Alles anzeigenIm Frauenhandball sollte schon in jungen Jahren zwecks Verletzungsprävention meiner Meinung nach sehr sehr viel mehr Wert auf zyklusbasierte Anpassungen des Training, die den Menstruationszyklus berücksichtigen, gelegt werden.
Heißt z. B. intensive Kraftphasen in der Follikelphase und regenerative Einheiten in der Lutealphase. Dies reduziert Überlastungsrisiken, die bei Handballerinnen durch hohe Belastungsspitzen ohnehin hoch sind.
Aus erster Hand (vom Studienleiter und den teilnehmenden Sportlerinnen) weiß ich, dass Athletinnen von besserer Leistungsfähigkeit, weniger psychischer Belastung und geringerem Verletzungsrisiko durch individualisierte Pläne berichten.
Heißt aber auch: Mehr Aufwand für die Planung der Einheiten und natürlich auch Vertrauen in die Übungsleitung, da mehr (höchst-) persönliche Daten für die Trainingsanpassung ausgewertet werden müssen.
Es wäre ein Traum, wenn das umgesetzt würde! Ich habe oft erlebt, wie Mädels (gerade ehrgeizige) regelrecht verschrotet wurden. In vielen Nachwuchsmannschaften gilt nach wie vor die Regel: Wer zum Spiel kommt, spielt auch. D.h., es wird der individuellen Einschätzung der Spielerin überlassen, ob sie wirklich spielfähig ist, ohne (weiteren) Schaden zu nehmen. Da werden Ärzte oft gar nicht einbezogen oder es wird gegen deren Rat gehandelt. Und dann ist nicht selten zwischen 17 und 21 Schluss, weil die "Knochen" kaputt sind. Überzogener Ehrgeiz von Spielerinnen und verantwortungslose reine Ergebnisorientierung von Trainern ist eine toxische Kombination, die nicht nur der einzelnen Spielerin schadet, sondern unserem Frauenhandball insgesamt.