Johannes Golla - Wechselprozess Melsungen nach Flensburg

  • R. Enke hatte Depressionen. Das ist eine sehr schwere Erkrankung mit der auf gar keinen Fall zu spassen ist. Golla sieht seine mentale Gesundheit in Gefahr. Und das, wie es scheint, weil Frau und/ oder Kinder die räumliche Veränderung irgendwie nicht gut verkraften.

    Das scheint wohl ein ziemlicher Unterschied zu sein. Scheint so!

    Mit dieser Enke-Schiene müsstest du ja wirklich immer jeden, der mal nen Durchhänger hat, wie einen schwer Kranken behandeln.

    Was ich sagen will ist, dass man auch nicht immer direkt mit dem Allerschlimmsten rechnen muss. Nichtsdestotrotz glaube ich Golla's Worten.

    Ich kann mir vorstellen, dass die meisten Schreiberlinge hier im Forum den Worten von JG glauben schenken, dass es ihm nicht gut geht.

    Es besteht aber eben ein Unterschied in der Konsequenz wie man damit selber umgehen würde bzw was die Erwartungen an JG, die SG und die MT sind.

  • R. Enke hatte Depressionen. Das ist eine sehr schwere Erkrankung mit der auf gar keinen Fall zu spassen ist. Golla sieht seine mentale Gesundheit in Gefahr. Und das, wie es scheint, weil Frau und/ oder Kinder die räumliche Veränderung irgendwie nicht gut verkraften.

    Das scheint wohl ein ziemlicher Unterschied zu sein. Scheint so!

    Nein. Das scheint nicht so, dass das ein deutlicher Unterschied ist. Wenn eines der vier Familienmitglieder Angstzustände, Depressionen oder eine von hundert anderen Zuschreibungen hat, die durch den (erst drohenden, dann durchgeführten) Umzug verschlimmert werden ist das etwas, was nur Menschen ohne Vorerfahrung oder/und ohne Empathie leicht abtun. Zu sagen, dass "man" nur leicht den Mund zusammenbeissen müsste bei 60 K Gehalt, während die Ehefrau weinend im Bett liegt und (z.B. unter xxx) leidet... ist unter aller Sau. Und ja, es ist mit Geld einfacher das Problem zu lindern. Ab dann kommt es aber auf die Details an, ob und wie weit es lösbar ist. Und das ist es öfter eben nicht.

    Es ist übrigens nicht selten, dass die Belastung aus so einer Problematik die anderen Familienmitglieder massiv stresst. Wenn dann weitere Faktoren hinzukommen ist ein Burn Out immer eine Möglichkeit.

    Und ja, es ist üblich im Forum über Dinge zu sprechen, von denen man keine Ahnung hat (Bälle von außen verwandeln, Regeln im Handball^^) aber hier verrennen sich einige doch sehr.

  • Nein. Das scheint nicht so, dass das ein deutlicher Unterschied ist. Wenn eines der vier Familienmitglieder Angstzustände, Depressionen oder eine von hundert anderen Zuschreibungen hat, die durch den (erst drohenden, dann durchgeführten) Umzug verschlimmert werden ist das etwas, was nur Menschen ohne Vorerfahrung oder/und ohne Empathie leicht abtun. Zu sagen, dass "man" nur leicht den Mund zusammenbeissen müsste bei 60 K Gehalt, während die Ehefrau weinend im Bett liegt und (z.B. unter xxx) leidet... ist unter aller Sau. Und ja, es ist mit Geld einfacher das Problem zu lindern. Ab dann kommt es aber auf die Details an, ob und wie weit es lösbar ist. Und das ist es öfter eben nicht.

    Es ist übrigens nicht selten, dass die Belastung aus so einer Problematik die anderen Familienmitglieder massiv stresst. Wenn dann weitere Faktoren hinzukommen ist ein Burn Out immer eine Möglichkeit.

    Und ja, es ist üblich im Forum über Dinge zu sprechen, von denen man keine Ahnung hat (Bälle von außen verwandeln, Regeln im Handball^^) aber hier verrennen sich einige doch sehr.

    Leidet eines der vier Familienmitglieder unter Angstzuständen, Depressionen oder eine von hundert anderen Zuschreibungen?

