Handball-EM 2026 - Hauptrunde, Gruppe I

  • Wie viele Alu-Treffer pro Spiel sind einfach nur Pech und ab wann beginnt Unvermögen?

    Pfosten- oder Lattentreffer wirken beeindruckend und es besteht auch eine Wahrscheinlichkeit, dass der Ball zurück aufs Spielfeld kommt und man damit vielleicht im Ballbesitz bleibt. Aber rein vom Resultat her ist der Ball schlichtweg nicht im Tor. Knapp daneben ist auch vorbei. Es besonders genau machen zu wollen, ist nicht zwangsweise ein Qualitätsmerkmal.

    Ich bin absolut kein Fan davon, sich nach einem verlorenen Spiel hinzustellen und zu sagen: Wir waren nicht schlechter als der Gegner, wir haben nur zu viele Fehler gemacht. Genau diese Fehler machen aber den praktischen Unterschied. Dass man es theoretisch besser kann, ist eine völlig andere Geschichte. Besonders deutlich wird es, wenn sich die Fehler Spiel für Spiel wiederholen.

    der TW zwingt sie, "übergenau" zu werfen. Sonst fängt er den Ball - konnte man gestern gut sehen

  • Wenn man schwarz-weiß denkt, hast Du absolut Recht!

    Für mich ist es halt meistens grau und Innenpfosten - rein vs. Innenpfosten - raus reine Glücksache und nicht Können. Ansonsten würde ein sehr guter Fußballspieler an einem guten Tag ja auch immer die Löcher an der Torwand treffen!

    Aber selbstverständlich ist es eine Ansichtssache.

    Schwarz-Weiß-Denken wäre es, wenn ich jeden Pfostentreffer mit Unvermögen gleichsetzen würde. Das habe ich aber nicht getan.

    Den Vergleich mit der Torwand beim Fußball halte ich für unglücklich. Es ist nicht die tägliche Aufgabe des Fußballers, diese Löcher zu treffen. Mit typischen Situationen beim Fußballspiel ist das nicht zu vergleichen. Zudem lässt die Hand feinmotorischere Bewegungen zu.

    "Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung." (Oldie50)

  • der TW zwingt sie, "übergenau" zu werfen. Sonst fängt er den Ball - konnte man gestern gut sehen

    Vor dem Spiel lag Nielsens Quote im Mittel bei 30,6 % (Spannweite: 28,2 % bis 32,6 %). Gegen Deutschland hatte er 35 %, macht also rechnerisch sein bestes Spiel bei dieser EM. Hatte man da vielleicht ein bisschen zu viel Respekt vor Emil?

    "Wenn man in ein Testspiel soviel hereininterpretiert hat man von Sport keine Ahnung." (Oldie50)

  • Na ja schwarz weiß ist das nicht immer... Viele Spieler die wir ja bei der EM sehen spielen in Deutschland und kennen ihre Gegenspieler ganz genau , umgekehrt natürlich auch. Manchmal kann das von Vorteil sein , manchmal nicht , weil man schon weiß wie die ticken oder spielen. Es kommt eigentlich immer auf die jeweilige Tagesform an , manchmal gelingt einem fast alles und dann wieder fast nix... Knapp daneben ist auch vorbei und "das Runde muss ins Eckige" oder wie war das?? Wir können auch schnell hat man ja gestern ab und zu gesehen... das passte den Dänen auch nicht , da haben sie auch ganz schön geguckt... können aber immer noch einen drauf setzen... Warum werden Spieler die auf der Bank sitzen geschont?? Das werde ich wohl nie so richtig verstehen... Jetzt kann man sich schon auf das Spiel gegen Frankreich freuen , wird wieder spannend werden.

  • der TW zwingt sie, "übergenau" zu werfen. Sonst fängt er den Ball - konnte man gestern gut sehen

    Darum war Deutschland auch schon vorher Spitzenreiter in der Kategorie Pfosten- und Lattentreffer, weil die Gegner alle überragende Torhüter hatten.

  • Wahnsinn, wie hier einige Leute die Schuld für eine fragwürdige Regel bei den in diesem Spiel wirklich schlechten Schiedsrichtern suchen.

    capitano19

    Mich stört dein zweierlei Maß.

