THW Kiel Teamthread

  • So richtig erklärt hat Hanning doch nie, warum er K73 rausgeschmissen hat, oder? Es blieb doch immer auch etwas von Einsparpotential und Preis/Leistungsverhältnis hängen, wenn ich mich nicht irre. Den Gidsel-Transfer eingetütet zu haben will ich ihm auch nicht absprechen, aber was genau war denn dabei seine Leistung? Bequatschen bis er weich gekocht war? Das wissen wir doch gar nicht. Also entdecken musste er ihn schon mal nicht. Die ganze Welt kannte ihn, aber offenbar wollte ihn gerade nicht jeder. In MD und Barcelona waren die Plätze besetzt und offensichtlich wollte Gidsel in eine Metropole, wo Flensburg und MD schon mal raus waren, Kiel, Veszprem evtl. auch. Wer bleibt da noch über? Höchstens Paris, aber warum die nicht, keine Ahnung. Genug Geld ihn zu bezahlen ist offensichtlich auch vorhanden, Ablöse war nicht fällig. Also unterm Strich hatte K73 auch Glück gerade in der richtigen Stadt tätig gewesen zu sein.

    Also offensichtlich reichte Gidsel nicht aus um K73s Job zu sichern.

    Für zwei Alphatiere dieser Dimension war nicht genug Platz bei den Füchsen ich zitiere da mal "Highlander, es kann nur einen geben"

  • Natürlich waren in der Phase ab 2015 auch viele schlechte Entscheidungen dabei, aber am Ende war es der Kader, den Gislason übergeben hat, der die Titel eingefahren hat. Das wurde unter neuer Führung wieder heruntergewirtschaftet mit stellenweise leider eklatantem Managementversagen und scheinbar auch wenig Sebstreflexion und fehlender Analyse der eigenen Fehler.

    Die zentralen Spielern des Kaders, der übergeben wurde, wurden auch nicht maßgeblich von Storm als Vorgänger Szilágyi aufgebaut wurde, sondern bereits davor. Schon unter Storm wurde vergeblich versucht die nächste Generation aufzubauen. Als Jicha Chef wurde, waren Landin, Wiencek, Ekberg, Duvnjak und Weinhold bereits 30 und älter. Das war von den meisten Leistungsträgern überhaupt keine Mannschaft mit großer Zukunft. Dass man diesen Kern überhaupt noch weitere fünf Jahre so ausgepresst hat, war auch kein Selbstläufer, denn da hatten einige vor Jicha schon größere körperliche Baustellen.

    Schon Storm und Gíslason sind daran gescheitert, als es galt jüngere Spieler, die noch einige Entwicklungsschritte gehen müssen, zu Leistungsträgern zu entwickeln. Entweder weil man das Potential falsch eingeschätzt hat oder weil es von der Trainingsarbeit nicht gepasst hat. Man hat jetzt zwei Mal in Folge beim THW dasselbe erlebt, nämlich den Versuch eines Kaderumbruchs mit jüngeren Spielern, der überhaupt nicht aufgegangen ist.

    Gíslason in seiner letzten Saison und danach Szilágyi und Jicha hatten halt das Glück, dass sie auf ältere Spieler am Ende ihrer Karrieren bauen konnte, die in ihrer Prime zu den Weltbesten gehört haben und in Summe noch gut genug waren, dass über die Nutzung der Kaderbreite noch einiges rausgeholt wurde. Der kontinuierliche Abbau der Kaderqualität hat für mich aber bereits vor Szilágyi/Jicha begonnen und sie haben diesen nahtlos weitergeführt. Als Gíslason die Spieler, auf die auch Jicha dann bauen konnte, nicht zur Verfügung standen, hatte er auch keinen Erfolg und Kiel rutschte nach zwei dritten Plätzen bis auf Platz 5 ab.

    Parallel dazu haben andere Mannschaften Spielweisen entwickelt, durch die sie mit Spielern, die exakt dafür verpflichtet wurden, auf ein Level gekommen sind, wo man mit der Individualspielweise vom THW nur mithalten könnte, wenn man den individuell (deutlich) besten Kader hätte. Dazu bräuchte man vermutlich finanzielle Mittel, die nicht nur über denen von anderen in der HBL liegen, sondern auch gegenüber anderen europäischen Mannschaften, die gerne mal mit guter Bezahlung bei weniger Belastung punkten können.

    Insgesamt muss man sagen, dass der THW bereits seit über 10 Jahren, über verschiedene Personalien in der sportlichen Leitung hinweg, Probleme hat, konstant Spieler auf aller höchstem Niveau entweder zu verpflichten oder zu entwickeln. Da waren nur sehr punktuelle Treffer dabei und wenn man ehrlich ist, dann war es z.B. nicht unbedingt ein großer Verdienst einen Spieler wie Pekeler zu bekommen, der unbedingt wieder nach Kiel wollte. Ab dem Moment, wo man in Kiel in der sportlichen Führung hätte mehr leisten müssen als der Wettbewerb, um langfristig erfolgreichen zu sein, konnte man das nicht und hatte Glück, dass noch genügend Substanz aus anderen Zeiten da war.

    Sollte man sich personell verändern in der sportlichen Führung, wogegen es nicht wirklich Gründe gibt, dann sollte man schauen, dass man nicht einfach mit den nächsten Verantwortlichen weitermacht, sondern sich strukturell überlegt, wie man sich überhaupt aufstellen will und welche Rahmenbedingungen man etabliert, die eine klare interne Bewertung der sportlichen Leitung zur Folge hat, die nicht lautet: Sie sind doch total engagiert, leben für den Verein und sind deshalb die richtigen.

  • So richtig erklärt hat Hanning doch nie, warum er K73 rausgeschmissen hat, oder? Es blieb doch immer auch etwas von Einsparpotential und Preis/Leistungsverhältnis hängen, wenn ich mich nicht irre. Den Gidsel-Transfer eingetütet zu haben will ich ihm auch nicht absprechen, aber was genau war denn dabei seine Leistung? Bequatschen bis er weich gekocht war? Das wissen wir doch gar nicht. Also entdecken musste er ihn schon mal nicht. Die ganze Welt kannte ihn, aber offenbar wollte ihn gerade nicht jeder. In MD und Barcelona waren die Plätze besetzt und offensichtlich wollte Gidsel in eine Metropole, wo Flensburg und MD schon mal raus waren, Kiel, Veszprem evtl. auch. Wer bleibt da noch über? Höchstens Paris, aber warum die nicht, keine Ahnung. Genug Geld ihn zu bezahlen ist offensichtlich auch vorhanden, Ablöse war nicht fällig. Also unterm Strich hatte K73 auch Glück gerade in der richtigen Stadt tätig gewesen zu sein.

    Also offensichtlich reichte Gidsel nicht aus um K73s Job zu sichern.

    Gidsel wollte ein Team, dass er zu Titeln führen konnte und keins, dass ohne ihn alles gewonnen hat. Unterm Strich kamen nicht viele Vereine in Frage.

  • Für zwei Alphatiere dieser Dimension war nicht genug Platz bei den Füchsen ich zitiere da mal "Highlander, es kann nur einen geben"

    Hanning hat im Dyn-Interview vor dem Spiel gegen Magdeburg recht viel über die Finanzen geredet. Dass diese nicht im selben Maße wie die Wünsche gewachsen sind und Berlin auch einige Spieler nicht bekommen hat. Er hat zwar nicht explizit des Geldes wegen gesagt, aber man konnte das so verstehen. Er hat noch erzählt, dass die Füchse in Bereichen wie Marketing wachsen müssen. Vermutlich gab es hier in Berlin auch andere Vorstellungen, was die Fähigkeit von Kretzschmar betrifft, neue Geldquellen zu erschließen, um die sportlichen Wünsche zu erfüllen. Ich würde mal vermuten, dass Hanning in Kretzschmar vor allem ein Marketing-Instrument gesehen hat, was dabei hilft, die Einnahmen-Seite zu verbessern und er hier hinter den Erwartungen geblieben ist, auch angesichts seiner persönlichen Kosten.

  • Gidsel wollte ein Team, dass er zu Titeln führen konnte und keins, dass ohne ihn alles gewonnen hat. Unterm Strich kamen nicht viele Vereine in Frage.

    Von dem, was Gidsel erzählt, wollte er primär aus der Öffentlichkeit heraus, die ihm nach dem WM-Titel 2021 so sehr zugesetzt hat, dass er sich selbst in einer Depression gesehen hat. Daher kamen Flensburg und Kiel nicht in Frage. Als Berlin ihm noch die sportlichen Perspektive mit der ersten Meisterschaft statt der x-ten verkauft hat, war es dann Berlin. Ansonsten hätte man ihn vermutlich auch von Barcelona überzeugen können, wo man als Handballer sicherlich auch gut anonym leben kann. Wie er im Podcast erzählt hat, merkt er selbst in Berlin, wenn in Dänemark Ferien sind und vermeidet in dieser Zeit Unternehmungen.

  • Nur so btw: Die Füchse sind 21/22, also bevor Gidsel kam, Dritter mit 53:15 Punkten geworden. Gewinnen sie morgen gegen Flensburg schließen sie die Saison 55:13 Punkten ab, bei einer Niederlage entsprechend mit selben Punktestand wie vor Gidsel.

