Handball-EM 2026 - Hauptrunde, Gruppe I

  • Durch die vergleichsweise häufige Nutzung des Videobeweises wirkt die Leistung vieler Schiedsrichtergespanne auf mich subjektiv weniger souverän und damit schwächer als in der Zeit vor dem VB. Auf den Videobeweis möchte ich ja keinesfalls verzichten, allerdings fehlen mir zunehmend die Szenen mit progressiven Bestrafungen, die klar und eindeutig auf dem Platz entschieden werden.

    Wenn ein SR direkt neben dem Tor steht und nicht erkennt, dass der Ball in doppeltem Umfang hinter der Linie war, sondern dafür der Videobeweis herangezogen werden muss, wirkt das nach außen alles andere als souverän. Sowas kommt halt noch on top.

    Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass die meisten dieser Szenen auch ohne Videobeweis ähnlich entschieden worden wären. Ich vermute jedoch, dass der Druck von außen – aber auch der selbst auferlegte Druck – inzwischen so enorm hoch ist, bloß keine Fehlentscheidung zu treffen.

    Die Konsultation des Videobeweises mag zwar zur Absicherung dienen, lässt die Schiedsrichter jedoch unsicher erscheinen und überträgt diesen Eindruck letztlich auf das gesamte System und verändert im Endeffekt den gesamten Handball.

    Vielleicht sollte man einfach nur noch die Szenen überprüfen, die man als SR nach Live-Augenschein als ziemlich wahrscheinlich rotwürdig einstufen würde, oder als möglicherweise einstufen könnte (weil der Spieler das signalisiert bzw. es den Anschein erweckt). Und nicht die Szenen, die eigentlich klar 2 Minuten sind, aber aus einer anderen Perspektive und in Zeitlupe vielleicht doch auch rot möglich wäre. Sowas wie die Jagd nach den unentdeckten DQ. Bestes Beispiel, die rote Karte gegen Golla.

  • Wettskandal (ohne dass jemals eine manipulierte Entscheidung gezeigt wurde) und jetzt der angeblich gefälschte Fitnesstest (der auch nicht gezeigt wurde).

    Diese Unterstellung bzgl. der Fitnesstest ist wieder mal einfach nur hirnrissig und unverschämt. :wall: :pillepalle: Es gab meines Wissens von den Betroffenen keinen Widerspruch, auch müssten die Betroffenen einer Veröffentlichung wohl zustimmen. Ist nicht geschehen. Warum nicht?

    Und: Welches Interesse hat die EHF daran, ihr bestes Gespann (deine Interpretation) aus dem Verkehr zu ziehen?

  • Die Leistungen der Schiedsrichter bei diesem Turnier sind wirklich unter aller Sau und auf Sicht ein riesiges Problem für den Handball.

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Problem immer nur bei den Schiris zu suchen ist? Vielleicht muss man auch überlegen wie man welche Regeln an die Entwicklung des Spiel anpasst. Die Idee Spieler zu schützen ist ja löblich. Der Viedobeweis ist ein sinnvolles Hilfsmittel, aber wenn als das zum Beispiel zur massiven Zunahme von Schauspielerei führt, dann wird die Arbeit der Schiris nicht leichter! Fehler sind für mich nicht wirklich das entscheidende Problem. Es wäre natürlich schön, wenn man die Fehlerquote senken könnte (auch durch technische Hilfsmittel), aber vor allem wäre gleiche Regelauslegung das Nonplusultra!

  • Durch die vergleichsweise häufige Nutzung des Videobeweises wirkt die Leistung vieler Schiedsrichtergespanne auf mich subjektiv weniger souverän .....

    Wenn ein SR direkt neben dem Tor steht und nicht erkennt, dass der Ball in doppeltem Umfang hinter der Linie war, sondern dafür der Videobeweis herangezogen werden muss, wirkt das nach außen alles andere als souverän...

    Die technischen Hilfsmittel sind Fluch und Segen zugleich! Viele Entscheidungen trifft ein Schiri sicherlich aus einer Mischung aus Gefühl und Erfahrung. Ich glaube nicht das man Schritte wirklich mitzählen kann, sondern als Schiri schaut man auf den Bewegungsablauf. Gleiches gilt vermutlich bei so einer Torentscheidung. Aber da es die Technik eben gibt läuft man halt auch immer Gefahr das Fehler aufgedeckt werden! Insofern kann ich schon verstehen, dass man lieber schaut ob Tor oder nicht Tor. Was meinste was los ist, wenn der Schiri ein Tor gibt, der Ball nicht im Tor war und das Spiel geht +1 aus??


    Vielleicht vereinfacht es sich ja, wenn es im Handball auch irgendwann Torlinientechnik gibt oder nen Chip im Ball!

  • Für mich ist und bleibt die Lösung die Trainer-Challenge. Berechtigt eingelegt bleibt sie erhalten, unberechtigt ist sie verwirkt.