    Bei Turnieren kritisierst du seit Jahren internationale Schiris.

    Aber in der HBL kehrst du schlechte/einseitige Schiri-Leistungen fast immer unter den Teppich.

  • Darum war Deutschland auch schon vorher Spitzenreiter in der Kategorie Pfosten- und Lattentreffer, weil die Gegner alle überragende Torhüter hatten.

    Das mit Unvermögen gleichzusetzen, halte ich ich für (zumindest) gewagt. Aber nochmal, jedem seine Meinung.

  • Vor dem Spiel lag Nielsens Quote im Mittel bei 30,6 % (Spannweite: 28,2 % bis 32,6 %). Gegen Deutschland hatte er 35 %, macht also rechnerisch sein bestes Spiel bei dieser EM. Hatte man da vielleicht ein bisschen zu viel Respekt vor Emil?

    Der deutsche Angriff hatte zu wenig Zug zum Tor. Dadurch kam ja auch das viele Zeitspiel. Und dann muss man unter Druck aus ungünstiger Position abschließen. Da hat es der Torwart dann natürlich auch einfacher.

    Einmal editiert, zuletzt von Bovola (27. Januar 2026 um 11:20)

  • Zahlen aus der heutigen Ballsam-Podcast-Folge:

    Deutschland wirft aus durchschnittlich einer 1,4 Meter größeren Entfernung aufs Tor als Dänemark.

    Deutschland erzielt 5 Tore aus Durchbrüchen, Dänemark 13.

    Ich finde das ziemlich einfach: Alfred lässt shooterlastigen Handball von vorgestern spielen. Dass die erfolgreichen Teams (und zuallererst hat damit der SCM begonnen) versuchen, Rückraumwürfe zu vermeiden, und auf Durchbrüche gehen, hat schon seinen Grund. Die o.g. Zahlen belegen das. Individuelle Klasse kommt dann noch dazu - aber das ist ein strukturelles und taktisches Problem.

  • Lieber Capitano19.

    in diesem Punkt möchte ich dir entschieden widersprechen. Meiner Meinung nach hat HASS im Sport nichts zu suchen. Da verlöre ich lieber. Auch im Leistungssport wäre da eine Grenze überschritten.

    Bitte nicht jedes einzelne Wort überbewerten und auf die Goldwaage legen. Ich denke der Punkt, auf den ich hinauswollte, ist klar ersichtlich.

    Gestern habe ich übrigens ein Spiel der Australian Open gesehen. Da hat Boris Becker etwas gesagt, was mir aus der Seele spricht: "Früher, da gab es diese langen und freundschaftlichen Umarmungen nach den Spielen nicht. Lendl und ich? Agassi und ich? McEnroe und ich? Wir mochten uns nicht." Nicht, dass man die Gegner nicht leiden darf, im Mannschaftssport ist das sowieso nochmal etwas anderes, aber es geht im Leistungssport ums Gewinnen.

  • Zahlen aus der heutigen Ballsam-Podcast-Folge:

    Deutschland wirft aus durchschnittlich einer 1,4 Meter größeren Entfernung aufs Tor als Dänemark.

    Deutschland erzielt 5 Tore aus Durchbrüchen, Dänemark 13.

    Ich finde das ziemlich einfach: Alfred lässt shooterlastigen Handball von vorgestern spielen. Dass die erfolgreichen Teams (und zuallererst hat damit der SCM begonnen) versuchen, Rückraumwürfe zu vermeiden, und auf Durchbrüche gehen, hat schon seinen Grund. Die o.g. Zahlen belegen das. Individuelle Klasse kommt dann noch dazu - aber das ist ein strukturelles und taktisches Problem.

    Wir haben auch keinen einzigen Spieler im Team, der Durchbrüche kann oder in die Tiefe geht. Keinen.

    “I don't know why people are so keen to put the details of their private life in public; they forget that invisibility is a superpower.” — Banksy

  • Wir haben auch keinen einzigen Spieler im Team, der Durchbrüche kann oder in die Tiefe geht. Keinen.

