Schiedsrichter/Videobeweis

  • Absicht würde blau statt rot bedeuten. Wenn meine "natürliche Bewegung" dazu führt dass mein Ellbogen dem Abwehrspieler ins Gesicht fliegt dann habe ich als Angreifer diese nicht regelkonform ausgeführt.

    Stimmt normalerweise, aber bei dieser EM gibt es keine blauen Karten. - Anscheinend wird jede rote Karte nachträglich nochmal überprüft und ggf. eine Sperre ausgesprochen.

  • Ilskan under EM: ”Det tål jag inte”
    Filmningar och förstärkningar har blivit vanligare inom handbollen, menar den förre storspelaren Magnus Wislander, 61. – Man utnyttjar regelboken, säger…
    www.expressen.se

    Wislander ist stinkig, ob der Schauspielerei und schlimmer tun als es ist.

    Und er sieht als eine der Ursachen den Videobeweis.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • https://www.expressen.se/sport/handboll…t-tal-jag-inte/

    Wislander ist stinkig, ob der Schauspielerei und schlimmer tun als es ist.

    Und er sieht als eine der Ursachen den Videobeweis.

    Das halte ich auch für möglich. Denn oft genug gehen die Schiedsrichter zum Videobeweis wenn der Spieler liegenbleibt und sich den Arm, das Gesicht oder … hält.

  • Gibt es dazu eine Quelle? Das wäre ein massiver Regeleingriff

    Guter Punkt. Ist nicht so einfach direkt zu belegen, die EHF ist hier leider nicht transparent (wie so oft). Gefunden habe ich dazu erst mal nur zwei Aussagen in Pressemeldungen:

    - "Die EHF beurteilt im Anschluss jede direkte Disqualifikation, eine blaue Karte muss dafür nicht gezeigt werden."
    - "Der Kontinentalverband überprüft jede direkte Disqualifikation im Nachgang auf eine mögliche Sperre, eine Blaue Karte wird bei der EM nicht gezeigt."

    Und bei Bedarf werden dann auch Sperren verhängt, wie kürzlich beim polnischen Star Wiktor Jankowski (zwei Spiele gesperrt).
    Quelle: Disciplinary Commission suspends Wiktor Jankowski

    Man könnte also meinen, dass auch blaue Karten gezeigt werden (können), aber dagegen spricht, dass in den offiziellen Dokumenten blaue Karten nicht erwähnt werden. Wenn es welche gäbe, dann müssten diese meiner Meinung nach in den Fair Play Rankings auftauchen, dort steht aber nur "Red cards: 8 points" und auch „EHF will instigate disciplinary proceedings against the perpetrators [...] in accordance with the EHF [Legal Regulations]“.

    Quelle: EHF EUROREGULATIONS - Men’s EHF EURO 2026
    dazu noch Quelle: EHF EURO 2026: Referee guidelines and supportive tools


  • Das ist korrekt. Fast jede Rote Karte wird nochmal von der EHF gecheckt. Das kann man übrigens sehr gut in den Spielberichtsbögen der EHF sehen.

    Wenn im Remarks (also Bemerkungen) ein YES drin ist und deshalb darunter Report follows angekreuzt ist, dann wird es eine Meldung geben und eine Ermittlung dann eingeleitet. So können dann Strafen aufgrund einer direkten Rote Karte folgen. Das gab es schon früher bei der EHF und deshalb steht kein BC sondern nur ein D dort. Es wird trotzdem eine Blaue Karte gezeigt, wenn dies nötig ist. Übrigens ich erinnere mal an 2016, wo die Blaue Karte eingeführt wurde. Da wurde sie bei EHF-Wettbewerben oft gezeigt, obwohl nur die Rote Karte gebraucht wurde. Eben, weil es da schon losging.

  • Ich verstehe, dass dich das Thema sehr nervt – kann ich gut nachvollziehen. Regeltechnisch ist aber wichtig: Ob Absicht vorlag oder ob eine Bewegung „natürlich“ war, spielt in der Bewertung keine Rolle.

    In den IHF‑Regeln zählen vor allem Art, Heftigkeit und Wirkung eines Vergehens, nicht die subjektive Intention. Er versucht durch „Abräumen“ sich einen Vorteil zu verschaffen, damit ist es zu ahnden – selbst Gidsel hat schon Rot bekommen, weil er in den Gegner ausgerutscht ist.