  • Aber natürlich waren die Zeiten damals sicher auch im Bezug auf psychische Erkrankungen nicht nur ideal. Jungs hatten nicht zwei weinen und in meinem Freundeskreis wurde die Kids auch schon mal geschlagen. Trotzdem erscheint heute vieles auch manchmal überdramatisiert. Wenn Kinder traurig wegen eines Umzugs sind, dann erscheint mir das heute durchaus ein vertretbares Übel. Zerbricht aber eine Familie mit all den Konsequenzen, dann ist das möglicherweise etwas Anderes.

    Ich glaube unabhängig von den Änderungen die dir selbst klar sind, fühlst du eher einen Informationsüberfluss. Hat man ja bei fast jedem Thema. Ich würde die Gefühle der Kinder hier halt eher vernachlässigen, weil sie ja noch nicht einmal im Schulalter sind. Bei 99% aller Kinder ist das der größte Einschnitt/Neubeginn für irgendwas. Unabhängig davon ist es halt superbillig sie als Schutzschild zu benutzen. Wenn die Gollas ernstzunehmende Probleme haben, was ich nicht beurteilen kann, dann sollten die besser bei ihm und seiner Frau liegen.

    In dieser ganzen Diskussion fällt mir immer wieder auf, dass es wenn es gut läuft immer viel um Gefühle geht. Verein, Identität, Verbindung zum Spieler, Fans usw. und wenn es nicht gut läuft ist es der Arbeitgeber, die Firma die investiert usw. Ich glaube das ist eben auch das Problem an allen Transferdiskussionen.

  • Ich glaube unabhängig von den Änderungen die dir selbst klar sind, fühlst du eher einen Informationsüberfluss. Hat man ja bei fast jedem Thema. Ich würde die Gefühle der Kinder hier halt eher vernachlässigen, weil sie ja noch nicht einmal im Schulalter sind. Bei 99% aller Kinder ist das der größte Einschnitt/Neubeginn für irgendwas. Unabhängig davon ist es halt superbillig sie als Schutzschild zu benutzen. Wenn die Gollas ernstzunehmende Probleme haben, was ich nicht beurteilen kann, dann sollten die besser bei ihm und seiner Frau liegen.

    In dieser ganzen Diskussion fällt mir immer wieder auf, dass es wenn es gut läuft immer viel um Gefühle geht. Verein, Identität, Verbindung zum Spieler, Fans usw. und wenn es nicht gut läuft ist es der Arbeitgeber, die Firma die investiert usw. Ich glaube das ist eben auch das Problem an allen Transferdiskussionen.

    Ich möchte da gar nicht tiefer argumentierten, aber aus beruflicher Perspektive muss ich da einfach klar widersprechen. Auch Kinder, die noch nicht im Grundschulalter sind, können (schwere) seelische Traumata erleben.

    Das ist jetzt ausdrücklich eine allgemeine Aussage, die sich nicht auf die Familie Golla bezieht.

  • Ich lese hier immer, dass die Kinder der Grund sind. Ist das sicher?

    Achtung Spekulation!
    Kann es nicht auch die Frau sein, die sich mit den Schwiegereltern in die Haare bekommen hat?

    Wir sind hier alle wild am spekulieren. Und weil keiner etwas genaues sagen kann, kann hier doch keiner gewinnen.
    Am Ende bleibt ein wirklich bitterer Geschmack zurück und ob der sich so schnell verflüchtigt, bleibt abzuwarten.
    Keine schöne Situation für die beteiligten und dem Handball im allgemeinen tut es auch nicht gut.

    Ich bin wegen dem dunklen Farbschema hier.

  • Ich möchte da gar nicht tiefer argumentierten, aber aus beruflicher Perspektive muss ich da einfach klar widersprechen. Auch Kinder, die noch nicht im Grundschulalter sind, können (schwere) seelische Traumata erleben.

    Das will ich gar nicht in Abrede stellen. Nur leider ist es in der Lebensrealität, selbst beim Bedenken aller Faktoren etwas, was die große Mehrheit aller Eltern nicht berücksichtigen kann, wenn es aus beruflichen Gründen ein Wohnortwechsel stattfindet, weil der wirtschaftliche Nutzen und was davon den Kindern letztendlich zugute kommt, alle anderen Faktoren überwiegt. Vor allem natürlich wenn es anscheinend im nachhinein erst zum Faktor wird. Ich denke wenn man nicht reich ist, kann man keine 180-Grad Wendung machen. Das was Golla da macht, selbst wenn man bei ihm komplett mitginge, käme für die allermeisten überhaupt nicht in Frage. Allermindestens nicht kurzfristig.

  • Robert Enke, traumatisierte Kinder - ja, all das gibt es. Nur tut man sich keinen Gefallen, wenn man solche Fälle nicht ins Verhältnis setzt.

