Schiedsrichter/Videobeweis

  • Das weiß ich.

    Bringt ja auch einiges an Gesprächsstoff und Medienpräsenz.

    Das mit dem "wird weiter ausgebaut" kann ich nicht mehr hören. Den Videobeweis in dieser Form gibt es international seit

    neun Jahren - und er ist heute kein Stück besser, als er es vor neun Jahren war.

    Was sich seitdem geändert hat, ist ein massiver Anstieg an Schauspielerei, weil die Spieler ihn jetzt für sich versuchen zu nutzen.

    Allerdings ist auch die Anzahl der Vorwürfe für Schauspielerei gestiegen, weil bestimmte Leute nicht checken, dass Sachen in Echtzeit mehr Schmerz verursachen als in Zeitlupe.

  • ja, klares Foul an Gidsel - sehe ich auch ein.

    Aber durch diesen kleinen "Rempler" von Langhoff macht man nicht so einen Abflug. Da war auch viel "Show" von Gidsel dabei.

    Manche sagen auch, clever gemacht 😉

    Nicht viele haben danach so eine Körperkontrolle. Dementsprechend ist der Wurf eben drin oder er bekommt einen 7m/Freiwurf oder was auch immer.

    Es steht Jedem frei, so eine Körperkontrolle zu erlernen und sie für den eigenen Vorteil einzusetzen

  • Manche sagen auch, clever gemacht 😉

    Nicht viele haben danach so eine Körperkontrolle. Dementsprechend ist der Wurf eben drin oder er bekommt einen 7m/Freiwurf oder was auch immer.

    Es steht Jedem frei, so eine Körperkontrolle zu erlernen und sie für den eigenen Vorteil einzusetzen

    Dann soll er seine Körperkontrolle so einsetzen, dass er stabil mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt und nicht bei jeder kleinsten Berührung abfliegt. :irony:

    “I don't know why people are so keen to put the details of their private life in public; they forget that invisibility is a superpower.” — Banksy

    Einmal editiert, zuletzt von sMash8835 (2. Februar 2026 um 14:45)

  • Allerdings ist auch die Anzahl der Vorwürfe für Schauspielerei gestiegen, weil bestimmte Leute nicht checken, dass Sachen in Echtzeit mehr Schmerz verursachen als in Zeitlupe.

    Es hat früher auch weh getan, aber man ist nicht bei jedem Gesichtstreffer zu Boden gegangen (oft mit Liegenbleiben).

    Das hat seit der WM letztes Jahr massiv zugenommen, weil seitdem Gesichtstreffer bestraft werden, die vorher maximal 2 Minuten waren.

    Wenn sogar Kretzsche (der immer der größte Befürworter des Videobeweises war!) das Problem jetzt beim Videobeweis sieht, weiß man Bescheid.

  • Dann soll er seine Körperkontrolle so einsetzen, dass er stabil mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt und nicht bei jeder kleinen Berührung abfliegt. :irony:

    Das "abfliegen" ist doch auch Körperkontrolle oder die Reaktion bei einem Schlag gegen die Brust den Kopf nach hinten zu reißen ohne ein Schleudertrauma zu bekommen. (ich nehme deinen Ironie Smiley gleich mit)

  • Es hat früher auch weh getan, aber man ist nicht bei jedem Gesichtstreffer zu Boden gegangen (oft mit Liegenbleiben).

    Das hat seit der WM letztes Jahr massiv zugenommen, weil seitdem Gesichtstreffer bestraft werden, die vorher maximal 2 Minuten waren.

    Wenn sogar Kretzsche (der immer der größte Befürworter des Videobeweises war!) das Problem jetzt beim Videobeweis sieht, weiß man Bescheid.