    Handball vor 20 Jahren war ein deutlich langsameres Spiel, mit vielen ungeahndeten Aktionen gegen den Kopf des Angreifers. Dementsprechend waren damals mehr „Schlachtrosse“ und weniger „Rennpferde“ unterwegs. Heute steht Athletik, Tempo und vor allem der Schutz der Spieler im Fokus, weshalb Kopf‑, Hals‑ und Luftlage‑Kontakte deutlich strenger geahndet werden. Wer solche alten „Schlachtross‑Aktionen“ sehen will (warum eigentlich?), findet sie eher in unteren Ligen, wo Klasse immer noch gern durch Härte ersetzt wird.

    Außenspieler haben schon immer Kontakt „gesucht“, was vor allem mit den Laufwegen zusammenhängt. Schon früher war es selten, von außen völlig „frei“ und ohne Druck durch den Gegenspieler zu werfen. Die Unsitte, den Werfer in der Luft durch gezielte Berührung an der Hüfte aus dem Gleichgewicht zu bringen, sieht man zum Glück seltener, weil allen klar ist, dass das sehr schnell zur roten Karte führt. Lässt man die Hände als Abwehrspieler weg, dann rückt man halt näher an den Angreifer ran. Daraus ergeben sich halt Konsequenzen...

    Das ist ein schöner Beitrag!


    Ich gebe ja nur meine Meinung, mein Gefühl wieder!

    Bei deinem Pferdevergleich musste ich schmunzeln. Das passt vermutlich ganz gut.


    Ich bin allerdings relativ sicher, dass die Entwicklung im Handball in Sachen Dynamik genauso oder ähnlich gegeben wäre hätte man sich gegen diese Art der Regelauslegung entschieden. Der Schutz des Spielers ist ein hohes Gut. Stoßen in der Luft zu bestrafen ist total sinnvoll!! Das plumpe Reingreifen bei einem „fliegenden“ Außen schützt. Die Liste könnte man prima ergänzen.


    Es gibt aber in meinen Augen auch Auswüchse, die eben rein gar nichts mit Schutz des Spielers zu tun haben. Es ist ein riesengroßer Unterschied ob ein Spieler bewusst ins Gesicht schlägt oder bei einer Abwehraktion in der Bewegung der Arm von der Schulter abrutscht und dann das Gesicht touchiert!


    Mich stören dabei zwei Dinge:

    1. wie auch im Fußball zeigt der Videobeweis bei Ansicht keine Dynamik. Selbst ein Streicheln wäre dann eben Rot!

    2. diese Auslegung fördert (und belohnt) massiv die Schauspielerei!!! Und da stehen wir erst am Anfang. Gestandenen Profis oder Ex Spieler fällt das ja jetzt schon massiv auf. Das ist eine Büchse der Pandora, die man irgendwann nicht mehr geschlossen bekommt und dann verliert der Handball seine Identität!!


    PS: der Einwand zu den Außen ist schlicht falsch! Natürlich gab es früher auch solche Fälle, aber heute schaut der Außen ja quasi wo der Abwehrspieler steht und läuft auf. Speziell in der Bundesliga musst Du ja fast als Abwehrsspieler auf Außen flüchten!! Das kann nicht der Sinn des Spiels sein!!

  • Was für eine Verhältnismäßigkeit gestern bei den Spielen Rom- Nordmazedonien, Ist- HU,Slo- Faröer,Den-Por.

    Da bekommt der junge Rumäne bei einem Überzieher im Angriff( trifft unabsichtlich das Kinn des Abwehrspielers) die rote Karte. Und in den besagten anderen Spielen schlägt der Slovene Mittun beim Durchbruch ins Gesicht,Iturriza mit voller Absicht mit dem Ellenbogen gegen Gidsel,der Ungar fasst Gisli beim Durchbruch in den Wurfarm. Alles Entscheidungen mit Videobeweis und die letzten drei alles Deckungsspieler ,die mit Absicht den Angreifer foulen. Darum ist die rote Karte des rumänischen Angreifers nicht zu verstehen. Zumindest nicht für mich.

