Arme einzusetzen darf natürlich nicht bedeuten, dass man die Gegenspielerin festhält bzw. klammert – das wäre eher Football als Handball. Aber wenn man den Körper schützen will, braucht man die Arme als Puffer, um die Wucht des Aufpralls abzufangen. Bei voller Geschwindigkeit ist die kinetische Energie schließlich enorm: Sie steigt mit der Masse und – noch stärker – mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Deshalb ist das Risiko für die Abwehr deutlich höher, dass ein Kontakt ungünstig ausgeht, besonders wenn der Angreifer instinktiv versucht, sich selbst zu schützen.
Das ist ja alles richtig und gerade auch im Zusammenhang mit den erwähnten physikalischen Grundlagen insofern von besonderer Bedeutung, weil damit in dem hier diskutierten Beispiel der Angreiferin eine besondere Verantwortung zukommt. Die aber regeltechnisch nicht ausreichend und vor allen Dingen nicht exakt flankiert ist. Und genau dieser Fakt stört mich enorm, denn er ist nicht nur für die Schiedsrichter ein Problem sondern provoziert eben auch solche schweren Verletzungen wie in diesem Fall. Wer hier keinen Handlungsbedarf sieht, hat in meinen Augen keinerlei ... Ach, lassen wir das.
Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, was die Wahrnehmung und Bewertung solcher Aktionen im Amateurbereich auslösen kann? Mir kommt da spontan der Begriff "Dampframmenhandball" in den Sinn...
Im Fußball hat der Begriff "Gefährliches Spiel" seit Generationen einen wichtigen Stellenwert. Wenn Handball weiterhin so gespielt werden soll wie derzeit, sollte man ernsthaft überlegen, das zu übernehmen!