1. Bundesliga Frauen Saison 2025/2026

  • Arme einzusetzen darf natürlich nicht bedeuten, dass man die Gegenspielerin festhält bzw. klammert – das wäre eher Football als Handball. Aber wenn man den Körper schützen will, braucht man die Arme als Puffer, um die Wucht des Aufpralls abzufangen. Bei voller Geschwindigkeit ist die kinetische Energie schließlich enorm: Sie steigt mit der Masse und – noch stärker – mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Deshalb ist das Risiko für die Abwehr deutlich höher, dass ein Kontakt ungünstig ausgeht, besonders wenn der Angreifer instinktiv versucht, sich selbst zu schützen.

    Das ist ja alles richtig und gerade auch im Zusammenhang mit den erwähnten physikalischen Grundlagen insofern von besonderer Bedeutung, weil damit in dem hier diskutierten Beispiel der Angreiferin eine besondere Verantwortung zukommt. Die aber regeltechnisch nicht ausreichend und vor allen Dingen nicht exakt flankiert ist. Und genau dieser Fakt stört mich enorm, denn er ist nicht nur für die Schiedsrichter ein Problem sondern provoziert eben auch solche schweren Verletzungen wie in diesem Fall. Wer hier keinen Handlungsbedarf sieht, hat in meinen Augen keinerlei ... Ach, lassen wir das.

    Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, was die Wahrnehmung und Bewertung solcher Aktionen im Amateurbereich auslösen kann? Mir kommt da spontan der Begriff "Dampframmenhandball" in den Sinn...

    Im Fußball hat der Begriff "Gefährliches Spiel" seit Generationen einen wichtigen Stellenwert. Wenn Handball weiterhin so gespielt werden soll wie derzeit, sollte man ernsthaft überlegen, das zu übernehmen!

  • Zitat

    Adrian Fuladdjusch

    War Jugend-Spieler bei der HG O/S - entgegen der weiter oben getätigten Aussagen leben wir noch. :irony:

    Im Anfang war das Nichts - und das ist dann explodiert." (Terry Pratchett)
    1990 + 1974 - 1954 = 2010  (nur ein kleiner RECHENFEHLER)

  • Wenn ne Abwehrspielerin ne Angreiferin umklammert, ist es einfach kein Stürmerfoul.

    Das war vor 30 Jahren so und wird auch in 30 Jahren noch so sein.

    Wenn eine Angreiferin in eine stehende Abwehrspielerin rennt, dann ist das ein Stürmerfoul!

    Das war vor 30 Jahren so und das sollte auch heute und in 30 Jahren so sein!!

    Und wenn das auch noch mit hohem Tempo geschieht, sollte es unbedingt progressiv bestraft werden, damit erst gar keine Spielerin auf die Idee kommt, es zu versuchen!!!

  • Warum hat denn eigentlich der BSV Dirk Leun freigestellt?

    Das habe ich mich von Anfang an gefragt. Er hat stets aus wenig viel gemacht. Und jetzt bekommt man die Quittung dafür.

    Das einzig Gute beim Spiel gegen Blomberg war, das die jungen Spielerinnen Tore geworfen haben. Das hat mich gefreut.

  • Das ist ja alles richtig und gerade auch im Zusammenhang mit den erwähnten physikalischen Grundlagen insofern von besonderer Bedeutung, weil damit in dem hier diskutierten Beispiel der Angreiferin eine besondere Verantwortung zukommt. Die aber regeltechnisch nicht ausreichend und vor allen Dingen nicht exakt flankiert ist. Und genau dieser Fakt stört mich enorm, denn er ist nicht nur für die Schiedsrichter ein Problem sondern provoziert eben auch solche schweren Verletzungen wie in diesem Fall. Wer hier keinen Handlungsbedarf sieht, hat in meinen Augen keinerlei ... Ach, lassen wir das.

    Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, was die Wahrnehmung und Bewertung solcher Aktionen im Amateurbereich auslösen kann? Mir kommt da spontan der Begriff "Dampframmenhandball" in den Sinn...

    Im Fußball hat der Begriff "Gefährliches Spiel" seit Generationen einen wichtigen Stellenwert. Wenn Handball weiterhin so gespielt werden soll wie derzeit, sollte man ernsthaft überlegen, das zu übernehmen!

