Die Träume mit Handball in der neuen Arena in FFM werden Träume bleiben. Frankfurt ist keine Handballstadt. Es gibt nicht mal einen Regionalligisten im Stadtgebiet.Goldstein kämpft um den Verbleib in der Oberliga. Das Experiment mit der SG W/M vor über 20 Jahren hat gezeigt, dass es Frankfurt nicht zieht. Ich sehe nicht wie man in FFM auf 8000 + Zuschauer kommen will, die man wohl braucht um wirtschaftlich zu überleben.
Ich glaube, man muss bei der ganzen Diskussion zwei Dinge auseinanderhalten: die historische Situation und die heutige Realität des Sportkonsums. Der Sportkonsum hat sich in den letzten 20 Jahren massiv verändert. Eventisierung, Entertainment, Social Media, veränderte Freizeitgewohnheiten. Das spielt heute eine viel größere Rolle als früher. Genau deshalb greift der Verweis auf die SG Wallau/Massenheim oder andere Projekte von vor 20+ Jahren aus meiner Sicht zu kurz. Das war eine völlig andere Zeit. Auch in Berlin war man lange der Meinung, dass man mit Handball keine Hallen füllt. Dann kam Bob Hanning, hat das Thema konsequent professionalisiert, mit Sportfive vermarktet, das Produkt emotionalisiert und das Event rund um den Sport gebaut. Heute zweifelt niemand mehr daran, dass Handball in Berlin funktioniert.
Und nur weil in Frankfurt aktuell „nur“ Oberliga gespielt wird, heißt das doch nicht automatisch, dass die Region keine Handballstadt ist. Im Gegenteil: Gerade weil dort kein professionelles Angebot existiert, liegt dort auch Potenzial. Gummersbach hat mit Köln vorgemacht, dass man eine neue Zielgruppe erschließen kann und das ohne Namensänderung. Dass man nicht von heute auf morgen 8.000+ Zuschauer generiert, ist klar. Aber kein Standort startet auf diesem Niveau. Das ist ein Prozess aus Entwicklung, Vermarktung, Storytelling. Wer immer nur dort hingeht, wo es schon läuft, schafft keine neuen Märkte.
Die Idealvorstellung wäre für mich: Topspiele in Frankfurt, Ligaspiele in einer modernisierten Linde-Arena. Ob das realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt.