Entwicklung im (Frauen)Handball

  • Es wäre ein Traum, wenn das umgesetzt würde! Ich habe oft erlebt, wie Mädels (gerade ehrgeizige) regelrecht verschrotet wurden. In vielen Nachwuchsmannschaften gilt nach wie vor die Regel: Wer zum Spiel kommt, spielt auch. D.h., es wird der individuellen Einschätzung der Spielerin überlassen, ob sie wirklich spielfähig ist, ohne (weiteren) Schaden zu nehmen. Da werden Ärzte oft gar nicht einbezogen oder es wird gegen deren Rat gehandelt. Und dann ist nicht selten zwischen 17 und 21 Schluss, weil die "Knochen" kaputt sind. Überzogener Ehrgeiz von Spielerinnen und verantwortungslose reine Ergebnisorientierung von Trainern ist eine toxische Kombination, die nicht nur der einzelnen Spielerin schadet, sondern unserem Frauenhandball insgesamt.

  • und vergiss mir die überergeizigen (sicher die Ausnahmen) Eltern-die wollen auch Erfolg um ihr Ego zu befriedigen, auf Teufel komm raus-die Sorte sieht man leider sehr oft auf den Zuschauerbänken...wobei die gibt es wohl in jeder Sportart..

  • Bin ich bei dir, zwei Fragen kommen aber in dem Zusammenhang auf. Zum einen das erfassen des Menstruationszyklus. Da hier sehr in die Privatsfähre von gerade jungen Sportlerinnen eingegriffen wird. Zum anderen wie damit umgehen wenn die Zyklen asynchrone verlaufen, dann hast du nie die gesamte Mannschaft zur Verfügung

  • Ist das euer Ernst?

    Sicher kommt es vor, dass Frau in der Menstruationsphase körperliche Veränderungen spüren kann, Tagesform und so. Aber Frau ist ja deswegen nicht krank.

    Und nicht nur praktisch sondern bereits theoretisch erscheint es mir völlig unmöglich, ein Team bzw die Teamleistung bzw die einzelnen Teammitglieder immer individuell und in Relation zu ihrer Menstruationsphase einzubinden. Wie soll das gehen bei ca. 15 Frau?

    Ich glaube, da muss Frau anhand ihrer aktuellen Verfassung immer selbst entscheiden was geht, und was nicht.

    Tausende Handballerinnen beweisen, dass es geht.

    Oder seh ich das falsch?

    „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ Voltaire

    Meinungsfreiheit ist essentiell und nicht verhandelbar!

    "Herr, sag mir was das Rezept für ein langes, zufriedenes Leben ist!" - "Streite dich nicht mit Hohlköpfen." - "Herr, ich bin anderer Meinung!" - "Da hast du Recht."

  • Klar ist, dass das bei individualsportarten leichter zu berücksichtigen ist, als bei Teamsportarten. Da bin ich eher bei dir, dass das schnell im Chaos enden kann. Ideal wäre ein Klima, in dem es möglich ist, vorurteilsfrei und selbstbestimmt die eigenen Trainingsinhalte und -intensität (mit) zu bestimmen. Allein, ich glaube, das ist leichter gesagt, als umgesetzt.

    In der Nati haben sie ja anscheinend eine App, in die jede Spielerin morgens ihr Befinden eintragen kann, so dass Gaugisch das berücksichtigen kann.

  • Du siehst das nicht falsch, niemand hat behauptet, dass das einfach umzusetzen ist. Aber erste gute Versuche im Handball und im Fußball zu diesem Aspekt gibt es. Du kannst als Trainingsplaner meiner Meinung nach auf Befindlichkeiten jeglicher Art am besten reagieren, wenn Du nicht nur striktes („geschlossenes“) Teamtraining anbietest, sondern auch funktional in „offenen“ Gruppen mit Spielerinnen aus verschiedenen Teams trainiert wird. Setzt halt eine klare Linie mit dafür offenem Trainerstab voraus. Nellingen hatte das längere Zeit so praktiziert und war damit recht erfolgreich.

  • Bin ich bei dir, zwei Fragen kommen aber in dem Zusammenhang auf. Zum einen das erfassen des Menstruationszyklus. Da hier sehr in die Privatsfähre von gerade jungen Sportlerinnen eingegriffen wird. Zum anderen wie damit umgehen wenn die Zyklen asynchrone verlaufen, dann hast du nie die gesamte Mannschaft zur Verfügung

    Wie oben schon angedeutet, kann das klappen, wenn man sich ein Stück weit von festen Teams, die getrennt voneinander trainiert werden, löst. Setzt natürlich auch eine gewisse höhere Anzahl von Spielerinnen auf ähnlichem Niveau voraus. - Dann müsste “frau“ auch nicht Details der Privatsphäre preisgeben, da reicht dann eine einfache Skala mit z. B. Schulnoten, auf der man sich einschätzt und kann dann entsprechend zugeteilt werden.