    Wir haben ja auch kein Tempo im Rückraum und kaum Bewegung ohne Ball - was dann Lücken reißen könnte. Nichts gegen Köster - aber der ist kein Mittelmann für zeitgemäßen Handball.

  • Freundschaft!

    Ich finde das ziemlich einfach: Alfred lässt shooterlastigen Handball von vorgestern spielen.

    Das ist das eine. Aber die Schüsse werden nicht mal vorbereitet. Da wurde gestern der Ball im Rückraum hin- und her gepasst (und das auch noch langsam). Und dann nimmt sich irgendwer irgendwann einen Wurf oder es wird eine (!) Kreuzung gespielt und dann kommt der Wurf. Daran gemessen haben die Rückraumspieler noch gut getroffen.

  • Freundschaft!

    Das ist das eine. Aber die Schüsse werden nicht mal vorbereitet. Da wurde gestern der Ball im Rückraum hin- und her gepasst (und das auch noch langsam). Und dann nimmt sich irgendwer irgendwann einen Wurf oder es wird eine (!) Kreuzung gespielt und dann kommt der Wurf. Daran gemessen haben die Rückraumspieler noch gut getroffen.

    Sag ich ja: Auch ganz ohne Füchsebrille könnte ein Lichtlein (oder meinetwegen ein Tissier) Tempo in den Angriff bringen. Aber kein Köster, der ein genialer Abwehrspieler und ein toller Halblinker ist, und kein Knorr, der geniale Einzelaktionen bringen kann, aber dauernd im Stand prellt und seine Nebenleute NULL in Szene setzt.

  • Wir haben auch keinen einzigen Spieler im Team, der Durchbrüche kann oder in die Tiefe geht. Keinen.

    Uscins kann und macht das. Köster partiell erstaunlicherweise auch. Lichtlein traue ich es ohne Weiteres zu. Bei Knorr weiß man wieder einmal nicht, woran man ist.

    Gestern ist nichts dramatisches oder unerwartetes passiert. Auf ein Wunder zu hoffen heißt ja nicht, dass es automatisch eintritt. Beim vorletzten Male haben wir ca. 30 Minuten mitgehalten, gestern 45. Um aber aufzuschließen und so etwas aus eigener Kraft zu erreichen, braucht es einen nächsten Schritt. Und da ist der Verweis auf veraltete Spielweisen (und mithin die größte Kritik an AG und seiner Art, Handball spielen zu lassen) völlig richtig. Das letzte Gipfeltreffen in der CL hiess nicht umsonst "Füchse Berlin - SC Magdeburg". Im Handball gibt es seit Jahren einen Systemwechsel. Den kannst du mitgehen oder verpennen.

    Und nicht falsch verstehen, wir sind schon jetzt wenigstens Sechster. Das wird alles andere als ein Fiasko bei dem Teilnehmerfeld und wenn das die Erwartungshaltung deckt, dann ist alles gut. Aber wenn es der Anspruch ist, nach den Junioren auch bei den Senioren (wieder) zu Titeln zu greifen, muss sich einiges grundlegend ändern.

    "Die Magdeburger Börde ist der Olymp des europäischen Vereinshandballs!" Uwe Semrau (18.06.2023)

  • Sag ich ja: Auch ganz ohne Füchsebrille könnte ein Lichtlein (oder meinetwegen ein Tissier) Tempo in den Angriff bringen. Aber kein Köster, der ein genialer Abwehrspieler und ein toller Halblinker ist, und kein Knorr, der geniale Einzelaktionen bringen kann, aber dauernd im Stand prellt und seine Nebenleute NULL in Szene setzt.

    Ja, sehe ich ähnlich.


    So ein Spielertyp wie Tessier oder Suton fehlt komplett in der Nationalmannschaft.


    Knorr geht einfach viel zu wenig auf Durchbrüche. Ich hatte gehofft, dass er das in Aalborg lernen würde. Leider kommt da viel zu wenig.


    Wie viele Zweikämpfe spielen Spieler wie Gidsel oder Gisli eigentlich pro Spiel? Teilweise ja mehrere in einem Angriff.


    Ich würde mal schätzen 30-50!