Tja, bestimmt 2000 der 2035 Zuschauer gestern in Rotterdam hielten mit den Rumäninnen beim recht stürmisch gefeierten Sieg gegen Japan - so erklang auch nach Spielende aus den Hallenlautsprechern 'Din toata imina -pentru Romania'
Tja, der musikalische Gruß nach Frankreich stammt noch aus einer besseren Zeit (die unvergessene EM 2018 mit dem Galaauftritten und der Kreuzbandverletzung von Cristina Neagu), das Interesse in Rumänien an der Nationalmannschaft hat doch deutlich nachgelassenen - aufwendige Samtagabendshows im ersten staatlichen Programm zur Verabschiedung der 'Equipa Nationala de handbal' zur Reise 'in die Fremde' gibt es nicht mehr. Das Vorfeld des Turniers war gekennzeichnet durch Querelen rund um die Nationalmannschaft.
Wie im ersten Spiel gegen die Kroaten (die nichts mehr gemein haben mit der EM-Mannschaft aus dem unvergessenen Dänemark Turnier) war der Sieg gegen Japan und die damit verbundene Quali zur Hauptrunde recht knapp. Verbindungsglied zu alten Zeiten ist eigentlich nur etwas Yulia Dumanska, die als blutjunges Mädchen und 3. Torwartin beim HCM mit den Großen im rumänischen Handball zusammengespielt hat (etwa: 'capitanul' Elisei, der glamourösen Ada Nechtia, Paula Ungureanu oder die Lokalikone Meli Geiger) - und vornehmlich damals dadurch auffiel, dass sie immer so traurig guckte, wenn sie bedeutungslose Gegentreffer in längst entschiedenen Begegnungen erhielt, wo sie in der Schlussphase erbarmungslos eingesetzt wurde.
Im Turnier war die mittlerweile 29-jährige (die wieder 'daheim' in Baia Mare spielt) Leistungsträgerin, zusammen mit Curment bildete sie bislang ein starkes TW-Gespann.
Der Kader ist gekennzeichnet durch eine seltsame Anhäufung von Mittelspielerinnen, mit Grozav (Tochter von Mariana Tirca) steht auch nur eine Shooterin auf RL zur Verfügung, gewohnt wechseln sich bei ihr brilliante und unverständliche Entscheidungen ab (Karnaval/Skrobic scheint nach ihren Verletzungen primär für die Abwehr zuständig zu sein, wo sie für körperliche Präsenz sorgt). Das ewige Thema RR wird primär wieder mit einer Mittelfrau gelöst (Popa hat da ja z.B. einige Routine), aber Rosu/Drache scheint als Linkshänderin da durchaus einsetzbar zu sein (Alicia Gogirla, Tochter von Simona, bis zu ihrem Kreuzbandriss eines der größten Talente im Jugendbereich des Welthandballs auf RR, eher nicht).
Viel, sehr viel läuft über den Kreis, Loreana Ostase ist natürlich klasse, die ganzen Mittelfrauen sind auch sehr gute Handballerinnen, im spielerischen Bereich und auch 1-1. Außen ist alles solide, Kerekes spielt sich zunehmend in den Vordergrund.
Tja, Montag gegen Dänemark am 'traditionellen' EM/WM-Spiel zum rumänischen Nationalfeiertag ('Ziua Nationala') wird man chancenlos sein....die Spielerinnentypen der Rumäninnen sind sich größtenteils zu ähnlich und gegen (körperlich) starke Abwehrformationen wird die Durchschlagskraft fehlen, die Qualität der eigenen Abwehr wird man dann sehen (da sind Kroatien und Japan einfach keine echten Prüfsteine - und das war ja schon recht mühevoll, auch aufgrund großer Nervosität/Unsicherheit jeweils in den 1. Halbzeiten)
Ps. IHF-Kommentatoren wieder gewohnt klasse - ohne jede Effekthascherei und 'ego-trips' und stets wertschätzend - immer zuverlässig bei der Kommentierung von SR-Entscheidungen und voll auf der Höhe.