    Ich sehe nicht, wie sie funktionieren kann. Dafür gibt es zu viel Interpretationsspielraum im Handball.
    Und wann darf die Challenge genommen werden? Wenn die andere Mannschaft einen Tempogegenstoß läuft?

    Ich halte es für zielführender den Interpretationsspielraum zu verringern, also mehr Schwarz Weiß Entscheidungen.
    Aber auch das wird zu Diskussionen führen.

  • Ein dritter Schiedsrichter wurde doch schon getestet. Das wäre jedenfalls eine Anpassung ans gestiegene Tempo.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Problem immer nur bei den Schiris zu suchen ist? Vielleicht muss man auch überlegen wie man welche Regeln an die Entwicklung des Spiel anpasst. Die Idee Spieler zu schützen ist ja löblich. Der Viedobeweis ist ein sinnvolles Hilfsmittel, aber wenn als das zum Beispiel zur massiven Zunahme von Schauspielerei führt, dann wird die Arbeit der Schiris nicht leichter! Fehler sind für mich nicht wirklich das entscheidende Problem. Es wäre natürlich schön, wenn man die Fehlerquote senken könnte (auch durch technische Hilfsmittel), aber vor allem wäre gleiche Regelauslegung das Nonplusultra!

    Es gibt den Pfiff "Schwalbe" auch im Handball. Bei Schauspielerei steht es den Schiedsrichtern zu, diesen zu nehmen, sehr schön gezeigt im Spiel Österreich vs Serbien. Nur hat man das Gefühl, einige wissen davon nichts bzw. trauen sich nicht, ihn zu nutzen.

    Für mich persönlich sollte es auch eine Strafe gegen Torhüter geben, wenn die fälschlicher Weise einen Kopftreffer monieren, der sich durch VB klar als falsch erweist. Ist leider nicht jeder Torhüte ein PdV...

  • Wurde Schauspielerei in dieser EM überhaupt einmal gepfiffen bzw. per VB entlarvt?

    Die technischen Hilfsmittel sind Fluch und Segen zugleich! Viele Entscheidungen trifft ein Schiri sicherlich aus einer Mischung aus Gefühl und Erfahrung.

    Ich denke es ist einfach menschlich, wenn man auf einmal vieles nochmal überprüfen und korrigieren kann, was man jahrzehntelang vorher nicht konnte, fängt man halt irgendwann an, anders zu arbeiten, sprich zu pfeifen.

    Und das sieht eben für den Beobachter, wenn man die gewohnten Maßstäbe weiterhin anlegt, erstmal unsouverän aus. Aus Schiedsrichtersicht mag das anders sein: ich habe diese Mittel, also nutze ich sie um die letzten 10, 20 % auch noch möglichst auszuräumen, auch wenn es erstmal unbeholfen aussieht.

  • Es gibt den Pfiff "Schwalbe" auch im Handball. Bei Schauspielerei steht es den Schiedsrichtern zu, diesen zu nehmen, sehr schön gezeigt im Spiel Österreich vs Serbien. Nur hat man das Gefühl, einige wissen davon nichts bzw. trauen sich nicht, ihn zu nutzen.

    Für mich persönlich sollte es auch eine Strafe gegen Torhüter geben, wenn die fälschlicher Weise einen Kopftreffer monieren, der sich durch VB klar als falsch erweist. Ist leider nicht jeder Torhüte ein PdV...

    Schöne Theorie, praktisch eher schwierig. Wer legt denn fest, wie groß das individuelle Schmerzempfinden sein darf? Wenn zwei Körper in hoher Geschwindigkeit einander berühren, dann hat das Auswirkungen und die Kontakte sind im Video meist auch eindeutig, nur die Intensität und Wirkung sind kaum objektiv zu bewerten, ob mit oder ohne Bildschirm.

    Kleines Beispiel, wenn du dich schonmal mit einem Rennrad bei über 40 km/h beim Vordermann "aufgehängt" hast, weiß du, wie wenig Berührung ausreicht, um viele Schmerzen zu erzeugen;) oder aus dem Alltag, wenn du mit dem Auto bei 100 km/h einen Bordstein touchierst, hat das ganz andere Auswirkungen, als wenn dir das beim Einparken passiert.

    Für immer erster deutscher Championsleaguesieger!

    Magdeburg ist Handball, Handball ist Magdeburg. So ist das! (J.Abati)

  • Aus deutscher Sicht sollte man nachher Frankreich die Daumen drücken.

    Sonst könnte es sogar mit Siegen gegen Norwegen und Frankreich, bei einer knappen Niederlage (ab 2 oder 3 Tore) gegen Dänemark, vorbei sein.

  • Schöne Theorie, praktisch eher schwierig. Wer legt denn fest, wie groß das individuelle Schmerzempfinden sein darf? Wenn zwei Körper in hoher Geschwindigkeit einander berühren, dann hat das Auswirkungen und die Kontakte sind im Video meist auch eindeutig, nur die Intensität und Wirkung sind kaum objektiv zu bewerten, ob mit oder ohne Bildschirm.