    Ja und dann hat man abgefeiert, was für harte Kerle man doch auf dem Platz hat, wenn sie gleich weitergespielt haben. Gibt nichts dümmeres als sowas zu glorifizieren. Zum Glück sind da andere Sportarten weiter. Wie gesagt....allein die Wortwahl "nach Gesichtstreffer zu Boden gehen" als etwas negatives hinzustellen. Glaubst du man streichelt sich da sanft?

  • Was ist denn das Ergebnis?

    Man konnte es in einigen Szenen im Finale schon sehen..

    Tom Kiesler hat die Arme über Schulterhoch wenn er einen Gegner stoppen wollte (natürlich um ggf schneller in den Block zu kommen oder den Gegner Arm von oben mitzunehmen),

    Matthes Langhoff hat die Arme oft unter Schulterhöhe

    Da kann es noch soviel Video und Schauspielerei geben, ein Verhalten ist aktuell das erfolgreichere und wird sich durchsetzen..

  • ALF :

    Hättest Du ad hoc eine Statistik parat, wie sich die Anzahl der Disqualifikationen (pro Spiel) bei den Europameisterschaften von Turnier zu Turnier entwickelt hat? Ist die These haltbar, dass der Videobeweis und das theatralische Verhalten von Spielern, um die Schiedsrichter zum Monitor zu schicken, zu mehr Disqualifikationen führen?


    Edit: Wikipedia liefert folgende Daten für direkte Disqualifikationen bei den letzten Europameisterschaften:

    JahrAnzahl SpieleDirekte Disqualifikationen
    20266521
    20246510
    2022658
    2020657

    Das ist ein deutlicher Anstieg in diesem Jahr, der nicht allein durch spielerische Entwicklungen wie z.B. erhöhter Dynamik zu erklären ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Arcosh (2. Februar 2026 um 15:57)

  • Meine ursprüngliche Absicht war es nicht, Sportfreund Gidsel in Post #81 an den Pranger zu stellen, obwohl mir bewußt ist, dass seine Spielweise die Fanszene polarisiert. Flugeinlagen, sieht man von ihm nun mal häufiger, als von anderen Spielern. Aber die spezielle Einlage im Finale, empfand ich schon als gemeingefährlich für den Abwehrspieler. Es ist gut ausgegangen, für beide Spieler. Man sollte vielleicht hinterher nicht unnötig dramatisieren, aber Füße oder Knie gehören beim Handball einfach nicht auf Kopfhöhe des Abwehrspielers, wenn dieser aufrecht steht. Bei einem Zusammenprall "Knie auf Kopf/Gesicht", kann das schon mehr, als nur Schmerz verursachen. Da müssen Abwehrspieler, auch geschützt werden von den Schiedsrichtern mMn.

  • Freundschaft!

    Adhoc nicht. Aber ich könnte das händisch durchsuchen.

    Edit: Für den relevanten Zeitraum hast Du das ja schon.

  • Bei diesem Turnier habe ich ehrlich gesagt den Unterschied zwischen dangerous (Rot mit ggf. später sogar Sperre) und nicht dangerous (2m) oft nicht wirklich gesehen. Der eine Spieler muss verletzt-blutend vom Feld, der andere steht direkt wieder auf. Letzteres wird härter sanktioniert. Der eine bekommt bei einer Abwehraktion den Arm direkt ins Gesicht, der andere bekommt den Arm eines ballführenden Spieler bei einer Drehung unabsichtlich ab. Auch letzteres wird härter sanktioniert.

    Wenn wir die meisten roten Karten nach VB als in Ordnung abtun, dann muss es eigentlich zukünftig mindesten 3-5 rote auf jeder Seite pro Spiel mehr geben.

    Hat jetzt nicht direkt was mit VB zu tun, aber die SR Perspektive in den Finalspielen fand ich gut. Wurde leider nicht wirklich zielführend eingesetzt, aber an sich ein gutes Kontrollmittel, ob ein SR überhaupt was gesehen haben kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Marc (2. Februar 2026 um 17:12)

  • Der eine Spieler muss verletzt-blutend vom Feld, der andere steht direkt wieder auf. Letzteres wird härter sanktioniert.

