Die Vergleiche hinken. Wenn du im Basketball berühmt werden willst, musst du raus aus Deutschland, am besten in die NBA. Also werden die Spieler alles dafür geben. Hinzu kommt, dass wir beim Basketball jetzt so langsam die Früchte der Strukturen ernten, die sich in den letzten 20 Jahren entwickelt haben. Als bei uns in der Region der Basketball Richtung Bundesliga marschierte, waren die Spieler im Hauptberuf beim Sponsor auf dem Baumarkt angestellt. Namen brauchte man sich aber nicht einprägen, weil die meisten nach einem Jahr eh wieder weg waren. Scouting war da eher auf dem Niveau: Da soll es irgendwo im tiefsten Westen der USA einer im College nicht geschafft haben - den holen wir. Und nach 4 Wochen wurde er wieder vor die Tür gesetzt. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Das Basketball hat sich professionalisiert, mit viel Expertise aus dem Ausland.
Was die Nationalmannschaft heute so viel besser macht? Sie haben einen Weltklasse Spielmacher. Nimm Schröder aus der Mannschaft und du hast zwar immer noch sehr gute Spieler, aber keinen Führer mehr. Er macht den Unterschied. Er ist genau dieser Typ Spieler, den wir beim Fußball nicht mehr haben. Und jetzt schau in die Vita von Schröder: Mit 16 entschied er sich, in die NBA zu wollen. Und wo will der Fußball-Nachwuchs hin? Zum FC Bayern.
Aktuell spielen übrigens 7 Deutsche als Profis in der NBA. Wer also abseits der Fußball-Massen einen Weg sucht, sportlich berühmt zu werden und dabei gut zu verdienen, hat beim Basketball gute Chancen.
PS: Ein Franz Wagner stand übrigens mit 20 noch ohne Profi-Vertrag da. Da haben die Fußballer ihre Schäfchen schon im Trockenen.
Die Wagners stammen aus einer Arzt-Familie, wo die Eltern den älteren Moritz vom Fußball weg zum Basketball gezogen haben, weil sie den Vibe geiler fanden und es nicht draußen ist. Franz hat mit 16 sein Debüt für Alba Berlin in der BBL gegeben und hatte heftige Profi-Angebote in dem Alter. Selbst wenn er nicht in die NBA geht, kann er bei europäischen Top-Teams mehrere Millionen verdienen. Er hat sich aber selbst den Weg über das College ausgesucht, weil er in die NBA wollte. Nicht des Geldes wegen, sondern weil es sportlich das Ziel war, da er die NBA als Kind gesehen hat, geil fand und es unbedingt schaffen wollte. Wie fast alle Top-Sportler kommt man nur noch oben, wenn es nicht des Geldes wegen macht. Es gibt durchaus Talente, die so gut sind, dass sie Profi werden ohne es unbedingt zu wollen, die bleiben dann aber sehr schnell stehen und werden auch keine Nationalspieler.
Schröder ist weit davon entfernt Weltklasse zu sein. Er ist auf Weltniveau ein leicht überdurchschnittlicher Spieler, der deshalb auch immer weiter und weiter verschickt wird, weil die Teams merken, dass er in der NBA maximal ein Bank-Spieler ist. In der Nationalmannschaft ist er stark geworden, als er das Vertrauen vom Bundestrainer bekommen hat, er selbst zu sein, mit all sein Macken. Auch Franz Wagner hat es bisher nicht zu einem All-Star in der NBA geschafft. Individuell ist kein deutscher Spieler bisher Weltklasse. Franz Wagner hat sicher das Potential dazu und zeigt es in einzelnen Spielen immer mal wieder. Deutschland ist deswegen so erfolgreich gewesen, weil die Kombi Trainer und Spieler passt. Der Großteil der Weltmeister von 2023 war individuell 2019 besser, wo sie dann in der Vorrunde gegen die DomRep verloren haben und am Ende auf Platz 18 landeten. Der Grund war, dass die Mannschaft zerstritten war und vor allem Schröder nur mit seinem Buddy Theis spielen wollte. Damals haben alle einen harten Hund gefordert, der Schröder endlich mal ordentlich auf Linie bringt. Geworden ist es Herbert, der die Vorlage für die ganzen Profil-Ideen von Nagelsmann lieferte und eine echte Mannschaft geformt hat.