  • Wer hier ist denn eine (biologische) Frau?

    Wäre interessant, das Thema mal aus sportlicher Frauensicht -NICHT aus FrauenVERSTEHERsicht- näher gebracht zu bekommen.

    „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ Voltaire

    Meinungsfreiheit ist essentiell und nicht verhandelbar!

    "Herr, sag mir was das Rezept für ein langes, zufriedenes Leben ist!" - "Streite dich nicht mit Hohlköpfen." - "Herr, ich bin anderer Meinung!" - "Da hast du Recht."

  • Ich versuche mal hier aufzusetzen, obwohl in anderen Threads off topic Nebendiskussionen laufen. Kurz vor Beginn der Saison wurde schon der Abgesang auf den Damenhandball in Deutschland gemacht, weil die HB Ludwigsburg in die Insolvenz ging. Was ist seitdem passiert? Die HBL meldet heute eine Steigerung der Zuschauerzahlen pro Spiel um 5%. Und das obwohl das Zugpferd fehlt. Aber vielleicht liegt es auch gerade daran. Die Bundesliga ist so spannend wie nie zuvor. Zur Zeit gibt es mit Dortmund, Blomberg und Bensheim 3 Teams mit jeweils 16 Pluspunkten an der Tabellenspitze. Oldenburg, Neckarsulm und Metzingen sind dem Europapokalgewinner THC dicht auf der Ferse im Kampf um den 4. Platz und damit eine bevorzugte Teilnahme bei den Playoffs. Am Tabellenende stehen Halle und Buxtehude mit 2 Pluspunkten und kämpfen damit gegen den Abstieg. Ach ich hatte ganz vergessen: Die Nationalmannschaft wurde völlig unerwartet Vizeweltmeister...

    So schlecht steht es doch gar nicht um den deutschen Damenhandball.

  • Ich versuche mal hier aufzusetzen, obwohl in anderen Threads off topic Nebendiskussionen laufen. Kurz vor Beginn der Saison wurde schon der Abgesang auf den Damenhandball in Deutschland gemacht, weil die HB Ludwigsburg in die Insolvenz ging. Was ist seitdem passiert? Die HBL meldet heute eine Steigerung der Zuschauerzahlen pro Spiel um 5%. Und das obwohl das Zugpferd fehlt. Aber vielleicht liegt es auch gerade daran. Die Bundesliga ist so spannend wie nie zuvor. Zur Zeit gibt es mit Dortmund, Blomberg und Bensheim 3 Teams mit jeweils 16 Pluspunkten an der Tabellenspitze. Oldenburg, Neckarsulm und Metzingen sind dem Europapokalgewinner THC dicht auf der Ferse im Kampf um den 4. Platz und damit eine bevorzugte Teilnahme bei den Playoffs. Am Tabellenende stehen Halle und Buxtehude mit 2 Pluspunkten und kämpfen damit gegen den Abstieg. Ach ich hatte ganz vergessen: Die Nationalmannschaft wurde völlig unerwartet Vizeweltmeister...

    So schlecht steht es doch gar nicht um den deutschen Damenhandball.

    Alles richtig, es ging in dem „Abgesang“ aber auch um Qualität der Liga. Mein Eindruck: die ist doch ordentlich gesunken.

    Spannung ist immer gut, aber auch die Fußball-Kreisliga A Wanne-Eickel kann total spannend sein…

  • Naaaaaa, nix gegen die Kreisliga Wanne-Eickel! ;) Ich sehe es auch so, die Qualität hat in den vergangenen Jahren ordentlich nachgelassen. Man muss ja auch nur mal sehen, welche Spielerinnen zuletzt und dann nochmal insbesondere nach der Pleite von Ludwigsburg die Liga verlassen haben. Mit (zum Beispiel) Smits, Leuchter, Mala und Bundsen ist im Sommer viel Qualität verloren gegangen. In den Jahren zuvor waren es Filter, Grijseels (ist wieder da), Lott oder Moreschi. Reichert geht im Sommer, Engel und Kühne bleiben womöglich nicht in der Bundesliga. Spannung ist eben kein Qualitätsmerkmal, auch wenn es die Leute in die Halle zieht (ist ja auch gut so).