  • Heute steht Athletik, Tempo und vor allem der Schutz der Spieler im Fokus, weshalb Kopf‑, Hals‑ und Luftlage‑Kontakte deutlich strenger geahndet werden. Wer solche alten „Schlachtross‑Aktionen“ sehen will (warum eigentlich?), findet sie eher in unteren Ligen, wo Klasse immer noch gern durch Härte ersetzt wird.

    Bei Kopftreffern wird schon durchgegriffen aber alles andere ist immer noch deutlich zu wenig... Schwitzkasten artige Umarmungen werden fast gar nicht geahndet und wenn dann von jedem Schiedsrichtergespann unterschiedlich. Da liegt meiner Meinung nach auch das Hauptproblem... werden sie wirklich immer gut geschult ? Findet auch eine Auswertung /Videoanalyse mit den Schiedsrichtern dann statt? Da habe ich so manchmal meine Zweifel...

  • Schön, dass Dir mein Vergleich gefällt. :cool:

    Die zunehmende Dynamik im Handball ist tatsächlich keine Folge der aktuellen Regelauslegungen – da bin ich ganz bei dir. Sie resultiert in erster Linie aus der stetig verbesserten Athletik der Spieler, die heute einfach auf einem anderen Niveau trainieren als früher.

    Zum eigentlichen Thema:
    Ich habe den Eindruck, dass die Schiedsrichter bei der EM bislang gut zwischen einem bewussten Schlag und einem unglücklichen Abrutschen unterscheiden können. Der Videobeweis hilft dabei, weil er mehrere Perspektiven bietet. Wichtig ist nur, dass man nicht ausschließlich Standbilder oder Zeitlupen bewertet – das kann die Dynamik einer Aktion völlig verfälschen. In diesem Punkt vertraue ich durchaus der Erfahrung der Schiedsrichter. Die anschließende öffentliche Entscheidung trägt natürlich auch zur Spannung und Dramatik bei – sportlich notwendig ist sie nicht zwingend, aber fürs Publikum durchaus reizvoll.

    Deinen zweiten Punkt sehe ich ähnlich kritisch. Schauspielerei nimmt spürbar zu, ob das aber wirklich eine Folge des Videobeweises ist, lässt sich momentan kaum belegen. Möglich wäre auch, dass die gestiegene Anzahl an Offensivaktionen schlicht mehr Gelegenheiten dafür schafft. Das sollte man auf jeden Fall genauer beobachten und gegebenenfalls mit klaren Maßnahmen gegensteuern.

    Beim Thema Außenspieler bin ich anderer Meinung – ich habe selbst in den 90ern höherklassig auf Außen gespielt. Schon damals haben gute Außen genau geschaut, wo der Abwehrspieler steht, und gezielt die Bewegung dorthin gesucht. Das ist kein neues Phänomen. Neu ist eher, dass der Außen im Anlauf heute fast unantastbar geworden ist. Damit muss man wohl leben – ich sehe das jedoch nicht als großes Problem und finde, dafür braucht es keinen Videobeweis.

  • Was für eine Verhältnismäßigkeit gestern bei den Spielen Rom- Nordmazedonien, Ist- HU,Slo- Faröer,Den-Por.

    Da bekommt der junge Rumäne bei einem Überzieher im Angriff( trifft unabsichtlich das Kinn des Abwehrspielers) die rote Karte. Und in den besagten anderen Spielen schlägt der Slovene Mittun beim Durchbruch ins Gesicht,Iturriza mit voller Absicht mit dem Ellenbogen gegen Gidsel,der Ungar fasst Gisli beim Durchbruch in den Wurfarm. Alles Entscheidungen mit Videobeweis und die letzten drei alles Deckungsspieler ,die mit Absicht den Angreifer foulen. Darum ist die rote Karte des rumänischen Angreifers nicht zu verstehen. Zumindest nicht für mich.

    Bin gespannt, ob die roten Karten auch alle nochmal geprüft werden und dann ggf. doch noch Unterschiede (Sperren) bei rauskommen.

  • Bei Kopftreffern wird schon durchgegriffen aber alles andere ist immer noch deutlich zu wenig... Schwitzkasten artige Umarmungen werden fast gar nicht geahndet und wenn dann von jedem Schiedsrichtergespann unterschiedlich. Da liegt meiner Meinung nach auch das Hauptproblem... werden sie wirklich immer gut geschult ? Findet auch eine Auswertung /Videoanalyse mit den Schiedsrichtern dann statt? Da habe ich so manchmal meine Zweifel...

