Handball-EM 2026 - Hauptrunde, Gruppe I

  • Freundschaft!

    Ich lese hier immer wieder, Gislason hätte das beste Spieler"material" seit Jahren zur Verfügung. Das sehe ich anders.

    Also langsam wird es albern. Dass hat Alfred sogar selber gesagt.

  • Jogi99

    Die Frage ist doch, warum die Spieler, die in der Nationalmannschaft schon abgeliefert haben (Knorr, Köster, Uscins), es bei diesem Turnier alle nicht hinkriegen.

    Ich find auf die Frage bisher keine Antwort.

    Form? Spielverlauf? Gegner? Pech?

    Es ist ja nicht so, dass „mieser Trainer“ die einzige mögliche Antwort ist.

  • Freundschaft!

    Form? Spielverlauf? Gegner? Pech?

    Es ist ja nicht so, dass „mieser Trainer“ die einzige mögliche Antwort ist.

    OOOOODER man versucht es erst Mal mit der offensichtlichsten Erklärung: Die Spieler bekommen offensiv keine Spielstruktur an die Hand. Da gibt es so ein, zwei dezente Hinweise mit dem Zaunpfahl. Zum einen: man sieht das Spiel. Zum anderen: man hört die Auszeiten.

  • Beim Trainer ist es wie bei den Spielern:

    1. Die kann man sich nicht backen

    2. ein guter Vereinstrainer kann ein schlechter Nationaltrainer sein - und umgekehrt

    3. taktische Finessen sind in Turnieren nicht so wichtig wie strategisches Vorgehen

    Sieben individuell gute Spieler ergeben noch kein gutes Team. Ich lese hier immer wieder, Gislason hätte das beste Spieler"material" seit Jahren zur Verfügung. Das sehe ich anders. Er setzt es nur offensichtlich besser ein als andere Trainer. Und natürlich sind wir nicht bei 100%, sondern vielleicht bei 85%. Das reicht, solange andere Länder/ Trainer nur bei 80% sind. Und wer glaubt, ein Trainer sei nur ein guter Trainer, wenn er gestandenen Profis Laufwege vorgibt, der hält Spieler wohl für Marionetten, die auf der Platte nicht selbst entscheiden können, was in der individuellen Spielsituation das Sinnvollste ist.

    Trainer kann man sich nicht backen, aber der DHB sollte einen Pool kennen, aus dem er wählen kann.

    Gerade in Turnieren sind taktische Finessen, also das Reagieren auf einen Gegner mit Eigenheiten, wichtig.

    Und das strategische Vorgehen vermisse ich schon lange. Strategisches Vorgehen heißt, ein spielerisches Konzept zu entwickeln, das zu den vorhandenen Spielern passt und in das die Spieler dann eingebettet werden. Und das bedeutet, Auftakthandlungen zu initiieren, Laufwege und Spielzüge einzustudieren, Sperren zu setzen, Verteidiger zu binden und für den Nebenmann Räume zu schaffen. Sowas kommt nicht von alleine, wenn Spieler normalerweise nicht zusammen spielen. Unsere technischen Fehler (Fehlpässe) resultieren genau aus nicht vorhandenen Vorgaben. Und daraus, dass Spieler in der individuellen Spielsituation verscheiden Ansichten haben, was denn nun das Sinnvollste sei. Einer will kreuzen, der andere geht parallel, und dann??

    Ich weiiß nicht, ob Spieler, denen man die Laufwege und Anspielmöglichkeiten an die Hand gibt, sich als Marionetten fühlen. Ich denke eher, dass sie begeistert sind, wenn ein mehrfach einstudierter Spielzug mal wirklich klappt.

  • Das man von einer Nationalmannschaft nicht die Spielzüge einer Clubmannschaft erwarten kann ist ja logisch (dafür gibts viel zu wenig Trainigszeit und zu wenig Auswahl an Spielern). Den Versuch hatten wir ja bei AG Vorgänger.

    Was ich aber sehe ist eine Mannschaft aus Einzelspielern mit dem Prinzip Hoffnung, daß schon irgendwer individuell funktionieren wird und wir bisher das Glück hatten, daß es auch so war. Das sieht man auch an den Wechselorgien. Es hat sich keine deutsche "Stammmannschaft" herauskristalisieren können welche von Außen punktuell ergänzt werden könnte. Wechsel passieren nach dem Prizip Hoffnung.

    Ich kann da jedefalls kei Konzept erkennen und bisher hatten wir das Glück auf unserer Seite (jeweils 1-2 Spieler mit einem "Sahnetag" oder auch mal glückliche SR Entscheidungen).

    Wenn das so bleibt ist vieles möglich, aber ob das die beste Grudlage für die Heim WM ist, ist zumindest in meinen Augen fraglich.

  • Deinen Kommentar verstehe ich nicht. Kannst du ihn bitte erläutern!

    Hätte Gislason denn sagen sollen, dass er eher mittelmäßige Spieler hat?