    Das wäre unnötig, denn das Regelwerk ist diesbezüglich (Regel "8" schon ausreichend, da die Schiedsrichter den sog. "Ermessensspielraum" haben. Handballschiedsrichter entscheiden eigenständig, was sie zulassen und was nicht. Beim Fußball sind den Schiedsrichtern engere Grenzen gesetzt (siehe Regel 12 "Gefährliches Spiel").

    Offensichtlich ist es für gute Handball-Schiedsrichter auch bisher kein Problem die gängigen Situationen objektiv für alle Beteiligten einzuordnen. Angreifer mit Tempo tragen selbstverständlich immer eine Mitverantwortung, wenn sie Kontakt suchen. Und der "anlaufende Außen" wird durch die gängige Regelauslegung sogar noch mehr geschützt als der Angreifer im freien Feld, solange keine aktive Kontaktsuche des Angreifers vorliegt.

    Es ist viel mehr ein Problem für die Zuschauer und die Kommentatoren, die überfordert sind mit der Einordnung, insbesondere wenn jemand verletzt am Boden liegen bleibt. Da verschiebt sich der Fokus ganz schnell, was für emphatische Menschen völlig normal ist. Im konkreten Beispiel haben die beiden am Mikrofon auch Probleme zu rekapitulieren, was da Sekunden vorher passiert ist.

    Als Gelegenheitsschauer hast Du kaum eine Chance das Bewertungsmodell der Schiedsrichter für die Aktionen mit "hoher Intensität" nachzuvollziehen, dazu musst Du Dich schon ziemlich intensiv mit den Regeln, gängigen Regelauslegungen und passenden Spielszenen beschäftigen. (Macht außerhalb der Handball-Ecke vermutlich kaum jemand... :cool:, wäre evtl. ein Thema für den DHB Wissenschaftspreis.)

    Einmal editiert, zuletzt von nozdormu (8. Januar 2026 um 10:58)

  • Ihr tut so, als wäre das hier ein Regelproblem mit Paragraphenreiterei, Auslegungen etc.

    Ich sag euch:

    Zeigt die Szene 100 Hobby-Handballern, die noch nie in ihrem Leben ins Regelheft geguckt haben - maximal 20 davon sagen „Stürmerfoul“. Und das ist schon hoch gegriffen.

  • Ihr tut so, als wäre das hier ein Regelproblem mit Paragraphenreiterei, Auslegungen etc.

    Ich sag euch:

    Zeigt die Szene 100 Hobby-Handballern, die noch nie in ihrem Leben ins Regelheft geguckt haben - maximal 20 davon sagen „Stürmerfoul“. Und das ist schon hoch gegriffen.

    Könnte stimmen, meine Frau dazu: Warum ist die Abwehrspielerin nicht progressiv für ihren Klammerversuch bestraft worden?

  • Ihr tut so, als wäre das hier ein Regelproblem mit Paragraphenreiterei, Auslegungen etc.

    Ich "tue nicht so", es ist meine feste Überzeugung, dass es (nicht nur an dieser Stelle) in Verbindung mit dem Rennball-Handball von heute gravierende Probleme mit dem Regelwerk und seiner Umsetzung gibt mit u.a. der Folge, dass die Verletzungsgefahr immer weiter zunimmt!

    Ich sag euch:

    Zeigt die Szene 100 Hobby-Handballern, die noch nie in ihrem Leben ins Regelheft geguckt haben - maximal 20 davon sagen „Stürmerfoul“. Und das ist schon hoch gegriffen.

    Viel lieber würde ich 500 Spielerinnen, Trainer, Schiedsrichter, Verbandsfunktionäre, Teamärzte und Physiotherapeuten aus dem professionellen Bereich des Frauenhandballs einzeln (!) befragen, wie sie diese Szene bewerten.

    Warum ausgerechnet du in diesem Zusammenhang nur Amateure befragen willst, wird seine Gründe haben...

  • Viel lieber würde ich 500 Spielerinnen, Trainer, Schiedsrichter, Verbandsfunktionäre, Teamärzte und Physiotherapeuten aus dem professionellen Bereich des Frauenhandballs einzeln (!) befragen, wie sie diese Szene bewerten.

    Ärzte und Physios haben nicht unbedingt Ahnung von Handball.

    Fragst du SpielerInnen, Trainer, Schiris etc. aus dem Profibereich, hast du unter zehn Prozent, die da auf Stürmerfoul entscheiden.

    Den Amateurhandball hab ich herangezogen, um zu verdeutlichen, dass hier keine neuen Anweisungen, Paragraphen oder Regel-Details eine Rolle spielen (denn die kennen die Hobby-Spieler gar nicht).