    Die Schiedsrichter würden sich einen Gefallen tun und das Spiel weiterentwickeln, wenn sie (noch) transparenter werden würden. Dazu gehört meiner Meinung nach viel mehr "Öffenlichkeitsarbeit" ala "Gemeinsam statt einsam". Für mich spricht da auch nichts dagegen, dass man vor den Turnieren bzw. Spielrunden einen gemeinsamen Workshop mit den Trainern macht und aufeinanderzugeht. Die Ergebnisse kann man dann ja medienwirksam platzieren und dann haben alle was davon.

  • Bin gespannt, ob die roten Karten auch alle nochmal geprüft werden und dann ggf. doch noch Unterschiede (Sperren) bei rauskommen.

    Also der portugisische Spieler Victor Iturizza, der gestern gegen Dänemark spielte und nach 54:29 Minuten für den Schlag gegen Gidsel's Kinn direkt disqualifiziert wurde, ist für das nächste Spiel gegen Deutschland gesperrt worden.

  • Ich bin gespannt, was mit dem Slowenen passiert. Einen bewussten Faustschlag ins Gesicht habe ich im Handball schon ewig nicht mehr gesehen.

    "Die Magdeburger Börde ist der Olymp des europäischen Vereinshandballs!" Uwe Semrau

  • In dem Spiel SLO-Fär wurde bewusst eine überharte Gangart gegen Mittun und Skippy von Anpfiff an an den Tag gelegt. Wurde an anderer Stelle hier in der HE schon mal angesprochen. Da sehe ich ein absolutes Versagen der Schiris das nicht unterbunden zu haben. Da war nix versteckt sondern nur volle pulle druff. Den Höhepunkt haben wir dann ja alle gesehen. Wäre vermeidbar gewesen.

  • Beim Thema Außenspieler bin ich anderer Meinung – ich habe selbst in den 90ern höherklassig auf Außen gespielt. Schon damals haben gute Außen genau geschaut, wo der Abwehrspieler steht, und gezielt die Bewegung dorthin gesucht. Das ist kein neues Phänomen. Neu ist eher, dass der Außen im Anlauf heute fast unantastbar geworden ist. Damit muss man wohl leben – ich sehe das jedoch nicht als großes Problem und finde, dafür braucht es keinen Videobeweis.

    Ich komme noch aus der Zeit, in der es auf Außen zum guten Ton gehörte den Ball aus der Hand zu spielen. Man sprang als Abwehrspieler quasi hinter her und wenn man nur den Vall in der Wurfhand berührte ging das als „Ball gespielt“ durch. Bis zur Oberliga war das quasi mein signitare Move. Ab Regionalliga wurde zu schnell gespielt. Prinzipiell war das okay und fair, aber wenn man daneben langte hing man eben fett im Arm. Damals gab es zwei Minuten. Heute undenkbar. Wäre sofort blau!

    Das ist zum Teil eine sinnvolle Änderung zum Schutz der Spieler (ähnlich wie das Herauslaufen der Torwarte). Wobei ich in all den Jahren deswegen keine schlimmen Verletzungen erlebt habe!


    Ich weiß schon was Du mit dem Kontaktsuchen meinst. Ich denke aber trotzdem das es heute anders ist! Oftmals nehmen die Außen ja sogar bewusst eine schlechtere Wurfposition in Kauf. Der Außen läuft lieber auf, statt den freien Wurf zu nehmen. Mich würde das heute als Spieler nerven, weil man als Außen Defensiv in bestimmten Situationen nichts machen kann und auch noch für nichts bestraft wird! Stichwort: wie soll man noch verteidigen?

    da sollten die Regelhüter noch mal ran!! Es wird bei der EM ja schon deutlich weniger bestraft als in der HBL (manchmal ja sogar Stürmerfoul) und nicht per Se immer 7 Meter bei Fehlwurf!

    Handball soll in meinen Augen ein körperlicher Sport bleiben!!

  • Handball soll in meinen Augen ein körperlicher Sport bleiben!!

    Gar keine Frage das sollte so sein aber er soll natürlich auch Fair bleiben , für alle Spieler und Spielerinnen. Das sollte man auch immer im Hinterkopf behalten.