    Natürlich baut er damit auch subtilen Druck auf die Spieler auf, die sich individuell als Stars fühlen oder vom Umfeld dazu erkoren werden (inkl. der HE). Aber Druck ist im Leistungssport sinnvoll. Wer nicht damit klarkommt, wird ausgetauscht, bis er sich wieder gesammelt hat. Für manche wirkt das dann beliebig und wie ohne Stammformation, aber vielleicht ist das besser als immer dieselben starting seven. Bisher hat es geklappt.

  • Das man von einer Nationalmannschaft nicht die Spielzüge einer Clubmannschaft erwarten kann ist ja logisch (dafür gibts viel zu wenig Trainigszeit und zu wenig Auswahl an Spielern). Den Versuch hatten wir ja bei AG Vorgänger.

    Was ich aber sehe ist eine Mannschaft aus Einzelspielern mit dem Prinzip Hoffnung, daß schon irgendwer individuell funktionieren wird und wir bisher das Glück hatten, daß es auch so war. Das sieht man auch an den Wechselorgien. Es hat sich keine deutsche "Stammmannschaft" herauskristalisieren können welche von Außen punktuell ergänzt werden könnte. Wechsel passieren nach dem Prizip Hoffnung.

    Ich kann da jedefalls kei Konzept erkennen und bisher hatten wir das Glück auf unserer Seite (jeweils 1-2 Spieler mit einem "Sahnetag" oder auch mal glückliche SR Entscheidungen).

    Wenn das so bleibt ist vieles möglich, aber ob das die beste Grudlage für die Heim WM ist, ist zumindest in meinen Augen fraglich.

    Es gibt auch Beispiele, dass man viel wechseln kann ohne das es nach Wechselorgie und ohne das es nach Prinzip Hoffnung aussieht. Die Schweden wechseln z. B. auch jedes Spiel durch. Da kann man fast die Uhr nach stellen und die haben jedes Spiel zum Ende hin klar gestaltet.

    Ich finde z. B. auch die Interviews mit den Spielern sehr interessant. Knorr hat gesagt, dass Lichtlein mehr Spielzeit verdient hätte, vor allem mehr als er selbst und Wolff klang auch nicht so als ob er mit dem Spiel gegen Norwegen zufrieden gewesen wäre.

    Garbagetime ist SCM-Time!

  • Es gibt auch Beispiele, dass man viel wechseln kann ohne das es nach Wechselorgie und ohne das es nach Prinzip Hoffnung aussieht. Die Schweden wechseln z. B. auch jedes Spiel durch. Da kann man fast die Uhr nach stellen und die haben jedes Spiel zum Ende hin klar gestaltet.

    Ich finde z. B. auch die Interviews mit den Spielern sehr interessant. Knorr hat gesagt, dass Lichtlein mehr Spielzeit verdient hätte, vor allem mehr als er selbst und Wolff klang auch nicht so als ob er mit dem Spiel gegen Norwegen zufrieden gewesen wäre.

    Bei Schweden sind es aber (gefühlt) geplante Wechsel, bei uns sind es (von außen betrachtet) Wechsel nach dem Motto "vielleicht läuft es ja mit Spieler XY besser".

  • Hätte Gislason denn sagen sollen, dass er eher mittelmäßige Spieler hat?

    Natürlich baut er damit auch subtilen Druck auf die Spieler auf, die sich individuell als Stars fühlen oder vom Umfeld dazu erkoren werden (inkl. der HE). Aber Druck ist im Leistungssport sinnvoll. Wer nicht damit klarkommt, wird ausgetauscht, bis er sich wieder gesammelt hat. Für manche wirkt das dann beliebig und wie ohne Stammformation, aber vielleicht ist das besser als immer dieselben starting seven. Bisher hat es geklappt.

    Auf die Idee, dass es evtl. stimmen könnte bist du aber nicht gekommen, oder?

    Vielleicht liegst du ja auch mit deinen psychologischen Taschenspielertricks falsch, weil dir die Wahrheit zu profan ist.

    Garbagetime ist SCM-Time!

  • Gerade in Turnieren sind taktische Finessen, also das Reagieren auf einen Gegner mit Eigenheiten, wichtig.

    Und das strategische Vorgehen vermisse ich schon lange. Strategisches Vorgehen heißt, ein spielerisches Konzept zu entwickeln, das zu den vorhandenen Spielern passt und in das die Spieler dann eingebettet werden. Und das bedeutet, Auftakthandlungen zu initiieren, Laufwege und Spielzüge einzustudieren, ...

    Ich hatte nicht geschrieben, dass Taktik nicht wichtig sein, nur dass Strategie wichtiger ist. Strategie ist übrigens nicht das Einstudieren von Laufwegen und Spielzügen, das ist Operations.