    Wer sich fragt, warum es mit Deutschland immer weiter bergab geht, der wird die Antwort vielleicht auch darin finden, dass hier aus jeder Mücke ein Elefant gemacht wird. Wollen wir für 83,5 Millionen Menschen maßgeschneiderte Bedingungen realisieren und sie so in Watte packen, dass ihr ganzes Leben problemlos und konfliktfrei verläuft? Das ist ein Luxus-Phänomen, das wir uns nicht mehr leisten können.

    Dass man sich mit den Ursachen beschäftigt, ist völlig okay. Und wenn sich daraus ein Handlungsbedarf für die Allgemeinheit ergibt, auch okay. Aber es wird immer Risiken geben. Nur weil ich einen Trigger ausschalte, heißt das nicht, dass ich damit alle erwischt habe.

    Ganz ehrlich: Wäre es jetzt nicht so semi-prominenter Fall, würde doch keiner drüber reden. Pro Jahr gibt es 8 bis 9 Millionen Umzüge, das entspricht rund 10 % der Bevölkerung.

    Mit dem hier genannten Gehalt ist der Sportler in den oberen 1% der Vollzeitbeschäftigten. Er macht in 4 Jahren das Geld, wofür der Durchschnittsdeutsche ein komplettes Arbeitsleben benötigt. Das sei ihm gegönnt. Aber es sollte auch klar sein, dass es so ein Gehalt nicht für lau gibt. Die Abstriche, die man da ein paar Jahre lang macht, würde die Mehrzahl der Normalverdiener sicher gerne in Kauf nehmen.

    "Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung." (Oldie50)

  • Ich denke wenn man nicht reich ist, kann man keine 180-Grad Wendung machen. Das was Golla da macht, selbst wenn man bei ihm komplett mitginge, käme für die allermeisten überhaupt nicht in Frage.

    Das ist wohl so und zugleich ist bei ihm die Fallhöhe und die damit verbundenen subjektiv empfundenen Verlustängste möglicherweise höher als bei "armen" Menschen.

  • Ich lese hier immer, dass die Kinder der Grund sind. Ist das sicher?

    Achtung Spekulation!
    Kann es nicht auch die Frau sein, die sich mit den Schwiegereltern in die Haare bekommen hat?

    Wir sind hier alle wild am spekulieren. Und weil keiner etwas genaues sagen kann, kann hier doch keiner gewinnen.
    Am Ende bleibt ein wirklich bitterer Geschmack zurück und ob der sich so schnell verflüchtigt, bleibt abzuwarten.
    Keine schöne Situation für die beteiligten und dem Handball im allgemeinen tut es auch nicht gut.

    Wenn wirklich die Kinder, die nichtmal im Schulalter sind, der Grund sind ist das mehr als merkwürdig, weil sich niemand schneller an ein neues Umfeld gewöhnt als kleine Kinder und wenn es die Frau ist, ist es auch merkwürdig, weil die der Grund war warum sie ursprünglich nach Melsungen zurück sind.

  • Wenn wirklich die Kinder, die nichtmal im Schulalter sind, der Grund sind ist das mehr als merkwürdig, weil sich niemand schneller an ein neues Umfeld gewöhnt als kleine Kinder und wenn es die Frau ist, ist es auch merkwürdig, weil die der Grund war warum sie ursprünglich nach Melsungen zurück sind.

    Ist doch komplett irrelevant, was soll diese Bewertung von außen. Dass Golla einen Wechselwunsch hat, sei es aus familiären Gründen oder warum auch immer, ist zunächst mal nicht verwerflich.

  • Dass Golla einen Wechselwunsch hat, sei es aus familiären Gründen oder warum auch immer, ist zunächst mal nicht verwerflich.

    Na ja, das ist doch der Grund für die emotionale Debatte hier, wenn ich das richtig erkenne: ein Wechselwunsch direkt nach bzw schon vor Vertragsbeginn ist eben doch etwas ungewöhnlich und nur in Verbindung mit einer guten Begründung nachvollziehbar.

  • Ich möchte da gar nicht tiefer argumentierten, aber aus beruflicher Perspektive muss ich da einfach klar widersprechen. Auch Kinder, die noch nicht im Grundschulalter sind, können (schwere) seelische Traumata erleben.

    Das ist jetzt ausdrücklich eine allgemeine Aussage, die sich nicht auf die Familie Golla bezieht.