    In keiner Liga und zu keiner Zeit war das ein Stürmerfoul!

  • Ärzte und Physios haben nicht unbedingt Ahnung von Handball

    Aber von Verletzungen und ihren Folgen ...

    Wie schon mehrfach zum Ausdruck gebracht:

    Es geht mir nicht allein darum, ob das ein Stürmerfoul war oder nicht, sondern vor allen Dingen auch darum, dass es ein Stürmerfoul sein muss, wollen wir die Mannschaften nicht immer weiter dezimieren!

    Einmal editiert, zuletzt von BlKW168 (8. Januar 2026 um 14:15)

  • Aber von Verletzungen und ihren Folgen ...

    Wie schon mehrfach zum Ausdruck gebracht:

    Es geht mir nicht allein darum, ob das ein Stürmerfoul war oder nicht, sondern vor allen Dingen auch darum, dass es ein Stürmerfoul sein muss, wollen wir die Mannschaften nicht immer weiter dezimieren!

    Würde den Charakter des Spiels ändern, wäre auch überlegenswert, ist aber nur schwer vorstellbar, dass das kommen wird.

    Dass es mehr und schwerere Verletzungen durch höhere Geschwindigkeiten und damit letztendlich auch mehr individuelle Aktionen pro Spiel in einem Sport gibt, lässt sich mit einfachsten Mitteln statistisch nachweisen ("zählen"). Das gilt für viele Sportarten und muss noch nicht mal ein Kontaktsport sein (siehe Skifahren). Ist dem Zeitgeist des "Höher, Weiter, Mehr" (mehr Spektakel) geschuldet.

  • echt jetzt horst65??????

    wie immer , maximal provozierend und beleidigend

    nur bei der Gesamtbewertung der Szene bin ich leider bei ihm
    Die Abwehrspielerin steht nach meiner Wahrnehmung eben nicht sondern befindet sich beim Kontakt noch - wenn auch gering und im Geschwindigkeitsvergleich langsam - in einer Vorwärtsbewegung
    der Erstkontakt erfolgt noch frontal, die schlimme Folge kommt durch die Drehung an/um der/die Frau, die ist aber m.E. nicht zu bestrafen, weil die Aktion und nicht die Folge zu bewerten ist

  • Ich versuch es mal hier:

    Die Schiedsrichter müssen in dieser Spielsituation entscheiden ob das Klammern zuerst war (Foul der Abwehrspielerin) oder ob es ein anrennen war (Stürmerfoul) und danach erst geklammert wurde. Sie haben sich entschieden es nicht als Stürmerfoul zu werten weil die Angreiferin mit einer Drehung sich lösen kann und danach zu einer klaren Torgelegenheit kam. Wenn Sie das laufen lassen sage ich sogar: Super dass sie den Vorteil laufen lassen. Wenn sie es als Stürmerfoul pfeifen sage ich: Ja kann man machen. In Realgeschwindigkeit und aus der Position der Schiedsrichter ist das schwierig zu beurteilen.

    Was mich an der Diskussion stört:

    Ich sehe keinen groben Fehler der Schiedsrichter. Sie nehmen eine Situation wahr, beurteilen diese und werden sich das im Nachhinnein sicherlich anschauen. Außerdem kann man der Spielerin keinesfalls vorwerfen eine Verletzung in Kauf zu nehmen. Warum ? Sie macht das in jedem Spiel zigmal, jetzt kam es (leider !!!) einmal zu einer schweren Verletzung. Wenn man das als Maßstab nimmt, müsste jedes Foul dazu führen dass man eine Verletzung in Kauf nimmt.

  • Das wäre unnötig, denn das Regelwerk ist diesbezüglich (Regel "8" schon ausreichend, da die Schiedsrichter den sog. "Ermessensspielraum" haben. Handballschiedsrichter entscheiden eigenständig, was sie zulassen und was nicht. Beim Fußball sind den Schiedsrichtern engere Grenzen gesetzt

    Aus meiner Sicht ein ganz entscheidender Aspekt in diesem Disput. Genau diese Ermessensspielräume bzw. ihre Inanspruchname sind immer wieder Anlass zu toxischen Diskussionen, denn eine tatsächliche Gleichbehandlung in vergleichbaren Situationen ist in der Realität nur selten wirklich gegeben. Und das ist ausdrücklich kein Vorwurf (nur) an die Schiedsrichter. Der Fehler liegt im System. Schiedsrichter sind keine Maschinen, keine Computer. Ihre Wahrnehmungen und damit logischerweise auch ihre Entscheidungen sind immer subjektiv geprägt, keine noch so gute Schulung kann das vermeiden. Schon gar nicht, wenn die "Eliteschiedsrichter" und der Rest nicht gemeinsam, sondern in unterschiedlichen Lehrgängen unterwiesen bzw. auf "Linie" gebracht werden. Ich hatte dieses Problem in der HE übrigens vor längerer Zeit auch schon mal thematisiert.

