischen Abläufe im Spiel" ist hier der Knackpunkt und ich habe es auch genau deswegen so formuliert. Denn im Feldhockey oder Basketball (oder Volleyball oder Fußball ...) sind die spezifischen Anforderungen und dementsprechend die Abläufe durchaus andere, in der Wahrnehmung der Zuschauer übrigens auch. Im Handball kommt eine größere Vielfältigkeit in dieser Hinsicht nach meiner Wahrnehmung durchaus stärker zum Tragen, ich empfinde dieses Spiel deshalb als abwechslungsreicher als zum Beispiel Volleyball. Zumindest war das bisher so. Mit der auf Krawall gebürsteten Dynamisierung und den damit verbundenen Regeländerungen laufen wir aber Gefahr, diesen Vorteil aus der Hand zu geben.

  • Nach meinem Empfinden steht Basketball dem Handball da in nichts nach, hat vielleicht sogar die Nase vorn. Aber das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Wichtig ist, dass dem Handball diese Elemente erhalten bleiben. Und ich würde mir wünschen, sie blieben wichtiger, als pure physische Durchschlagskraft. Ein Punkt, den ich im Zusammenhang mit der Sichtungsauswahl immer wieder kritisch sehe.

    Der DHB macht es sich da leicht: die Physis ist beim bevorzugten Spielertyp bereits vorhanden, diese Spielerinnen können sich mit ihrer Durchschlagskraft und auf Kosten ihrer Gesundheit in den Kampf werfen und schnelle Erfolge erzielen. Spielwitz, Technik Spielübersicht, Handlungsschnelligkeit etc muss der DHB und die Vereine dagegen deutlich aufwändiger erst antrainieren. Dieser Weg ist der viel schwerere und wird daher nur in Ausnahmefällen gegangen, habe ich den Eindruck.

  • Jeder Sport entwickelt sich und damit dann auch die Regeln (oder auch andersherum). Bin kein Basketball Fan aber mir ist bekannt, dass dort immer mehr Spiele mit 3er Würfen entschieden und immer weniger Zweikämpfe geführt werden. Es ist dann auch immer eine Frage, ob das durch die aktiven kommt oder durch angepasste Regeln/Taktik verursacht wird, die im Hinblick auf die "Attraktivität für den Zuschauer verändert wurde. Im Fall von Frauenhandball war die Technik und der Spielwitz ein wichtiger Grund warum ich ihn gucke und nicht die Männer. Vielleicht gucke ich aber auch zu viele (schlechte) BSV und zu wenig andere Spiele um das wirklich beurteilen zu können aber die Tendenz, den Sport in Richtung mehr Geschwindigkeit und weniger Körperkontakt zu entwickeln finde ich fragwürdig. Regelmäßig Ergebnisse wie 38-32 wirken verrückt und sind am Ende nicht zwingend Spannender/Unterhaltsamer als ein 24-22.

  • Nach meinem Empfinden steht Basketball dem Handball da in nichts nach, hat vielleicht sogar die Nase vorn. Aber das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Wichtig ist, dass dem Handball diese Elemente erhalten bleiben. Und ich würde mir wünschen, sie blieben wichtiger, als pure physische Durchschlagskraft. Ein Punkt, den ich im Zusammenhang mit der Sichtungsauswahl immer wieder kritisch sehe.

    Der DHB macht es sich da leicht: die Physis ist beim bevorzugten Spielertyp bereits vorhanden, diese Spielerinnen können sich mit ihrer Durchschlagskraft und auf Kosten ihrer Gesundheit in den Kampf werfen und schnelle Erfolge erzielen. Spielwitz, Technik Spielübersicht, Handlungsschnelligkeit etc muss der DHB und die Vereine dagegen deutlich aufwändiger erst antrainieren. Dieser Weg ist der viel schwerere und wird daher nur in Ausnahmefällen gegangen, habe ich den Eindruck.