    Kleines Beispiel, wenn du dich schonmal mit einem Rennrad bei über 40 km/h beim Vordermann "aufgehängt" hast, weiß du, wie wenig Berührung ausreicht, um viele Schmerzen zu erzeugen;) oder aus dem Alltag, wenn du mit dem Auto bei 100 km/h einen Bordstein touchierst, hat das ganz andere Auswirkungen, als wenn dir das beim Einparken passiert.

    NaJa, wenn sich der Angreifer sofort das Gesicht hält, obwohl er „nur“ auf der Brust getroffen wurde oder der Abwehrspieler wie vom Sniper getroffen schreiend umfällt, bevor in der Angreifer überhaupt berührt, sind das schon Indizien für Schauspielerei.

    Immer weiterkämpfen!

  • Das Problem ist nicht Schauspielerei mach keinem Gesichtstreffer. Kommt vergleichsweise sehr selten vor.

    Das Problem (das seit der WM massiv zugenommen hat) ist Schauspielerei nach Treffern. Die Gefoulten wissen, sie haben dann nichts zu verlieren, weil es mindestens zwei Minuten gibt. Sie schicken damit die Schiris zum Bildschirm und hoffen auf Rot (was leider zu oft klappt).

  • Wurde Schauspielerei in dieser EM überhaupt einmal gepfiffen bzw. per VB entlarvt?

    Ich denke es ist einfach menschlich, wenn man auf einmal vieles nochmal überprüfen und korrigieren kann, was man jahrzehntelang vorher nicht konnte, fängt man halt irgendwann an, anders zu arbeiten, sprich zu pfeifen.

    Und das sieht eben für den Beobachter, wenn man die gewohnten Maßstäbe weiterhin anlegt, erstmal unsouverän aus. Aus Schiedsrichtersicht mag das anders sein: ich habe diese Mittel, also nutze ich sie um die letzten 10, 20 % auch noch möglichst auszuräumen, auch wenn es erstmal unbeholfen aussieht.

    Ja, Österreich vs Serbien wurde auf Schwalbe entschieden, weil der Kopf theatralisch zurück geworfen wurde, um ein Stürmerfoul zu bekommen 😉

  • Schöne Theorie, praktisch eher schwierig. Wer legt denn fest, wie groß das individuelle Schmerzempfinden sein darf? Wenn zwei Körper in hoher Geschwindigkeit einander berühren, dann hat das Auswirkungen und die Kontakte sind im Video meist auch eindeutig, nur die Intensität und Wirkung sind kaum objektiv zu bewerten, ob mit oder ohne Bildschirm.

    Kleines Beispiel, wenn du dich schonmal mit einem Rennrad bei über 40 km/h beim Vordermann "aufgehängt" hast, weiß du, wie wenig Berührung ausreicht, um viele Schmerzen zu erzeugen;) oder aus dem Alltag, wenn du mit dem Auto bei 100 km/h einen Bordstein touchierst, hat das ganz andere Auswirkungen, als wenn dir das beim Einparken passiert.

    Es geht um theatralisches Hände vors Gesicht schlagen ohne Kopftreffer, oder erst zeitlich deutlich verzögerte Reaktionen, wie halten von gesicht, schulter etc oder liegenbleiben nach blick zum Schiedsrichter, wenn der Schiedsrichter nicht das gepfiffen hat, was man gerne hätte. Tritt immer mehr auf...

    Bestes Beispiel sind die geschauspielerzen Kopftreffer bei Torhütern. Da gibt es in der Liga einige, bei denen man immer damit rechnen muss und nur wenige, die so ehrlich sind und zum Schiedsrichter gehen und sagen, dass sie nicht getroffen bzw der Ball Brust oder Schulter zuerst berührt hat. Bestes Beispiel ist einfach PdV, der das schon bei 2 7m gemacht hat, wo der Schütze glatt mit rot gegangen wäre.

  • 1:30 gespielt und es geht schon wieder los. Frade hat den Ball in der Hand und Descart schlägt ihn raus und wirft ein Tor!

    Das ist einfach das grundlegende Problem, nach Regeln wird seit Jahren nicht mehr gepfiffen!

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!

    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)

    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)

  • Bestes Beispiel ist einfach PdV, der das schon bei 2 7m gemacht hat, wo der Schütze glatt mit rot gegangen wäre.

    Aber es gibt doch gar kein rot mehr, oder ist das schon länger her?

    Das Erste, was ein Kind lernt, ist gegen den Ball zu treten! Wenn es intelligent ist, nimmt es ihn später in die Hand !!!

    Die Wissenschaftler haben herausgefunden..... und sind auch wieder reingekommen :)

    Politiker sind wie Windeln, man sollte sie oft wechseln, und aus den gleichen Gründen! (Mark Twain)