  • Nur so btw: Die Füchse sind 21/22, also bevor Gidsel kam, Dritter mit 53:15 Punkten geworden. Gewinnen sie morgen gegen Flensburg schließen sie die Saison 55:13 Punkten ab, bei einer Niederlage entsprechend mit selben Punktestand wie vor Gidsel.

    Nachdem Wechsel auf Krickau wurden die ersten beiden Spiele verloren.

  • Hanning hat im Dyn-Interview vor dem Spiel gegen Magdeburg recht viel über die Finanzen geredet. Dass diese nicht im selben Maße wie die Wünsche gewachsen sind und Berlin auch einige Spieler nicht bekommen hat. Er hat zwar nicht explizit des Geldes wegen gesagt, aber man konnte das so verstehen. Er hat noch erzählt, dass die Füchse in Bereichen wie Marketing wachsen müssen. Vermutlich gab es hier in Berlin auch andere Vorstellungen, was die Fähigkeit von Kretzschmar betrifft, neue Geldquellen zu erschließen, um die sportlichen Wünsche zu erfüllen. Ich würde mal vermuten, dass Hanning in Kretzschmar vor allem ein Marketing-Instrument gesehen hat, was dabei hilft, die Einnahmen-Seite zu verbessern und er hier hinter den Erwartungen geblieben ist, auch angesichts seiner persönlichen Kosten.

    Irgendwo war aber auch die Rede davon, daß es wie woanders auch ist und der sportliche Leiter (oder wie immer er sich nennt) für die Spieler zuständig ist und der GF oder Präsident für die Finanzen. Die fehlenden Sponsoren sind also mehr BH Sache. Für "gewonnene" Sponsoren hat er sich ja auch feiern lassen.

  • Nachdem Wechsel auf Krickau wurden die ersten beiden Spiele verloren.

    Diese beiden Niederlagen waren aber auch Magdeburg zuhause und Gummersbach auswärts. Nicht unbedingt jetzt völlig überraschende Niederlagen wie dann später zuhause gegen Hamburg. In der Meistersaison von Berlin haben sie auch nur Unentschieden zuhause gegen Magdeburg gespielt, die einige Verletzungsprobleme hatten. Auswärts haben die Füchse letztes Jahr z.B. auch in Hannover oder Melsungen verloren, die zu dem Zeitpunkt gut drauf waren. Das alleine auf dem Wechsel auf Krickau zurückzuführen, ist vermutlich zu viel, aber natürlich war es dummes Timing.

  • ich bin auch der Meinung, dass wir von der Bank einen oder zwei neue Impulse brauchen, dringend. Meine grundsätzlichen Gedanken zum Spielablauf sind aber auch:

    7:6
    Man sollte dieses Spielsystem auch mal einstreuen, wenn´s läuft. Nicht nur wenn´s nicht läuft oder nach einem TimeOut. Da weiß die gegn. Mannschaft ja schon fast sicher, was kommt. Da sitze ich daheim auf der Couch und würde nen Wettschein ausfüllen. 7:6 nur mit PdV, denn Andi ist theoretisch zu langsam für "schnell zurück ins Tor".
    Dann: ein weiteres Problem bei 7:6 ist, wenn die Mannschaft den angesagten Spielzug NICHT zu ende spielt. Dann ist der rauslaufende Spieler zu spät dran und es klingelt hinten. Und: 7:6 immer mit zwei KM, nicht mit 4 RR-Spielern, denn dazu sind unsere RR-Spieler zu raumeinnehmend. Sie stören sich gegenseitig, da zu "breit" in der Spielanlage. Das kannst du nur mit einem RR spielen, der 4mal in die "Tiefe" geht, z.B. Stuttgart.

    Reinkind:
    Sobald Harald auf der Bankseite spielt, muss er in der Abwehr raus. Auch wenn es in der 1. HZ ist. Erstens ist er ein schwacher Abwehrspieler im Vgl zu einigen anderen und 2. spart er Körner... auch in der ersten Halbzeit spart man Körner für HZ zwei.
    z.B. könnte Rasmus eine ganze HZ lang den Abwehrpart für Harald spielen. So hätte man wenigstens einen weiteren RR-Spieler, der mit Peke oder Veron eine schnelle Mitte nach Tor spielen könnte. Derzeit lässt man im Vgl mit anderen Teams den Gegner immer rel. "gemütlich" die Abwehr formieren. Andere Mannschaften sehen, wer vorne geworfen hat und gehen gezielt in diese Lücke. Da ist der THW blind... man nutzt das nie aus.

    Abwehr 3:2:1 oder 5:1
    Auch das muss, ähnlich wie 7:6, öfter kommen, bzw auch mal "ohne Not" eingestreut werden. Man hat das Personal dafür, man nutzt es allerdings zu oft erst dann, wenn man mit dem Rücken an der Wand steht.