  • Aus der Metaebene betrachtet würde ich sagen, dass, historisch betrachtet, nichts in dieser Welt immer nur aufwärts geht. Vielleicht können wir uns auch an ein spannendes Niveau unterhalb des Allzeithochs gewöhnen. Es muss ja nicht gleich Kreisliga A sein.

  • Angenommen man könnte eine frühere Nationalmannschaft konservieren. Also WM-Mannschaft 1993 oder 2007 - oder eine beliebige andere. Gegen welches Team würde denn die heutige Nationalmannschaft aus eurer Sicht unterlegen sein?

  • Vergleiche sind schwer, weil der Handball sich massiv verändert hat. Fakt ist aber, dass heutzutage mehr technische Fehler gemacht werden als noch vor wenigen Jahren. Dazu muss man sich nur mal die Spiele in der Champions League ansehen.

    Was ja primär eine Folge der höheren Geschwindigkeit ist. Was die Frage aufwirft, was wohl erfolgreicher ist: schnell und fehlerbehaftet oder langsam(er) und fehlerfrei.

  • Oder die technische Ausbildung ist immer schlechter geworden....!?

    Für mich sind die Mensche heutzutage athletischer als früher aber dafür auch weniger technisch ausgebildet. Früher wurde sehr viel wert auf die Grundlagen gelegt, das sehe ich heutzutage nicht mehr so.

    Beispielhaft stehen dafür für mich die Beiträge vom Zickenbändiger. Wenn ich das Training so gestalten würde wie er, hätte ich bestimmt nach 6 Monaten 10 Spielerinnen weniger. Zu langweilig, zu viel Theorie, zu anspruchsvoll.

    In den Jugendspielen, die ich oft sehe, fehlt es doch den meisten Akteuren akut in den

    Motorischen Grundlagen & Fähigkeiten ( Koordination, Kondition, Beweglichkeit und Körperkontrolle ).

    Und wenn die schon nicht stimmen, wie soll es erst dann bei den handballspezifischen Fertigkeiten richtig klappen ?

    Ich bleibe dabei, natürlich hat sich der Handball verändert. Aber Schuld an den vielen TF etc hat nicht nur die veränderte Spielweise , sondern liegt vor allem auch massiv an den o.g. Punkten bei den Kindern/Jugendlichen und dem Training.

  • Angenommen man könnte eine frühere Nationalmannschaft konservieren. Also WM-Mannschaft 1993 oder 2007 - oder eine beliebige andere. Gegen welches Team würde denn die heutige Nationalmannschaft aus eurer Sicht unterlegen sein?

    Also kommt schon. Irgendeine, die gegen die heutige Nationalmannschaft gewinnen würde fällt euch doch bestimmt ein... ;)

    Früher war doch alles besser.

  • Also kommt schon. Irgendeine, die gegen die heutige Nationalmannschaft gewinnen würde fällt euch doch bestimmt ein... ;)

    Früher war doch alles besser.

    Sind halt kaum zu vergleichen angesichts der massiv ausgebauten Physis. Ich glaube aber, der 2017er Kader könnte der heutigen Truppe ganz fies den Schneid abkaufen.

  • Früher waren gefühlt nicht so viele Spielerinnen unter 18 in den ersten drei Ligen vertreten. Hat bestimmt auch was mit einer Umgewichtung hin zu Geschwindigkeit und weg von Spielwitz zu tun. Könnte was dran sein, muss mal mein Archiv sichten.

  • Angenommen man könnte eine frühere Nationalmannschaft konservieren. Also WM-Mannschaft 1993 oder 2007 - oder eine beliebige andere. Gegen welches Team würde denn die heutige Nationalmannschaft aus eurer Sicht unterlegen sein?

    Die Frage ist unvollständig und deshalb auch nicht direkt zu beantworten.

    Was als erstes (aber nicht einziges!!!) zu klären wäre ist die Frage, nach welchen Regeln wird gespielt und welche Linie verfolgen dabei die Schiedsrichter. Auch die Frage nach dem Spielgerät und dem zulässigen Maß für den Einsatz von Haftmitteln ist mit Sicherheit von erheblicher Bedeutung. Je nachdem, wie diese Fragen beantwortet werden, bleibt im Zusammenhang mit dieser durchaus interessanten Fragestellung viel Raum für Spekulationen...

    PS.

    Der Unterton bei dieser Frage (die in einem ironischen Kontext vorgetragene Bemerkung "früher war doch alles besser") gefällt mir gar nicht. Antworten kann man ja trotzdem...