    Einen Ausweg aus diesem Dilemma sehe ich nur in klaren Regeln, deren Anwendung und Umsetzung innerhalb eines Leistungslevels für die Schiedsrichter eben gerade keine Spielräume, keine lange Leine, sondern für alle Beteiligten vom Spieler über die Schiedsrichter und Trainer bis zum Zuschauer nahezu ausschließlich nachvollziehbare Entscheidungen bietet. Denn das Gerechtigkeitsempfinden spielt auch und gerade im Sport eine viel größere Rolle als es sich in den Diskussionen hier abbildet. Gelingt es nicht, dieses auch adäquat zu bedienen, werden sich die Reihen der Beteiligten nach und nach immer weiter lichten. Und der diesbezügliche Point of no return ist in gar nicht so wenigen Regionen unseres Landes nicht so fern, wie manch' einer vielleicht noch glaubt. Die vermeintliche Show alleine immer weiter in das Zentrum aller Bestrebungen zu stellen, hilft da nicht weiter, ganz im Gegenteil...

  • Bin ich prinzipiell bei Dir, ist aber erfahrungsgemäß unwahrscheinlich, dass das jemals im Handball passieren wird. - Es ist vieles, was gelebte Praxis ist, nicht in den Regeln komplett abgebildet und obliegt nicht wirklich transparent der Allgemeinheit kommunizierter Absprachen. Schiedsrichterchefin Jutta E. ist ja ganz stolz auf das auf „Linie bringen“ der Eliteschiedsrichter vor der Saison, aber was sich da an Richtlinien geändert hat, erfährt der normale Fan in der Halle eben nicht so einfach und wundert sich dann oder regt sich auf. Von den Klassen unterhalb der. Dritten Ligen oder den Jugendbundesligen will ich gar nicht reden, da machen die Schiedsrichter gefühlt ihr eigenes Ding.

  • Ich versuch es mal hier:

    Die Schiedsrichter müssen in dieser Spielsituation entscheiden ob das Klammern zuerst war (Foul der Abwehrspielerin) oder ob es ein anrennen war (Stürmerfoul) und danach erst geklammert wurde. Sie haben sich entschieden es nicht als Stürmerfoul zu werten weil die Angreiferin mit einer Drehung sich lösen kann und danach zu einer klaren Torgelegenheit kam. Wenn Sie das laufen lassen sage ich sogar: Super dass sie den Vorteil laufen lassen. Wenn sie es als Stürmerfoul pfeifen sage ich: Ja kann man machen. In Realgeschwindigkeit und aus der Position der Schiedsrichter ist das schwierig zu beurteilen.

    Was mich an der Diskussion stört:

    Ich sehe keinen groben Fehler der Schiedsrichter. Sie nehmen eine Situation wahr, beurteilen diese und werden sich das im Nachhinnein sicherlich anschauen. Außerdem kann man der Spielerin keinesfalls vorwerfen eine Verletzung in Kauf zu nehmen. Warum ? Sie macht das in jedem Spiel zigmal, jetzt kam es (leider !!!) einmal zu einer schweren Verletzung. Wenn man das als Maßstab nimmt, müsste jedes Foul dazu führen dass man eine Verletzung in Kauf nimmt.

    Sehr wichtige Aussage - ich würde sogar soweit gehen, dass wir hier eine "Allgemeine Diskussion" führen und uns nicht über eine Fehlentscheidung aufregen. Finde es wurden viele gute und differenzierte Meinung dazu genannt und bei der Einschätzung würde ich auch mitgehen. Diese Situation in Echtzeit zu beurteilen wäre für mich wohl fast unmöglich gewesen und alleine deshalb würde ich die Schiris nicht kritisieren aber ich halte es weiterhin für richtig über Situationen wie diese zu diskutieren. Am Ende alles so oder so brotlos weil unsere Aussagen nichts an der Linie oder Entscheidung ändern wird.