Mir fehlte gestern bei Knorr der Wille, sich gegen den vorgezogenen Abwehrspieler durchzusetzen. Das wirkte alles zu lethargisch und teils auch lustlos. Statt für Bewegung zu sorgen, hat er sich viel zu oft festmachen lassen, wodurch das Angriffsspiel zu oft ins Stocken geriet. Ich hätte erwartet, dass man es schafft, gegen eine so offensive Abwehr Zeitstrafen zu ziehen. Aber dafür sind die langen deutschen Spieler zu antrittsschwach. Ich stimme auch deshalb zu, dass Lichtlein mehr Chancen im Angriff verdient hätte.
Auf der anderen Seite war mir das wieder zu wenig Abwehr und zu viel "bloß nicht anfassen". Kaum Stoppfouls, um den Spielfluss der Dänen zu unterbrechen. Das scheint im deutschen Handball mitlerweile verpönt zu sein, andere Nationen bekommen das deutlich besser hin. Wir schwächen uns dagegen mit sinnlosen Strafen durch Gesichtsklatscher.
Gestern kam dazu, dass die Deutschen offenbar mehrmals auf Pfiffe warteten, die aber ausblieben. Die Schiedsrichter hatten sich recht frühzeitig entschieden, nur klare Sachen zu pfeifen, mit Tendenzen pro Dänemark. Trotzdem nehmen sich die Deutschen nach leichtem, aber effektiven Abwehrkontakt dann mehrfach Würfe, wo mehr Hoffnung auf einen Pfiff denn unbedingter Wille, das Ding zu versenken, dahintersteckte.
Ein Konzept für die Außen war gestern auch wieder nicht zu erkennen. Insgesamt wurde im Turnierverlauf gut bewiesen, dass man sich die Dahmke-Freihöfer-Diskusssionen wirklich hätte schenken können. Auch Freihöfer wäre auf Außen verhungert.
Die Frage wurde ja schon gestellt, aber ich möchte sie wiederholen: Sind wir dank oder trotz Gislason Zweiter geworden? Ich bin stark bei "trotz".