    "...können (schwere) seelische Traumata erleben....". Wegen eines Umzuges? Wo fangen denn bei Dir "Traumata" an und wo hören sie auf?

  • Und wie geht der Bundestrainer damit um? In nicht einmal 100 Tagen startet die Heim WM und der Kapitän ist "psychisch angeschlagen"?

    Es besteht eine Gefahr für die mentale Gesundheit. Heißt für mich nicht das Golla jetzt schon "psychisch angeschlagen" ist.
    Aber natürlich kann sich das bis Januar "entwickeln" und bis dahin in eine Spielunfähigkeit münden - muss es aber nicht. Genauso könnten bei ihm oder auch jedem anderen Nationalspieler noch physische Verletzungen auftreten, die eine Teilnahme an der WM unmöglich machen. Dafür sollte der Bundesträger immer einen Plan B in der Tasche haben.

  • Was bin ich froh, dass ich nicht alleine bin mit meiner gemässigten und nicht überemotionalen Sicht auf die Situation. Wirklich wahr. Man muss im Leben nicht immer reflexartig sofort vom Schlechtesten ausgehen!

    Meinungsfreiheit ist essentiell und in keiner Form und auch nicht in Teilen diskutier- oder verhandelbar!

    und genauso gilt

    "Herr, sag mir was das Rezept für ein langes, zufriedenes Leben ist!" - "Streite dich nicht mit Hohlköpfen." - "Herr, ich bin anderer Meinung!" - "Da hast du Recht."

    Die Empörung ... der Heiligenschein der Scheinheiligen!

  • Wenn wirklich die Kinder, die nichtmal im Schulalter sind, der Grund sind ist das mehr als merkwürdig, weil sich niemand schneller an ein neues Umfeld gewöhnt als kleine Kinder und wenn es die Frau ist, ist es auch merkwürdig, weil die der Grund war warum sie ursprünglich nach Melsungen zurück sind.

    Unabhängig von Familie Golla sondern vielmehr aus eigener Erfahrung: es gibt durchaus neurodivergente Kinder, für die selbst eine minimale Umfeldsveränderung eine kaum zu bewältigende Aufgabe darstellen kann und dann war es das für lange Zeit erstmal mit (eh schon grundsätzlich stressigen, aber immerhin eingelebten...) Alltag.

    Um hier mal einen theoretischen Bogen zur diskutierten Situation zu spannen: wenn die Kinder jetzt 3 und 5 sind, waren sie bei Vertragsunterzeichnung 1 und 3? Auch hier wieder aus eigener Erfahrung: in dem Alter und so einem Zeitraum kann sich bei kleinen Kindern durchaus signifikant etwas ändern bzw. es einem erst im Entwicklungsverlauf bewusst werden.

    Ich hoffe für Familie Golla, dass sie nicht Betroffene sind und es ganz andere Hintergründe gibt, aber ich wollte es mal in den Raum werfen, weil hier jeder zweite Post nur aus pauschalen Boomeraussagen aus dem letzten Jahrtausend zu bestehen scheint...

  • Ist doch komplett irrelevant, was soll diese Bewertung von außen. Dass Golla einen Wechselwunsch hat, sei es aus familiären Gründen oder warum auch immer, ist zunächst mal nicht verwerflich.

    Wie soll das denn bitte irrelevant sein? Das sind die Gründe die für den ursprünglichen Wechsel genannt wurden und jetzt nach nur wenigen Wochen erneut für einen potentiellen Wechsel. Wenn das wirklich die wahren Gründe sind frag ich mich was dafür spricht, dass nicht in einem Jahr auf einmal genau die gleichen Gründe wieder aufkommen um dann doch wieder zurück nach Melsungen zu gehen.

    Letzendlich gibt es in der Situation doch nur Verlierer. Golla der scheinbar privat ziemliche Probleme hat, die SG die jetzt sehr viel Geld in die Hand nehmen soll für einen Spieler den sie aktuell eigentlich nicht brauchen und den sie vorher schon im Kader gehabt hätten und Melsungen die einen Spieler abgeben müssen den sie langfristig als Aushängeschild unter Vertrag haben.

  • Mich würde mal interessieren, wie die Geschichte weitergehen würde, wenn Flensburg weder die Kohle für Ablösesumme noch Gehalt (wegen anderer Planungen/Verpflichtungen) hätte, es somit keinen Rückweg nach Flensburg gäbe.

    Dann muss Golla die Suppe auslöffeln die er sich eingebrockt hat.