    Andi und die schnelle Mitte
    Ich habe es bereits irgendwo mal geschrieben... trotzdem ich großer AW-Fan bin: ich könnte kotzen, wenn er sich erst (zurecht) eine halbe Sekunde über seine Vorderleute aufregt, anstelle die schnelle Mitte zu forcieren. Das kostet uns pro Spiel sicherlich 10 Chancen, bzw 5 schnelle Tore, somit wieder Kraft & Körner.

    Ohne einen Trainerschein zu haben, bekomme ich taktisch bei jedem Spiel einen Anfall auf der Couch und frage mich, wie wenig da reagiert und taktiert wird. Man wirkt wie ein großes Schiff, der versucht zu bei voller Fahrt kurz vor einer Schleuse im NO-Kanal zu drehen.
    Die Mannschaft selbst wirkt auf mich, als hätte sie innerhalb des Spiels keinerlei Selbstverwaltungsmechanismen. Es wird alles vom Trainer vorgekaut. Dule wirkt enteiert, gerade von ihm hätte ich mir mehr "Impact" erwartet, ohne ihn wegreden zu wollen.

    Wenn der Stab weitermacht sehe ich schwarz für die Entwicklung von Rasmus. Außerdem kann man sich eine Vertragsverlängerung von Fischer, solange FJ im Amt ist, sicherlich abschreiben.

    Heute ist der erste Tag vom Rest des Lebens

  • Ich war gestern mal wieder in der Lübecker Hansehalle zum Saisonabschluss unseres hiesigen VfL gegen Dormagen. Wie sehr dabei in diesem Spiel um die sprichwörtliche Ananas das Team durch Kampf und erkennbare Leidenschaft die Zuschauer ansteckte und anzündete, dürfte dem großen THW gern als Vorbild dienen.

    Dafür muss es aber im Binnenverhältnis von Mannschaft und Trainerteam stimmen, das gegenseitige Vertrauen in die Leistungsfähigkeit, bzw. funktionierende Ideen muss ungebrochen sein. Und auch die Halle muss dieses Vertrauen spüren. Ist das ein Stückchen weiter im Norden noch so?

    Mein Eindruck bleibt, dass Jicha modernen Handball als Trainer einfach nicht kann, zumindest nicht auf Spiteznniveau. Ihm fehlen die Ideen oder die Fähigkeit diese zu implementieren. Ohne den hier teilweise (für mich völlig unverständlicherweise) geschmähten à Skipagøtu fehlt dem Team jede Kreativität und ein Großteil seines Tempos, auf die Jicha aber angewiesen ist. Das ist aber nicht das Ergebnis von Jichas Arbeit mit der Mannschaft sondern allein die individuelle Klasse, sogar die spezifische spielerische Charakteristik des einzelnen Athleten. Wenn in der kommenden Saison zu à Skipagøtu dann Makuc, Köster und hoffentlich wieder Madsen im Rückraum stehen und Ankermann weiter lernen soll, dann muss für sie ein Trainer verantwortlich sein, der diesen Rückraum auch spielen kann.

    Eine Heimniederlage heute gegen Lemgo, dürfte im Aufsichtsrat die Zweifel an Jicha weiter steigern. Kaum vorstellbar, dass man dann keine Alternative suchen würde. Und Szilagyi dürfte klar sein, dass ihm als einzige Chance auf einen Verbleib ein weiteres Abrücken von Jicha bliebe.

    Uns steht ein spannender Sommer bevor.

  • ... Und Szilagyi dürfte klar sein, dass ihm als einzige Chance auf einen Verbleib ein weiteres Abrücken von Jicha bliebe.

    Uns steht ein spannender Sommer bevor.

    Ein Abrücken von der Bank wäre schon ein erster Schritt. Eine Demission zusammen mit Jicha und Sprenger für mich der richtige Schritt:hi:

  • ist ja mächtig fantasievoll was hier geschrieben wird. Genau die richtige Zeit um mal zwei gleichberechtigte Trainer auf der THW auszuprobieren - oder den A Jugend Trainer als Retter zu installieren. 😂

  • ist ja mächtig fantasievoll was hier geschrieben wird. Genau die richtige Zeit um mal zwei gleichberechtigte Trainer auf der THW auszuprobieren - oder den A Jugend Trainer als Retter zu installieren. 😂

    Zumindest könnten sie den A Jugend Trainer als Co-Trainer mit ins Trainerteam holen und Sprenger wieder verstärkt in die Nachwuchsarbeit einbinden.

  • Zumindest könnten sie den A Jugend Trainer als Co-Trainer mit ins Trainerteam holen und Sprenger wieder verstärkt in die Nachwuchsarbeit einbinden.

    Er hat gerade erst die U19 übernommen und noch nicht mal die A Lizenz.
    Felix Höppner ist als U19 Trainer schon gut aufgehoben.