    Ist auch mein Eindruck. "Physis schlägt Technik" gilt mehr denn je, im wJ-Leistungsbereich ist "Rennball" ohne große Finessen allerorten. Und machen wir uns nichts vor: Rchtig gute Handballtrainer, die das ändern könnten, sind in Deutschland eher nicht im Frauenbereich aktiv. - Sieht man sich Spiele der Jugendbundesliga an, dann stellt man fest, dass da Welten zwischen Jungen und Mädchen liegen und das liegt nicht daran, dass Jungs höher/weiter springen und schneller laufen, sondern, dass sie einfach mehr können. Das Repertoir wird in der wJ einfach nicht ausgebildet und/oder nicht abgerufen.

    Und wo man sich beim DHB vermutlich in die eigene Tasche lügt: Aufgrund der (international erzielten) Erfolge der letzten Zeit sieht man sich auf dem richtigen Weg, verkennt aber die Lage, dass andere Länder gar nicht mehr gezielt in Hallenhandball insbesondere im Frauenbereich investieren, weil es kein Momentum (mehr) hat. (Hatte es jemals eins?!)

  • Jeder Sport entwickelt sich und damit dann auch die Regeln (oder auch andersherum). Bin kein Basketball Fan aber mir ist bekannt, dass dort immer mehr Spiele mit 3er Würfen entschieden und immer weniger Zweikämpfe geführt werden. Es ist dann auch immer eine Frage, ob das durch die aktiven kommt oder durch angepasste Regeln/Taktik verursacht wird, die im Hinblick auf die "Attraktivität für den Zuschauer verändert wurde. Im Fall von Frauenhandball war die Technik und der Spielwitz ein wichtiger Grund warum ich ihn gucke und nicht die Männer. Vielleicht gucke ich aber auch zu viele (schlechte) BSV und zu wenig andere Spiele um das wirklich beurteilen zu können aber die Tendenz, den Sport in Richtung mehr Geschwindigkeit und weniger Körperkontakt zu entwickeln finde ich fragwürdig. Regelmäßig Ergebnisse wie 38-32 wirken verrückt und sind am Ende nicht zwingend Spannender/Unterhaltsamer als ein 24-22.

    Du schaust keine Nachwuchsspiele, oder? Die Jugendbundesligen spielen auch alle 60 Minuten. Da sind mittlerweile ganz andere Ergebnisse fragwürdig. ;)

    Die Attraktivität für den Zuschauer ist den Trainern reichlich egal. Die wollen, ebenso wie die Spieler, in erster Linie gewinnen. Sieht man meiner Meinung nach in der Frauenbundesliga mittlerweile viel deutlicher als bei den Männern. "Technik und Spielwitz" ist da nicht mehr viel zu finden, eher Festival der technischen Fehler und exzessives Gerenne,

  • Du schaust keine Nachwuchsspiele, oder? ...

    Nein, sehr selten und wenn dann BSV 3.Liga oder A-Jugend - vielleicht eine handvoll Spiele im letzten Jahrzehnt. Das waren dann meist Highlight Spiele wie das Final4 oder halt wenn der BSV zu Gast in einer Hamburger Halle (z.B. Alstertal) war. Das für die Trainer das Ergebnisse am Ende entscheident ist, ist ja auch eine Entscheidung der Verantwortlichen.

  • Nein, sehr selten und wenn dann BSV 3.Liga oder A-Jugend - vielleicht eine handvoll Spiele im letzten Jahrzehnt. Das waren dann meist Highlight Spiele wie das Final4 oder halt wenn der BSV zu Gast in einer Hamburger Halle (z.B. Alstertal) war. Das für die Trainer das Ergebnisse am Ende entscheident ist, ist ja auch eine Entscheidung der Verantwortlichen.

    OK, dann hast Du vermutlich viele Spiele mit Adrian F. als Verantwortlicher auf der Bank gesehen. In Ketsch hat er damals, auch weil es recht neu war, exzessives 7 gegen 6 praktiziert, was nicht schön anzuschauen war. In Buxte war er wohl eher im Einklang mit Dirk Leun unterwegs und hat Spielsysteme ähnlich der 1. Mannschaft spielen lassen.