    Die Schiedsrichter haben das Gefährdungspotenzial der Aktion zu bewerten, nicht die Auswirkungen. Und das aus gutem Grund. Blut ist ein Indikator, dass da was passiert ist. Aber es taugt eben nicht als Bewertungskriterium. Dir kann auch völlig ohne Gegnereinwirkung in der Nase eine Ader platzen und du siffst damit das halbe Spielfeld voll (schon selbst gesehen). Schiedsrichter sind auch keine Notärzte, die noch dazu ohne jegliche Untersuchung auf dem Spielfeld ad hoc eine verwertbare Diagnose stellen können. Ich habe selbst schon Schiedsrichter mit der Logik: "Die Spielerin musste behandelt werden, ergo muss die Gegnerin bestraft werden." erlebt. Das öffnet (noch mehr) Schauspielerei alle Türen. Will man wirklich die Auswirkungen bestrafen, müsste man jeden Spieler erstmal in die Notaufnahme schicken und das Ergebnis der Untersuchung abwarten.

    Der eine bekommt bei einer Abwehraktion den Arm direkt ins Gesicht, der andere bekommt den Arm eines ballführenden Spieler bei einer Drehung unabsichtlich ab. Auch letzteres wird härter sanktioniert.

    Dass man langsam auch anfängt, Angreifer öfter zu bestrafen, ist der richtige Weg. Gerade das Durchziehen des Wurfarm nach dem Wurf, um damit dem Gegner noch eins auszuwischen, sieht man leider immer mal und wird selten bestraft. Ich weiß nicht, ob es die Regelklarstellung des DHB, die hier (welche entscheidung ist richtig?) mal diskutiert wurde, noch gibt. Aber das Szenario ist zumindest in den unteren Klassen häufiger zu sehen.
    Das Platzschaffen mit dem Ellenbogen ist so ein weiteres Ding, was nicht mit den Regeln vereinbar ist. Wer mit dem Ellenbogen auf Kopfhöhe des Gegners agiert, nimmt Verletzungen in kauf. Das gilt für Angriff und Abwehr gleichermaßen.

    Unbestritten ist jedoch, dass es keine klare Linie bei den Entscheidungen gibt. Der Videobeweis hilft dann zwar, solche Verstöße zu erkennen, die Zeitlupe scheint mir aber den Impact oft zu verfälschen. Meiner Meinung nach sollte die Situation anhand der echten Geschwindigkeit bewertet werden.
    Auf der anderen Seite ist es halt eine Entscheidung wie jede andere. Einmal sieht man den Schrittfehler, einmal nicht. Einmal sieht man, dass der Werfer beim Wurf schon den Kreis berührt, das andere mal nicht. Trikotziehen ist auch so ein Ding, was nicht einheitlich bewertet wird. Klar wäre es wünschenswert, bei schweren Verstößen eine einheitlichere Linie zu haben, aber wie soll das klappen, wenn nicht einmal die Basics der Handballregeln auf Einhaltung kontrolliert werden? Solange ein Mensch die Spielleitung innehat, wird sich das nicht grundlegend ändern.

    "Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung." (Oldie50)

  • Ich würde gar nicht mal vom Gidsel Bonus sprechen! Viel mehr hat er einfach das Glück, dass die aktuelle Regelauslegung seinem Spiel extrem zu Gute kommt. Das gilt aber auch für andere, vergleichbare Spieler (wie Gisli oder Skippy).


    Man stelle sich mal vor die wären auf Dinart oder Pitti getroffen!! Anderseits wäre Weinhold heute vermutlich auch ein Kandidat zum Welthandballer!


    Mir ufert das zu sehr aus! Am Ende wird es Zeit, dass die Schritteregelung wieder Anwendung findet und Man Abwehrspielern faire Instrumente zur Verteidigung gibt!