    Was andere als Wechselorgien bezeichnen, kann auch Kalkül sein. Stammformationen neigen in Turnieren mit intensiven Spielen alle 2 Tage dazu, früher ausgelaugt zu sein. Die Mannschaft hat 18 Spieler und wenn man die Belastung gut steuert, kann man auch mit einer mittelmäßigen Mannschaft am Ende noch performen. Bisher hat es geklappt. Lieber 3 x mit +2 gewinnen als 1 x mit + 6 und 2 Niederlagen. Ich weiß daher nicht, ob Dänemark und Frankreich sich mit den gestrigen Spielen einen Gefallen getan haben. Wir werden es sehen.

  • Hätte Gislason denn sagen sollen, dass er eher mittelmäßige Spieler hat?

    Natürlich baut er damit auch subtilen Druck auf die Spieler auf, die sich individuell als Stars fühlen oder vom Umfeld dazu erkoren werden (inkl. der HE). Aber Druck ist im Leistungssport sinnvoll. Wer nicht damit klarkommt, wird ausgetauscht, bis er sich wieder gesammelt hat. Für manche wirkt das dann beliebig und wie ohne Stammformation, aber vielleicht ist das besser als immer dieselben starting seven. Bisher hat es geklappt.

    Den ersten Teil teile ich eingeschränkt. Er hätte auch sagen können, dass man einen starken Kader hat. Aber warum spricht er vom stärksten Kader.
    Auch ein starker Kader braucht ein Spielkonzept. Dann machen Wechsel noch mehr Sinn, weil jeder Spieler weiß, was auf welcher Position von ihm erwartet wird.

  • Um mal was Positives zu sagen.

    Alle hatten ne Katastrophe befürchtet auf RR mit formschwachen Uscins und Semper. Man kann aber zumindest mal feststellen, dass sie bei der EM besser unterwegs sind als in ihren Vereinen zuletzt.

    Sonst wäre nämlich entweder schon Feierabend oder die Chance aufs HF jetzt futsch.

    Jag går och fiskar

    och tar en tyst minut

  • Mein Problem liegt ehrlich gesagt in vielen Formulierungen. Die klingen, beabsichtigt oder nicht, als wenn man nur darauf wartet an irgendetwas rum kritisieren zu können. Nicht falsch verstehen, auch ich würde mir vieles anders/besser wünschen. Aber Alles kann ja wohl nicht schlecht sein, sonst hätte die Mannschaft nicht 6:0 Punkte. Und wenn man kritisiert sollte man das immer sachlich und ausgewogen machen, dazu gehören dann auch positive Dinge und nicht wenn das oder das nicht wäre hätten wir eh alles verloren. Alleine die Aussagen immer, dass wir ohne Wolff keine Chance hätten. Erstens benötigt man in unserer Sportart halt einen Toptorwart und zweitens ist dieser dann Teil des Teams und sollte da nicht ständig rausdividiert werden.

    Ich bin absolut bei Dir.

    Der Torwart ist Teil der Abwehr und auch auf deren Leistung angewiesen.

    Gestern waren von diesen 22 Paraden jedoch gegen 10 Stück absolut freie Würfe, die Wolff gehalten hat. Da hatte die Abwehr keinerlei Einfluss.

    Es ist eine Tatsache, dass Wolff Deutschland schon einige Male den Arsch gerettet hat.

    Mit einem weniger überragenden Torhüter, wäre die Bilanz definitiv etwas bescheidener.

    Aus diesem Grund ist eine spezielle Würdigung durchaus angebracht.

  • Freundschaft!

    Also langsam wird es albern. Dass hat Alfred sogar selber gesagt.

    Wir haben viele junge hoffnungsvolle Talente. Wer von denen spielte aber bisher (und damit meine ich auch die aktuelle Leistung im Verein) konstant auf hohem Niveau und mit wenig TF?

    Die Dänen und Franzosen sind individuell besser besetzt und sind auch von der Spielanlage besser. Schließlich spielen sie bereits länger zusammen (Paradebeispiel: Gidsel und Pytlick) und haben jede Menge (Turnier)-Erfahrung.

    Welcher deutsche Nationalspieler würde bei den Dänen und Franzosen zum Einsatz kommen? Bei beiden Nationen vielleicht Golla. Wolff am ehesten noch bei den Franzosen, bei den Dänen wäre er vermutlich bestenfalls die Nummer 2. Ansonsten sehe ich da niemanden.

    Ich glaube auch nicht daran, dass insbesondere die fehlende Konstanz der deutschen Spieler gegenüber den Dänen und Franzosen durch ein noch so ausgeklügeltes Spielsystem (für das Alfred sicherlich nicht steht) wettzumachen wäre.

    Wir brauchen also einen Sahnetag erneut von unseren Torhütern und natürlich deutlich mehr Feldspielern als bisher, ansonsten sehe ich kaum Chancen gegen die beiden Topnationen. Wenn wir nicht doch einen der beiden "rauskegeln", sehe ich sie beide nach den bisher gezeigten Leistungen im Endspiel.