    Wir müssen uns, denke ich, darauf gefasst machen, dass die "Rennball"-Generation immer mehr ins Licht kommen wird. Das Spielniveau wird dadurch vermutlich erst mal weiter drunter leiden. Perspektivisch gibt es aber Hoffnung, denn Handball hat sich bisher immer weiterentwickelt. Taktiken sind Trends unterworfen, das ist ja auch ein Reiz des Spiels.

  • Jeder Sport entwickelt sich und damit dann auch die Regeln (oder auch andersherum). Bin kein Basketball Fan aber mir ist bekannt, dass dort immer mehr Spiele mit 3er Würfen entschieden und immer weniger Zweikämpfe geführt werden. Es ist dann auch immer eine Frage, ob das durch die aktiven kommt oder durch angepasste Regeln/Taktik verursacht wird, die im Hinblick auf die "Attraktivität für den Zuschauer verändert wurde. Im Fall von Frauenhandball war die Technik und der Spielwitz ein wichtiger Grund warum ich ihn gucke und nicht die Männer. Vielleicht gucke ich aber auch zu viele (schlechte) BSV und zu wenig andere Spiele um das wirklich beurteilen zu können aber die Tendenz, den Sport in Richtung mehr Geschwindigkeit und weniger Körperkontakt zu entwickeln finde ich fragwürdig. Regelmäßig Ergebnisse wie 38-32 wirken verrückt und sind am Ende nicht zwingend Spannender/Unterhaltsamer als ein 24-22.

    Das ist auf jeden Fall ein Punkt, der beim Basketball gerade vielen Anhängern des Sports ein Dorn im Auge ist und die Sportart unattraktiver macht.

  • Du schaust keine Nachwuchsspiele, oder? Die Jugendbundesligen spielen auch alle 60 Minuten. Da sind mittlerweile ganz andere Ergebnisse fragwürdig. ;)

    Die Attraktivität für den Zuschauer ist den Trainern reichlich egal. Die wollen, ebenso wie die Spieler, in erster Linie gewinnen. Sieht man meiner Meinung nach in der Frauenbundesliga mittlerweile viel deutlicher als bei den Männern. "Technik und Spielwitz" ist da nicht mehr viel zu finden, eher Festival der technischen Fehler und exzessives Gerenne,

    Technik und Spielwitz findest du bei den Herrenprofis auch nicht mehr groß. Es wird doch nach spätestens 10 sek. draufgeballert oder gerammelt je nach Philosophie.

  • Technik und Spielwitz findest du bei den Herrenprofis auch nicht mehr groß. Es wird doch nach spätestens 10 sek. draufgeballert oder gerammelt je nach Philosophie.

    Zumindest im Profibereich ist aber die Quote an vermeidbaren bzw. unerzwungenen technischen Fehlern in der Regel deutlich geringer.

  • Wer hier argumentiert der Frauenhandball habe keine Probleme in Entwicklung bzw. Qualität, dem empfehle ich die erste Hälfte des Spiels von Oldenburg gegen Zagreb. Wirklich eine absolute Bodenlosigkeit, nicht nur vom VfL. Wir reden hier von einem Spiel im Europapokal.

    Und ein Team, gespickt mit zwei Vize-Weltmeisterinnen. ;)

  • das mit dem Balkan kannst du für die Frauen in die Tonne kloppen, ist vielleicht in Ungarn so, aber das ist nicht Balkan. Im Balkan gehn die Lichter genauso aus wie bei uns, wahrscheinlich sogar noch eher.

    Wer hier argumentiert der Frauenhandball habe keine Probleme in Entwicklung bzw. Qualität, dem empfehle ich die erste Hälfte des Spiels von Oldenburg gegen Zagreb. Wirklich eine absolute Bodenlosigkeit, nicht nur vom VfL. Wir reden hier von einem Spiel im Europapokal.

    Die 1.HZ spielte man auch auf Buxte-Niveau. Immerhin konnte man 5 Treffer gegen so einen Gegner erzielen. Zuschauer hat es auch nicht viele und die werden in Buxte nicht mehr.

    Tja ...