Eine sachliche Leistungsanalyse im Profibereich darf sich nicht von Sympathiewerten leiten lassen – hier zählen ausschließlich sportliche Fakten und Qualität. Schaut man sich die Personalien nüchtern an, wird das Defizit im Vergleich zur absoluten Spitze schnell deutlich:
- Tomáš Mrkva: Die sportliche Realität spiegelt sich in den Einsatzzeiten wider. Wer sich in Leipzig nicht gegen Domenico Ebner durchsetzen kann und die klare Nummer 2 ist, bringt nicht die Qualität mit, die ein Top-Klub für die internationalen Titelansprüche benötigt. Um europäische Spitzenklasse zu verkörpern, braucht es im Tor entweder ein absolut gleichwertiges Duo auf Weltklasse-Niveau oder einen dominanten Matchwinner.
- Pavel Horák: Im modernen, extrem temporeichen Handball sind reine Abwehrspezialisten ein taktischer Nachteil. Der permanente Angriffs-/Abwehrwechsel bremst das eigene Umschaltspiel (Zweite Welle) und macht die Mannschaft anfällig für die Schnelle Mitte des Gegners. Im direkten Vergleich zu Akteuren wie Patrick Wiencek oder Hendrik Pekeler, die über Jahre hinweg defensiv stabil standen und gleichzeitig im Angriff absolute Torgefahr ausstrahlten, fällt Horák sportlich im Gesamtpaket deutlich ab.
Das Fazit lautet: Der Anspruch, wieder zur absoluten Weltklasse zu gehören, lässt sich nicht mit solidem Bundesliga-Durchschnitt realisieren. Jede qualitative Schwachstelle im Kader wird auf internationalem Top-Niveau gnadenlos bestraft.
Da gehe ich nicht mit bei dieser Bewertung. Z.B. Mrkva ist seit Jahren ein TOP Torhüter, der unter dem Radar vieler Handballexperten lief. Weshalb soll er sich gegen Ebner durchsetzen. Ebener und Mrkva habe hinter einer miesen Abwehr agieren müssen. Da hätte sich selbst der gute Emil von Barca schwer tun. Mrkva hat in Kiel seinen Job gut gemacht.
Was Horak angeht, wenn ich nicht irre war er als Ergänzung zu Bambam und Peke geholt worden. Er hat wenig gespielt und meist nur defensiv, dafür wurde er geholt. Das reine Abwehrspieler out sind und man mit ihnen nicht erfolgreich ist, kann man nicht bestätigen. Schau mal zum SCM, dort hat Jonsson fast nur in der Abwehr gespielt und der SCM ist Meister geworden. Bei der Melsungen spielt Sipos fast nur im Mittelblock. Gleiches gilt für die SG mit Blagotinsek.
Wer auf den sogenannten Renn Handball steht mag dir evtl. Recht geben. Die Realität sieht anders aus, Barca hat die Füchse geschlagen und die MT die SG im HF der EL. Füchse und SG spielen Tempohandball aber öffnen dadurch ihre Deckung. Man muss fast immer an die 40 Tore erzielen um erfolgreich zu sein. Übel wird es, wenn es dann offensiv hakt. Im Spitzenhandball sind die Teams erfolgreich, die beides können, je nach Gegner. Variabilität zwischen old school und Tempohandball je nach Gegner ist da erfolgreich.
Im übrigen haben weder Mrkva noch Horak in 25/26 für den THW gespielt.